PartWiss 2026 – Räume und Ressourcen für partizipative und transdisziplinäre Forschung

02.-04.09.2026
Berlin

Die PartWiss 26 lädt dazu ein, gemeinsam ungewöhnliche Wege der Wissensproduktion zu erkunden. Im Zentrum steht das Jahresthema „Räume und Ressourcen für partizipative und transdisziplinäre Forschung“: ein Aufruf zum gemeinsamen Lernen, sich zu den komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zu positionieren und andere Perspektiven für die gemeinsame Gestaltung von Handlungsräumen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie zwischen Theorie und Praxis zu entwickeln.

Partizipative und transdisziplinäre Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung: Sie schafft physische, psychische, soziale, digitale und metaphorische Räume, in denen Wissen entsteht. Dafür sind personelle, zeitliche, infrastrukturelle, finanzielle und weitere Ressourcen nötig. Die Konferenz will diese Räume sichtbar machen und gemeinsam mit den Teilnehmenden neue Möglichkeiten für zukunftsfähige Transformationen erproben. Ob im Kiez, im Reallabor, auf der Straße, in digitalen Plattformen oder in den Gedankenräumen der Beteiligten, inspiriert von Unconferencing-Ansätzen setzt die PartWiss 26 dabei auf eine innovative Mischung aus klassischen und neuen Formaten.

Die PartWiss 26 versteht sich als Ort der Begegnung, des Wissensaustauschs und der Experimentierfreude. Sie geht über klassische Vorträge hinaus und wird räumlich und inhaltlich im Rahmen eines Festivaltages als vielfältiges, interaktives Erlebnis gestaltet. Das Jahresthema Räume und Ressourcen spielt auch unmittelbar eine Rolle während der Tagung: Die Veranstaltenden planen eine Umgestaltung der Seminarräume und weisen darauf hin, dass die Beiträge auch in ungewohnten räumlichen Settings stattfinden werden. Durch Exkursionen zu lokalen Projekten und Initiativen reicht die PartWiss 26 auch in den städtischen Raum Berlins hinein. Kreative, künstlerische und interaktive Formate – wie Performances, Experimente oder Trainings – schaffen Dialogräume für gemeinsame Reflexion, Austausch und Erkenntnisgewinn.

Zielgruppe

Mit der PartWiss 26 wird eine breite Zielgruppe angesprochen: Wissenschaftler:innen aus allen Disziplinen, Praxisexpert:innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft sowie engagierte Bürger:innen.

Themen

Besonders willkommen sind Vorschläge für Beiträge aus allen wissenschaftlich-theoretischen und praktischen Perspektiven, die Bezüge zu Partizipation und Transdisziplinarität in der Forschung haben und Einblicke in konkrete Aktivitäten bieten. Die Konferenz bietet darüber hinaus ein breites Portfolio an Formaten und ermutigt ausdrücklich, diese Bandbreite zu nutzen. Die drei folgenden Themenschwerpunkte bieten zusammen mit den Formaten Anregungen dazu, wie die Fragestellungen auf unterschiedlichste Weise kommuniziert, erfahrbar gemacht und weitergedacht werden können.

  1. Labore, experimentelle Räume & Technologien – Wie forschen wir?
  2. Stadt, Land & Natur – Wo und mit wem forschen wir?
  3. Subjektivität & Strukturen – Unter welchen individuellen und institutionellen Bedingungen forschen wir?

1. Labore, experimentelle Räume & Technologien – Wie forschen wir?

Mit partizipativer und transdisziplinärer Forschung werden Labor- und Experimentierräume – physisch, digital und kreativ – als Orte der integrierten Wissensproduktion und gesellschaftlichen Transformation gestaltet. In Form „kollektiver Experimente“ (Latour 2012: 225) oder mit „ko-laborativen“ Forschungsansätzen (Niewöhner 2016) erproben Wissenschaftler:innen, Praxis- expert:innen und Bürger:innen gemeinsam neue Wege der Erkenntnisgewinnung im lebensweltlichen Kontext. Ob Reallabor, wissenschaftliches Labor, digitale Plattform, Gesundheitsladen, Werkstatt oder Atelier: Diese Räume zeichnen sich oft durch eine ergebnisoffene, prozessorientierte Forschung aus, die adaptierte Methoden, neue Formate und spezifische Kommunikationsregeln einsetzt. Sie sind Orte der Innovation, der Partizipation und der kollektiven Handlung. Erwünscht sind unter anderem Beiträge, die reflektieren, wie solche Räume gestaltet werden sollen, wie sie Widersprüche und Differenzen nutzen und welche Chancen sowie Grenzen sie für gesellschaftliche Transformation bieten.

