14.11.2025

Welt-Alzheimer-Bericht 2025 betont die Bedeutung der Rehabilitation

Die internationale Organisation Alzheimer's Disease International (ADI) hat in ihrem Welt-Alzheimer-Bericht 2025 den Schwerpunkt auf die Demenzrehabilitation gelegt. Aus verschiedenen Perspektiven beschreiben Fachbeiträge und Fallstudien Konzepte und Maßnahmen in der Rehabilitation bei Demenzerkrankungen.

Verfasst wurde der Welt-Alzheimer-Bericht gemeinsam von der ADI, der Universität Exeter und der Universität Sydney. Der 144 Seiten starke Bericht vereint Expertenbeiträge und Fallstudien aus verschiedenen Ländern weltweit und zeigt, wie personenzentrierte, partizipative Rehabilitationspläne bei Personen mit einer Demenzerkrankung umgesetzt werden können. Als eine erste Kernkomponente der Demenzrehabilitation wird in dem Bericht die ganzheitliche Begutachtung mit detaillierter Berücksichtigung der kognitiven und funktionellen Fähigkeiten und Herausforderungen der betroffenen Personen untersucht, als zweiter Kernbestandteil die partizipative Auswahl der Rehabilitationsziele sowie die Erstellung und Umsetzung des Rehabilitationsplans und dann, als Drittes, die Überwachung und Bewertung der Fortschritte, die zur Überprüfung und Aktualisierung des Rehabilitationsplans im Laufe des lebenslangen Rehabilitationsprozesses führt. In Beispielen macht der Report sichtbar, wie maßgeschneiderte und zielorientierte Ansätze Menschen dabei helfen können, ihre Funktionsfähigkeit, Unabhängigkeit und Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen und -stadien zu erhalten.

Die Rehabilitation unterstützt Menschen mit Demenz darin, Fähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen – von der Zubereitung von Mahlzeiten und dem Einkaufen bis hin zu Mobilität, Sprache und Selbstversorgung. Durch Konzentration auf die individuellen Bedürfnisse sollen Betroffene länger selbstständig leben können, familiäre Bindungen gestärkt und das Gesundheits- und Sozialwesen entlastet werden, führt der Bericht aus. So hätten sich im Rahmen eines effektiven Rehabilitationsansatzes für Menschen mit Demenz SMART-Ziele (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert) bewährt. Studien hätten gezeigt, dass Menschen, die an einer individuell zugeschnittenen kognitiven Rehabilitation teilnahmen, einen weniger stark ausgeprägte Beeinträchtigungen aufwiesen als Menschen, die nur Standardversorgung erhielten. Sie blieben zudem durchschnittlich sechs Monate länger in ihrem eigenen Zuhause, bevor sie in eine Pflegeeinrichtung umzogen.

Rehabilitation sei kein Allheilmittel, das alle Demenzsymptome beseitige, heißt es im Fazit des Berichts. Was die Rehabilitation jedoch biete, seien Werkzeuge, um auf vorhandene Stärken aufzubauen und Symptome mit einem Maß an Selbstbestimmung und Würde zu bewältigen, das Menschen mit Demenz viel zu oft verwehrt bleibe.

Der Bericht erläutert auch die Hürden, die eine stärkere Verankerung der Rehabilitation in der Demenzbehandlung verhindern. So bestünden Lücken im Zugang zur Rehabilitation insbesondere für Menschen mit Demenz in ressourcenärmeren Ländern und Umgebungen. Eine Forderung lautet daher, Rehabilitation als eine Frage des Rechts und der praktischen Wirtschaftlichkeit in nationale Pläne, Schulungen für Arbeitskräfte und Leistungspakete einzubetten: 75 Prozent der WHO-Mitgliedstaaten verfügen noch immer über keinen nationalen Demenzplan.

Der Bericht sowie zusammenfassende Infografiken sind unter folgendem Link abrufbar (auf Englisch):

World Alzheimer Report 2025

(Quelle: Alzheimer's Disease International [ADI])