Trotz Anstieg der Beschäftigung: Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen bleibt hoch
Die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitsplätzen hat sich in den vergangenen Jahren bis einschließlich 2024 insgesamt positiv entwickelt. Das berichtet die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Juli 2026. Mit Ausnahme eines pandemiebedingten Rückgangs sei die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich gestiegen. Dennoch: Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen lag im 2025 bei zwölf Prozent und damit nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt aller Arbeitslosen mit 6,3 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen ist das dritte Jahr in Folge gestiegen. 2025 waren 185.000 schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen arbeitslos, 5,4 Prozent beziehungsweise 9.000 mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Bericht „Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025“ der BA hervor.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es trotz spürbarer Fortschritte weiterhin Nachholbedarf bei der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsmarkt gibt. Ihre Beschäftigungschancen liegen nach wie vor unter dem Durchschnitt“, konstatierte Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit. „Gleichzeitig ist hier ein erhebliches und bislang nicht vollständig ausgeschöpftes Fachkräftepotenzial vorhanden. Obwohl schwerbehinderte Arbeitslose im Schnitt besser qualifiziert sind, haben sie geringere Chancen auf eine neue Beschäftigung. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt schwerbehinderte Menschen und Unternehmen mit konkreten Angeboten, um die Teilhabe am Arbeitsleben weiter zu verbessern und Beschäftigungschancen nachhaltig zu stärken.“
Mehr Betriebe erfüllen ihre Beschäftigungspflicht
2024 waren 1,14 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitsplätzen beschäftigt. Das entspreche einem Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liege über dem allgemeinen Beschäftigungswachstum von 0,4 Prozent, so die BA. Menschen mit Schwerbehinderung sind insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, in der öffentlichen Verwaltung, im Handel und im Gesundheitswesen sowie Pflege- und Sozialbereich tätig.
39 Prozent der rund 181.000 im Jahr 2024 anzeigepflichtigen Arbeitgebenden erfüllten ihre gesetzliche Beschäftigungspflicht vollständig – mehr als die Hälfte von ihnen über das vorgeschriebene Soll hinaus. Weitere 36 Prozent (rund 65.000 Betriebe) erfüllten ihre Vorgaben teilweise, während etwa ein Viertel (ca. 45.000) keine Pflichtarbeitsplätze besetzte. Die Zahl der Betriebe, die keinen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, ist zuletzt gesunken. Die Öffentliche Verwaltung weist dabei die höchste Erfüllungsquote auf. Auch das Verarbeitende Gewerbe kam seiner Beschäftigungspflicht überwiegend nach; rund 82 Prozent erfüllten diese ganz oder teilweise. Auch im Gesundheits- und Pflegesektor ist die Quote überdurchschnittlich.
Trotz des Anstiegs der Beschäftigung liegt die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Schwerbehinderung mit 50,9 Prozent dennoch deutlich unter der Bevölkerung insgesamt (77,2 Prozent). 52 Prozent der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss – im Vergleich zu 45 Prozent unter allen Arbeitslosen.
Die Arbeitslosenquote ist der prozentuale Anteil der registrierten Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen. Sie misst, wie viele Menschen ohne Arbeit sind im Vergleich zu allen Menschen, die arbeiten können und wollen.
Weitere Informationen im Bericht „Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025“
(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt)