„Es gibt nichts Integrativeres als Arbeit!“

Wie strukturieren wir Angebote zur beruflichen Teilhabe für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung? Welche Konzepte braucht es für Werkstatt und Wirtschaft?

21.-22.10.2024
Hybrid (Frankfurt/Main)

Seit Jahren sind psychische Erkrankungen eine der Hauptursache für ein gesundheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Wer einmal wegen einer psychischen Erkrankung ausgefallen ist, hat es schwer wieder in den beruflichen Alltag zurückzukehren. Dabei bedeutet eine geregelte, passgenaue Arbeit häufig die beste Therapie. Sie ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor, strukturiert den Tag und verschafft Anerkennung.

Doch von den Menschen mit einer psychischen Erkrankung sind nur 43% in irgendeiner Form erwerbstätig. Die bestehenden Angebote zur beruflichen Teilhabe erreichen über die Hälfte der Betroffenen nicht. Noch schwieriger gestaltet sich für diesen Personenkreis eine Rückkehr oder der Wechsel in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Dabei will der überwiegende Teil der Betroffenen eine aktive Teilhabe am Arbeitsleben – zu den für sie passenden Bedingungen. Und auch die Wirtschaft müsste ein Interesse haben, diese zum Teil sehr gut qualifizierten Menschen wieder in Arbeit zu integrieren.

Doch was genau sind die passenden Bedingungen und welche Barrieren beim Zugang zu Arbeit müssen in den Blick genommen werden?

WfbM haben Wege und Angebote entwickelt, um passende Rahmenbedingungen für die individuell ganz unterschiedlichen Bedürfnisse und Ängste dieses Personenkreises zu gestalten. Diese sind aber gleichzeitig wenig durchlässig und gelten für Betroffene häufig als stigmatisierend und unattraktiv. So nehmen viele Betroffene nicht einmal das Angebot einer Werkstatt als ersten Schritt in die Teilhabe am Arbeitsleben an.

Aber auch der allgemeine Arbeitsmarkt tut sich schwer, Betroffene nachhaltig zu (re)integrieren – bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. Die Frage, was es braucht, um die Barrieren für psychisch Erkrankte abzubauen und stellt sich hier noch einmal ganz anders.

Die Tagung will die Frage beantworten, was „Gute Arbeit“ für Menschen mit psychischer Erkrankung bedeutet und was es für sie braucht, um in der Arbeitswelt (wieder) Fuß zu fassen? Welche Strategien sind gefragt, um diskriminierende und stigmatisierende Erfahrungen am Arbeitsplatz sowie die Ängste vor der Arbeitswelt zu reduzieren? Welche Faktoren fördern oder hemmen eine nachhaltige Rückkehr zur Arbeit und welche Strategien lassen sich daraus sowohl für Werkstatt als auch für Wirtschaft ableiten?

Auf der Veranstaltung sollen die Barrieren in WfbM und Wirtschaft, die Menschen mit psychischen Erkrankungen behindern, analysiert und Wege zu deren Überwindung diskutiert werden. Denn eine Wahlfreiheit muss auch für Menschen mit einer psychischen Erkrankung gelten.

53° NORD Agentur und Verlag (53° NORD)

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Veranstaltungen:  Katrin Euler & Martin Lenkewitz

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