Mögliche Fragestellungen

  • Wie werden experimentelle Räume in der Praxis gestaltet und welche methodischen und epistemischen Herausforderungen ergeben sich dabei?
  • Welche Ressourcen – Technik, Infrastruktur, Zeit, Kompetenz, Anerkennung – sind nötig, um Experimentier- und Laborräume nachhaltig zu gestalten?
  • Wie eröffnen experimentelle, künstlerisch-kreative oder digitale Formate und Tools neue Kommunikationsformen und Wege der Wissensproduktion und welche Beiträge leisten sie für die gesellschaftliche Transformation?
  • Wie können Expert:innen- und Alltagswissen in Labor- und Experimentierräumen so zusammengeführt werden, dass ihre Vielfalt und Widersprüche nicht (nur) als Hindernis, sondern als Ressource für eine kreative, zukunftsfähige Wissensproduktion dienen?

2. Stadt, Land & Natur – Wo und mit wem forschen wir?

Ein zentraler Fokus partizipativer und transdisziplinärer Forschung liegt in der zukunftsfähigen Transformation urbaner und ländlicher Räume. In der Verknüpfung lokaler Kontexte mit globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, Biodiversitätsverlust oder Energie- und Mobilitätswende entstehen neue Handlungserfordernisse. Mit integrativen Ansätzen können Nutzungskonflikte verhandelt, unterschiedliche Wissensformen verknüpft und resiliente, nachhaltige Raumsysteme sowie Infrastrukturen der Gemeinschaft gestaltet werden. Beiträge können reflektieren, wie soziale und materielle Infrastrukturen wechselseitig wirken, welche Rolle Gemeingüter, Stoffkreisläufe oder Gemeinschaftsmodelle bei der Raumentwicklung spielen und wie ökologische Visionen mit ökonomischen Herausforderungen verhandelt werden. Auch die Rolle lokaler Gemeinschaften, Kommunen und kommunale Verwaltungen, aber auch nicht-menschlicher Akteur:innen und anderer kreativer Koexistenzen in Planung und Bau ist relevant. Die Frage nach Skalierbarkeit und Transfer lokaler Lösungen bleibt zentral.

Mögliche Fragestellungen

  • Welche barriere- und diskriminierungsarmen Infrastrukturen benötigen lokale Gemeinschaften urbaner und ländlicher Räume – und wie können partizipative und transdisziplinäre Forschungsansätze dazu beitragen, diese sozialen Räume gemeinsam zu gestalten? 
  • Wie können Forschungsräume die Verbindung zwischen Stadt und Land stärken – in Bezug auf Stoffkreisläufe, Gemeingüter oder gemeinsame Zukunftsvisionen?
  • Welche Rolle spielen lokale Gemeinschaften, nicht-menschliche Akteur:innen oder kreative Koexistenzen für ein zukunftsfähiges Mensch-Natur-Verhältnis in der Stadtplanung, Raumgestaltung und beim Bauen? 
  • Wie verhandeln Forschungsprojekte Flächen- und Ressourcenkonflikte zwischen ökologischen Visionen und ökonomischen Herausforderungen?
  • Wie tragen Forschungsprojekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge bei?
  • Welche Rolle spielen kommunale Verwaltungen und wie werden sie mitgedacht und eingebunden, auch um kommunale gute Praxis skalieren zu können?
  • Welche Grenzen und Potenziale haben lokale, partizipativ erzeugte Lösungen im Hinblick auf Skalierbarkeit und Transfer?

3. Subjektivität & Strukturen – Unter welchen individuellen und institutionellen Bedingungen forschen wir?

Partizipative und transdisziplinäre Forschung ist eine individuelle wie kollektive Praxis, die Identitäten, Werte, Normen, Kommunikationsstile und die Wahrnehmung von Selbst und Anderen berührt. In ihr treffen unterschiedliche Positionalitäten, Lebenserfahrungen und institutionelle Rahmenbedingungen aufeinander. Es sind Beiträge erwünscht, die die Spannung zwischen individueller Positionalität und institutionellen Rahmenbedingungen im Prozess der Gestaltung und Reflexion von Forschungsräumen in den Blick nehmen. In ihnen sollte untersucht werden, wie solche Räume – physisch, konzeptionell oder digital – individuelle oder gemeinschaftliche Selbstwirksamkeit fördern oder einschränken, wie sie die Integration von Erfahrung und Wissen unterstützen oder behindern und wie sie gesellschaftliche Werte und Normen reproduzieren oder hinterfragen.

Mögliche Fragestellungen

  • Wie können Forschungsräume komplexe gesellschaftliche Probleme erfahrbar machen?
  • Wie beeinflussen die institutionellen, konzeptionellen und räumlichen Strukturen die Selbstwirksamkeit und Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten? 
  • Wie spiegeln partizipative und/oder transdisziplinäre Forschungsdesigns gesellschaftliche Normen wider, beispielsweise durch Abhängigkeiten und Grenzen?
  • Wie wird in Forschungsräumen mit Themen wie Diskriminierung und Benachteiligung umgegangen?
  • Wie können individuelle Ressourcen – wie Empathie, Kreativität oder Lebenserfahrung – institutionelle Defizite kompensieren, deren Fehlen ausgleichen oder normative Grenzen überwinden?

Technische Universität Berlin (TU B), Technische Universität Chemnitz (TU C), Center for Responsible Research and Innovation (CfRRI), Fraunhofer IAO (F IAO), Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)

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