28.04.2026

Gesundheitliche Versorgung und Lebensqualität – Ergebnisse einer Befragung der Aktion Mensch

Aktuell wird in Deutschland die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems diskutiert. Bestandteil des Diskurses sind Vorschläge für Leistungseinschränkungen oder -streichungen, sowie die Erhöhung von Krankenkassenbeiträgen oder Zuzahlungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Vor diesem Hintergrund hat die Aktion Mensch gemeinsam mit Ipsos Public Affairs erneut eine bundesweite Online-Befragung zu Gesundheitsthemen durchgeführt.

Zwischen dem 10. und 12. Februar 2026 wurden insgesamt 1.010 Personen ab 16 Jahren befragt. 510 der Teilnehmenden sind Mitglieder der TeilhabeCommunity, einem Panel aus Menschen mit Beeinträchtigung. Weitere 500 Befragte stammen aus der repräsentativ gewichteten Gesamtbevölkerung. Die Studie wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Sie zeigt daher nicht nur die aktuelle Lage auf, sondern ermöglicht auch einen Vorjahresvergleich. Die Erhebung gibt Aufschluss darüber, wie sich strukturelle Entwicklungen, Versorgungsbedingungen und gesellschaftliche Debatten auf die Lebensrealität von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auswirken – und wo weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht, um eine gleichwertige Teilhabe an Gesundheit für alle zu sichern.

Menschen mit Behinderungen fühlen sich deutlich weniger gesund

Die Befragung zeige, so die Organisation, dass sich Menschen mit Beeinträchtigung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich weniger gesund fühlten: Während sich in der Gesamtbevölkerung 67 Prozent als gesund beschrieben, taten dies lediglich 44 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigung. Unverändert zum Vorjahr gaben 70 Prozent von ihnen außerdem an, dass ihre gesundheitlichen Probleme dazu führten, dass sie ihr Leben als „schlechter“ empfinden. Zugenommen habe der Anteil der Menschen mit Beeinträchtigung, die sich in ihren gesundheitlichen Anliegen von Freunden und Familie nicht ernst genommen fühlen. Hier sei der Wert von 39 Prozent im Jahr 2025 auf 44 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig zeige die Befragung, so die Aktion Mensch, dass Menschen mit Beeinträchtigung besonders aktiv daran arbeiteten, ihre Gesundheit zu fördern: „Sie nehmen häufiger Vorsorgeuntersuchungen wahr, nutzen mehr digitale Gesundheitsangebote und investieren überdurchschnittlich viel Zeit und Geld in eigene Gesundheitsmaßnahmen. Doch physische Barrieren, fehlende barrierefreie Sport- und Bewegungsangebote, unklare Informationen und mangelnde Unterstützung verhindern, dass sie ihre Gesundheitsziele uneingeschränkt verfolgen können“, bilanzierte der Verein. Menschen mit Beeinträchtigung sind oft früher und deutlicher von Maßnahmen betroffen, die zu Leistungseinschränkungen, längeren Wegen oder höheren Kosten führen. Um eine inklusive und diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung sicherzustellen, brauche es gezielte Reformen: verbindliche Standards für Barrierefreiheit, angemessene Vorkehrungen, eine bedarfsgerechte Kommunikation sowie eine verpflichtende Schulung von Fachpersonal im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung. „Nur wenn physische, kommunikative, finanzielle und digitale Barrieren abgebaut werden, kann ein gleichwertiger Zugang zu Gesundheitsleistungen erreicht werden – für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.“

Zur Studie „Gesundheit für alle“ der Aktion Mensch auf der Website Ipsos Public Affairs

(Quelle: Aktion Mensch, Ipsos Public Affairs)