24.04.2026

Empfehlungen und Forderungen für ein inklusives Katastrophenmanagement

Katastrophen und Extremereignisse häufen sich auch in Deutschland – sei es durch Starkregen, Hochwasser, Hitzeperioden oder andere Krisenlagen. Ein Forderungs- und Empfehlungspapier des Arbeitskreises für inklusiven Umgang mit Extrem- und Notsituationen (AkiEN) des Rhein-Neckar-Kreises greift insbesondere den Schutz von Menschen mit besonderen Bedarfen in solchen Extremsituationen auf und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen an Kommunen, Länder sowie auf Bundesebene.

Im Jahr 2023 wurde im Rhein‑Neckar‑Kreis ein Pilotprojekt geschaffen, das untersucht, wie ein inklusives Katastrophenmanagement auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann. Das daraus entstandene Papier richtet übergreifende Forderungen und Empfehlungen nicht nur an Kommunen, sondern an verschiedene Akteurinnen und Akteure aus Sicherheitspraxis, Politik, Inklusionsarbeit und Bevölkerung/Zivilgesellschaft, um Katastrophenmanagement inklusiver zu machen. Dies kann aus Sicht des AkiEN nur dann gelingen, wenn alle relevanten Akteure Verantwortung übernehmen und ihre jeweiligen Kompetenzen in eine Zusammenarbeit einbringen.

Die Forderungen wurden deshalb in spezifische Empfehlungen für die folgenden Gruppen aus dem Bereich des Katastrophenmanagements sowie für die betroffenen Menschen mit Behinderungen selbst überführt:

  • die Bundespolitik,
  • die Landespolitik,
  • die Landkreise, (Kreis-)Kommunen und Kreisfreie Städte,
  • die Feuerwehren und Hilfsorganisationen,
  • stationäre und ambulante Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Pflege,
  • Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen sowie
  • die Bevölkerung und selbstständig lebende Menschen mit Behinderungen.

Am Empfehlungs- und Forderungspapier waren Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen maßgeblich beteiligt, um ihre besonderen Bedarfe vor, während und nach Krisensituationen sichtbar zu machen. Wer eine Behinderung bzw. besondere Bedarfe hat, ist aufgefordert, persönliche Herausforderungen im Rahmen spezifischer Notlagen eigenständig zu reflektieren. Zur Konzeption eines individuellen Krisenplans kann es beispielsweise gehören, das Gewicht der Notfallpakete anzupassen, für benötigte Medikamente zu sorgen oder mit Assistenz-, Pflege- oder Dolmetschdiensten über Bedarfe in Notlagen zu sprechen.

Die entwickelten Empfehlungen richten den Blick bewusst auf umsetzbare Maßnahmen. „Sie bilden damit eine tragfähige Grundlage, um bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und notwendige Schritte im inklusiven Katastrophenmanagement klar zu benennen“, heißt es in der Publikation, die kostenfrei auf der Website der Kommunalen Behindertenbeauftragten des Rhein-Neckar-Kreises abrufbar ist.

Zur Pressemitteilung und zum Papier auf der Website der Kommunalen Behindertenbeauftragten des Rhein-Neckar-Kreises

(Quelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis – Kommunale Behindertenbeauftragte)