Woche der Demenz: eine Krankheit, die uns als Gesellschaft fordert
„Demenz – (k)eine Frage des Alters“ steht als Motto über dem Welt-Alzheimertag am 21. September 2026 und der sich daran anschließenden Woche der Demenz bis zum 27. September 2026. Damit soll deutlich werden, dass Demenzerkrankungen nicht nur bei Menschen ab 65 Jahren auftreten und An- und Zugehörige in allen Altersstufen mitbetreffen. Die Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihres Umfelds als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, kennzeichnet auch die Nationale Demenzstrategie, deren Umsetzung zum Ende dieses Jahres bilanziert werden soll.
Schätzungen zufolge leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Bei den meisten von ihnen ist die Alzheimer-Krankheit ursächlich. Da die Bevölkerung altert, ist künftig mit einem Anstieg der Demenzerkrankungen zu rechnen: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) geht von 2,3 bis 2,7 Millionen Betroffenen im Jahr 2050 aus.
Obwohl es nicht möglich ist, eine Demenz zu heilen, könne den Erkrankten und ihren Familien durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung und fachkundige Pflege geholfen werden, schreibt die DAlzG auf ihrer Website. Der Krankheitsverlauf bei Menschen mit Demenz sei ebenso vielfältig wie ihre Lebensrealitäten; eine Demenzerkrankung führe nicht zwangsläufig zu einem Verlust der Lebensfreude oder der gesellschaftlichen Teilhabe.
Der seit 1994 jährlich stattfindende Welt-Alzheimertag will mit Informationsveranstaltungen und Beratungsangeboten dazu einladen, Demenz nicht als Phänomen zu betrachten, das in ferner Zukunft andere betrifft, sondern als eine gegenwärtige und gemeinschaftlich zu bewältigende Aufgabe unserer Gesellschaft. Ein gesunder Lebensstil, soziale Teilhabe, geistige Aktivität und gute medizinische Vorsorge könnten das Risiko einer Demenzerkrankung deutlich reduzieren. Prävention stärke nicht nur die eigene Gesundheit, sondern schaffe auch Bewusstsein für das Thema.
DVfR wirkt an Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie bis Ende 2026 mit
Die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Deutschland in allen Lebensbereichen nachhaltig zu verbessern, ist erklärtes Ziel der im Jahr 2020 gestarteten Nationalen Demenzstrategie (NDS). Dafür wurden unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Gesundheit 27 Ziele und über 160 Maßnahmen formuliert. Diese sind den vier Handlungsfeldern „Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen“, „Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen“, „Medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz weiterentwickeln“ und „Exzellente Forschung zu Demenz fördern“ zugeordnet.
Die vereinbarten Maßnahmen werden von einem über 90 Mitglieder umfassenden Netzwerk aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Forschung, Leistungserbringer und Verbände im Bereich der Versorgung, Sozialversicherungen und Bundesbehörden bis Ende des Jahres 2026 umgesetzt.
Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) ist von Beginn Mitglied im Netzwerk der NDS und bringt ihre Expertise insbesondere in das Handlungsfeld „Medizin und Pflege“ ein. Dabei unterstützt sie u. a. die Entwicklung eines Versorgungspfades für Menschen mit Demenz (Maßnahme 3.5.3 der NDS). Zudem erarbeitet die DVfR in Zusammenarbeit mit der DAlzG ein umfassendes Positionspapier zur Teilhabesicherung bei Demenz unter besonderer Berücksichtigung der medizinischen Rehabilitation, mit dem einerseits die Bedarfslagen der Menschen mit Demenz und die vorhandenen Angebote der Rehabilitation, aber auch andere Leistungen mit einer rehabilitativen Zielsetzung beschrieben und andererseits im Hinblick auf ihren Beitrag zur Teilhabesicherung bewertet werden sollen.
Prävention und Rehabilitation können die Lebensqualität und Teilhabe von Menschen mit Demenz deutlich verbessern, indem sie vorhandene Ressourcen stärken und Verschlechterungen verhindern oder zumindest verzögern.
Weitere Informationen und Veranstaltungen zum Welt-Alzheimertag / zur Woche der Demenz
Weitere Informationen zur Nationalen Demenzstrategie
(Quellen: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz, Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie am Deutschen Zentrum für Altersfragen)