19.05.2026

Digitales Fachgebärdenlexikon mit mehr als 15.000 Einträgen

Die Teilhabe tauber Menschen in einer hörenden (Arbeits-)Welt zu stärken, ist das Ziel des digitalen Fachgebärdenlexikons „Sign4All“. Auf der gleichnamigen Website stehen mehr als 15.000 gebärdete und nach verschiedenen Berufsbereichen sortierte Begriffe zum Nachschlagen bereit. Außerdem kann dort sowohl nach Wörtern als auch nach Gebärden gesucht werden.

Gehörlose Menschen bilden in unserer Gesellschaft eine sprachliche Minderheit: Nach Angaben des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer sind es in Deutschland ca. 80.000. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) baut auf einer komplexen eigenständigen Struktur und Grammatik auf, die wie jede (Fremd-)Sprache erlernt werden muss.

Das digitale Fachgebärdenlexikon wurde speziell zur Unterstützung der beruflichen Eingliederung gehörloser Menschen entwickelt. Es zeigt insgesamt 15.294 Gebärden. Die meisten davon entfallen auf den Bereich „Naturwissenschaft“ (4.302 Gebärden), gefolgt von der „Luftfahrtindustrie“ (2.636) und der „Gesundheit“ (2.389). In der Rubrik „Sozialrechtliche Begriffe“ sind Gebärden zu Begriffen wie „Barrierefreiheitsstärkungsgesetz“ oder „Stufenweise Wiedereingliederung“ zu finden.

Alle Gebärden werden sowohl als Video in DGS als auch in Gebärdenschrift (Sutton SignWriting) kommuniziert. Die Verschriftlichung in Gebärdenschrift erlaube es, die im Lexikon gesammelten Gebärden nicht nur über die Texteingabe, sondern auch durch die Eingabe spezifischer Parameter wie Handform, Bewegung oder Lokation zu recherchieren, schreibt der Verlag Karin Kestner als Anbieter.

Das Fachgebärdenlexikon soll es tauben Arbeitssuchenden und Arbeitnehmenden ermöglichen, ihr Gebärdenvokabular zu erweitern und damit auch ihre Teilhabechancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Außerdem zielt das Angebot darauf ab, DGS-Dolmetschende bei ihrer Arbeit und Fortbildung zu unterstützen.

Das dem Lexikon zugrunde liegende Projekt „Digitale Unterstützung der beruflichen Eingliederung gehörloser Menschen“ wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert und von einem Projektteam aus tauben und hörenden Mitarbeitenden umgesetzt.

Zum Fachgebärdenlexikon

(Quellen: Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V., Verlag Karin Kestner GmbH)