„Reha stärkt Resilienz“: Positionspapier der Bundesärztekammer
Herausforderungen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation in Deutschland nimmt die Bundesärztekammer in einer Positionierung in den Blick. Das Papier mit dem Titel „Reha stärkt Resilienz“ wurde Anfang Oktober 2026 veröffentlicht.
Nach einer kurzen Einführung in Ziele, Anwendungsbereich, Wirksamkeit und Finanzierung der Rehabilitationsmedizin werden in dem Positionspapier verschiedene gesellschaftliche und strukturelle Herausforderungen skizziert. Die steigende Anzahl an älteren Menschen mit komplexen funktionellen und kognitiven Einschränkungen führe zu einem größeren Rehabilitationsbedarf. Der Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ gewinne deshalb an Bedeutung.
Das präventive Potenzial der Rehabilitation werde in der öffentlichen Diskussion häufig noch zu wenig beachtet. Dabei leiste die geriatrische Reha mit einem individualisierten, patientenorientierten und multiprofessionellen Ansatz hierzu einen wichtigen Beitrag. Dass der Bedarf an geriatrischer Rehabilitation steigt, schlägt sich dem Positionspapier zufolge nicht in der Versorgungslandschaft nieder: Während die stationären Rehabilitationskapazitäten in den vergangenen fünf Jahren um rund sieben Prozent zurückgegangen seien, stagniere das ambulante Angebot auf niedrigem Niveau. Erschwert werde die Situation durch Fachkräftemangel und regionale Unterschiede in der Versorgung.
Frührehabilitation im Krankenhaus in einer „Schlüsselrolle“
Besonders gefordert sieht die Bundesärztekammer die Rehabilitationsmedizin in der frühzeitigen Versorgung von (jungen) Patientinnen und Patienten, die nach schweren Verletzungen, komplexen operativen Eingriffen oder intensivmedizinischer Behandlung erhebliche Einschränkungen erfahren. Die Frührehabilitation im Krankenhaus nehme diesbezüglich eine Schlüsselrolle ein. Obwohl sie im SGB V als Bestandteil der Krankenhausbehandlung verankert sei, stehe sie noch nicht überall dort zur Verfügung, wo sie gebraucht werde, merkt die Bundesärztekammer kritisch an. Als weitere Herausforderungen für die Rehabilitation werden der Ausbau digitaler Angebote und eine stärkere Berücksichtigung der Rehabilitation in der zivilen Verteidigung und im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz beschrieben.
Ausgehend von den skizzierten Herausforderungen rät die Bundesärztekammer dazu, die rehabilitative Versorgung stärker auf die frühzeitige Versorgung von Patientengruppen mit komplexem funktionellem Unterstützungsbedarf auszurichten. Die geriatrische sowie die mobile Rehabilitation müssten bedarfsgerecht ausgebaut und nachhaltig finanziert werden. Statt an einzelnen Diagnosen müsse sich die medizinische Reha an funktionellen Einschränkungen und Beeinträchtigungen der Teilhabe orientieren. Interprofessionelle Teams, individualisierte Therapiepfade sowie ICF-basierte Rehabilitationsplanung sollten als Versorgungsstandard ausgebaut werden.
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(Quelle: Bundesärztekammer)