15 Ideen für inklusive Sportevents
Wie können große Sportveranstaltungen wie die Olympischen und Paralympischen Spiele inklusiv, barrierefrei und nachhaltig konzipiert werden? Diese Leitfrage stand über einem Workshop der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ), an dem sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 17 bis 27 Jahren mit und ohne Behinderungen beteiligten.
Der Beteiligungsworkshop sollte laut Pressemitteilung des Deutschen Behindertensportverbands der jungen Generation eine Stimme geben und die Expertise der Teilnehmenden als Akteurinnen und Akteure des (Para-)Sports aufzeigen. Gemeinsam haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen 15 konkrete Ideen entwickelt, mit Hilfe derer sich sportliche Großveranstaltungen ganzheitlich inklusiv gestalten lassen. Diese Ideen verteilen sich gleichmäßig auf die vier Themenfelder Barrierefreiheit, Sichtbarkeit, Teilhabe und Nachhaltigkeit.
Im Sinne der Barrierefreiheit schlagen die Workshop-Teilnehmenden kostenfreie Public-Viewing-Stätten mit durchweg stufenlosen Zugängen und erhöhten, zentral platzierten Podesten mit freier Sicht für Rollstuhlnutzende vor. Für Menschen im autistischen Spektrum bzw. mit sensorischen Sensibilitäten werden spezielle Ruhebereiche etwa mit gedimmtem Licht und der Ausgabe von Kopfhörern, die Umgebungsgeräusche bei Bedarf ausblenden („Noise-Cancelling-Kopfhörer“), angeraten. Übertragungen im Fernsehen oder auf Stadionleinwänden sollten in Gebärdensprache gedolmetscht und alle wichtigen Informationen auch in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt werden.
Gleichwertiges Branding für Paralympics und Olympische Spiele
Im Handlungsfeld „Sichtbarkeit und Kommunikation“ plädieren die Workshop-Teilnehmenden dafür, die Paralympischen und die Olympischen Spiele durch ein gemeinsames, gleichwertiges Marketingkonzept und -budget ebenbürtig zu behandeln. Medien sollten Menschen mit Behinderungen nicht auf ein individuelles Schicksal reduzieren, sondern konsequent über die sportlichen Leistungen und die Persönlichkeiten der Athletinnen und Athleten berichten.
Um junge Menschen nicht nur als Sportler/innen oder Zuschauer/innen an den Spielen teilhaben zu lassen, wird ein Jugend- und Inklusionsbeirat mit Mitspracherecht bei Entscheidungen rund um Infrastruktur und Rahmenprogramm vorgeschlagen. Junge ehrenamtlich Engagierte aus den örtlichen Sportvereinen könnten für ihren Einsatz durch stark vergünstigte Tickets oder Freikarten belohnt werden.
Beim Beteiligungsworkshop wurde auch gemeinsam darüber nachgedacht, wie die (Para-)Olympischen Spiele über den Wettkampfzeitraum hinaus positiv auf den Breitensport und die Gesellschaft einwirken könnten: Unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ wird u. a. die Einrichtung eines Förderfonds etwa zur Anschaffung inklusiver Sportmaterialien in Vereinen oder zum barrierefreien Umbau von Vereinsheimen und der Ausbau der bereits bestehenden Plattform www.parasport.de angeregt.
Zum vollständigen Ideenkatalog der DBSJ
(Quelle: Deutscher Behindertensportverband)