Fachveranstaltung „Inklusive Bildung gestalten: Professionen im Dialog“
16.11.2026
Online
Die Gestaltung inklusiver Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozesse für Menschen mit Behinderungen erfordert spezifische Kompetenzen und eine fachübergreifende Zusammenarbeit. Bildungssystem und außerschulische Partner stehen in der Verantwortung, ihre Konzepte und Strukturen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Angesichts zunehmender Erkrankungen sowie steigender Zahlen schulabsenter Kinder und Jugendlicher werden deutliche Handlungsbedarfe sichtbar. Ein koordiniertes fachliches Vorgehen und ein intensiver interdisziplinärer Austausch sind erforderlich, um den Anspruch auf Bildung und Teilhabe im Sinne des vom Bundesverfassungsgericht formulierten Rechts auf Mindeststandards schulischer Bildung sicherzustellen.
Zielgruppen dieser Veranstaltung sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter aus der Sozial- und Schulpädagogik, Hochschulen und Berufsbildungswerken, Verwaltung, Selbsthilfe und Sozialverbänden, Entscheiderinnen und Entscheider über Finanzen (Schule und Jugendhilfe) sowie alle weiteren Interessierten.
Uhrzeit: 9:30 bis 15:00 Uhr
Programm der Fachveranstaltung als PDF
Hier geht es direkt zum Anmeldeformular.
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR), Verband Sonderpädagogik e. V. (vds)
Tagungsmoderation: Dr. Angela Ehlers, vds und Manfred Weiser, DVfR
09:30 Uhr Begrüßung
Dr. Angela Ehlers und Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, DVfR
09:45 Uhr Impulsvortrag: Professionalisierung in Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozessen – Chancen, Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen
Referentin: Prof. Dr. Sophia Falkenstörfer, Universität zu Köln
Moderation: Manfred Weiser
10:30 Uhr Podiumsgespräch mit Betroffenen: Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozesse gestalten
Erfahrungen mit Bildungs- und Unterstützungsstrukturen
Moderation: Dr. Angela Ehlers und Manfred Weiser
- Hannah Fourberg, Post-Covid-Betroffene
- Thilo Krahnke, Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung, PH Heidelberg
- Anita Manz, Mutter eines Kindes mit Lernbehinderung
- Angelika Sarrazin, Doktorandin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
11:15 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr Foren 1 bis 4 (siehe Reiter „Workshops“)
interaktive Arbeitsphase | parallele Gruppenarbeit
12:45 Uhr Mittagspause
13:15 Uhr Rückmeldungen und Impulse aus den Foren
Kurzberichte der Forumsmoderierenden
Moderation: Dr. Angela Ehlers und Manfred Weiser
13:45 Uhr Expertendialog: Bildungs- und sozialpolitische Herausforderungen
Moderation: Dr. Angela Ehlers und Manfred Weiser
Gesprächsteilnehmende:
- Dr. Dirk Bange, Behörde für Schule, Familien und Berufsbildung Hamburg
- Dr. med. Christian Fricke, Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung (VIFF)
- Christiane Stöppler, Berufs- und Fachverband Hören und Kommunikation (BDH)
- Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel
- Mechthild Ziegler, LERNEN FÖRDERN – Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen
14:45 Uhr Abschluss und Ausblick
Dr. Angela Ehlers und Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann
15:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Foren (interaktive Arbeitsphase | parallele Gruppenarbeit)
Forum 1 Schulentwicklung
Moderation: Prof. Dr. Sven Basendowski, Universität Rostock
Inklusive Bildung wird im schulischen Alltag gestaltet. Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozesse gelingen insbesondere dann, wenn Schulentwicklungsprozesse tragfähig angelegt sind und Unterricht, Organisation und professionelle Zusammenarbeit systematisch weiterentwickelt werden. Schulen stehen dabei vor der Aufgabe, heterogene Lernvoraussetzungen zu berücksichtigen, multiprofessionelle Teams einzubinden und eine inklusive Schulkultur zu stärken. Im Forum werden Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt und diskutiert. Die Teilnehmenden reflektieren, welche strukturellen, pädagogischen und kulturellen Faktoren Schulen dabei unterstützen können, inklusive Bildung nachhaltig zu gestalten.
