23.07.2025

SoVD-Jugend fordert Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems

Unter dem Titel „Eine Schule für alle“ hat die Jugendorganisation des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) bei ihrem Bundesjugendtreffen eine Resolution verabschiedet. Darin fordert sie eine grundlegende Reform des Schulsystems, damit alle Kinder und Jugendlichen – ob mit oder ohne Behinderungen – gemeinsam lernen können.

„Eine Schule für Alle sollte eine Schule sein, in der alle Schüler*innen sich zurechtfinden können und gemäß einem eigenen Tempo, inhaltlicher Fokussierung und individuellen Stärken sich selbst verwirklichen können“, lautet der erste Satz der auf der Website des SoVD veröffentlichten Resolution. Um dies zu erreichen, schlägt die Jugend im SoVD u. a. inklusive Lerngruppen von höchstens 14 Schülerinnen und Schülern vor. Individualitäten sollten anerkannt werden, und Kinder und Jugendliche sollten sich im Rahmen dieser Individualitäten entfalten und entwickeln können. Eine gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen sollte, wo immer sinnvoll und angebracht, das Ziel sein, heißt es weiter.

Inklusive Bildung „kein Wunschdenken, sondern ein Menschenrecht“

Die SoVD-Jugend beurteilt es kritisch, dass inklusive Schulen sich zuletzt eher zurück- als fortentwickelt hätten. Viele Kinder mit Behinderungen gingen ohne Abschluss von den Förderschulen ab, was ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben sehr schmälere. Die auf dem Bundesjugendtreffen formulierte Resolution plädiert daher auch für barrierefreie Schulen, ausreichendes Fachpersonal und eine bessere Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, um den benötigten Rahmen für ein inklusives Schulsystem zu schaffen.

Sebastian Freese, Bundesvorsitzender der SoVD-Jugend, betont in der Pressemitteilung des SovD: „Inklusive Bildung ist kein Wunschdenken, sondern ein Menschenrecht. Noch zu viele junge Menschen werden ausgeschlossen oder nicht ausreichend unterstützt. Das muss sich ändern.“ Dass noch immer viele Kinder mit Behinderungen getrennt in Förderschulen unterrichtet werden, widerspreche dem Recht auf Chancengleichheit und der UN-Behindertenrechtskonvention, ergänzt Sandra Fehlberg, Vorständin des SoVD.

Soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Behinderungen und Barrierefreiheit sind nach eigenen Angaben die Leitthemen der Jugend im SoVD. Sie zählt aktuell knapp 20.000 Mitglieder. Bis zur Vollendung ihres 27. Lebensjahres gehören alle SoVD-Mitglieder automatisch der Jugendorganisation an. Auch Ältere können sich dort engagieren.

Weitere Informationen

Zur Resolution „Eine Schule für alle“ in Alltagssprache und in Leichter Sprache

(Quelle: Sozialverband Deutschland)