Impulsvorträge (jeweils 5 bis 8 Minuten):
- Lilith Fendt, Selbstvertretungsgruppe „Junge Menschen mit Behinderungen“ (jumemb)
- Dr. Susanne Römer, Universität Leipzig
- Uwe Runkel, Friedenauer Gemeinschaftsschule
Forum 2 Kooperation Pädagogik, Medizin, Sozialdienste, Pflege
Moderation: Dr. med. Christian Fricke, VIFF
Die Gestaltung von Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozessen bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Professionen aus Pädagogik, Medizin, Sozialdiensten und Pflege.
Im Mittelpunkt des Forums steht die Reflexion interprofessioneller Kooperation an den Schnittstellen von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Diskutiert werden sowohl gelingende Praxisbeispiele als auch Herausforderungen in der Zusammenarbeit. Ziel ist es, zentrale Gelingensbedingungen für Kooperation zu identifizieren und Impulse für ihre Weiterentwicklung zu formulieren. Dabei werden insbesondere Fragen der Koordination und Verantwortungsübernahme sowie der Gestaltung von Übergängen in Bildungsbiografien in den Blick genommen. Ebenso wird diskutiert, wie durch abgestimmte Unterstützungsstrukturen individuelle Entwicklungsprozesse, persönliche Neuorientierung und Selbstwirksamkeit gefördert sowie Impulse zur Resilienzbildung gesetzt werden können.
Impulsvorträge (jeweils 5 bis 8 Minuten):
- Dr. Dirk Bange, Behörde für Schule, Familien und Berufsbildung Hamburg
- PD Dr. Manuel Föcker, LWL-Kinder- und Jugendpsychiatrie, Campus Gütersloh
- Dr. med. Ulrike Horacek, Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin
- Stephan Prändl, Sonderpädagoge, Wangen im Allgäu
- Miriam Warmuth, Universität Leipzig
Forum 3 Konzepte von Krankheit und Behinderung
Moderation: Dr. Angela Ehlers, vds
Vorstellungen von Krankheit und Behinderung prägen Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozesse ebenso wie gesellschaftliche Erwartungen und institutionelle Strukturen. Unterschiedliche medizinische, pädagogische, soziale und kulturelle Perspektiven beeinflussen, wie Unterstützungsbedarfe wahrgenommen und wie Teilhabe gestaltet wird. Das Forum eröffnet einen interdisziplinären Diskussionsraum, um unterschiedliche Konzepte von Krankheit und Behinderung kritisch zu reflektieren. Wissenschaftliche Perspektiven, Erfahrungen aus der Praxis und Sichtweisen von Betroffenen werden miteinander in Austausch gebracht.
Impulsvorträge (jeweils 5 bis 8 Minuten):
- Fabian Diekmann, autismus Deutschland – Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus
- Univ.-Prof. (i. R.) Hon.-Prof. Dr. Reinhard Markowetz, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Mona Meister, Hamburger Institut für Pädagogik
Forum 4 Umsetzung Mindeststandards und Recht auf Bildung
Moderation: Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel
Das Recht auf Bildung und Teilhabe bildet die Grundlage für die Gestaltung von Bildungs-, Beziehungs- und Erziehungsprozessen in inklusiven Bildungssystemen. Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts sowie internationale Verpflichtungen – etwa aus der UN-Behindertenrechtskonvention – unterstreichen die Bedeutung verbindlicher Mindeststandards schulischer Bildung. Im Forum wird diskutiert, welche rechtlichen, politischen und strukturellen Rahmenbedingungen notwendig sind, um diese Mindeststandards verlässlich umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Zuständigkeiten, der Finanzierung, der Qualitätssicherung sowie der Verantwortung auf unterschiedlichen Systemebenen.
Impulsvorträge (jeweils 5 bis 8 Minuten):
- Dr. med. Karsten Rudolf, Diakonie-Klinik Mosbach
- Christiane Stöppler, BDH
- Prof. Dr. Oliver Tolmein, Rechtsanwalt und Medizinrechtler
online (Zoom-Videokonferenz)
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenpflichtig:
- 30 € für Einzelmitglieder der DVfR (Gruppe D)
- 30 € für korporative Mitglieder der DVfR sowie Nicht-Mitglieder bei Anmeldung bis einschließlich 16. Oktober 2026 (Frühbuchung),
ab dem 17. Oktober 2026 40 €
Sie können von uns eine Teilnahmebescheinigung erhalten (siehe Abfrage im Anmeldeformular) und die Veranstaltung ggf. bei der für Sie zuständigen Stelle als Fortbildung anerkennen lassen. Ihre Daten werden ausschließlich in diesem Zusammenhang genutzt.
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel: 06221 / 187 901-0
E-Mail: info@dvfr.de
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