Positionspapier des BV BFW zur Stärkung der beruflichen Reha
Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) hat unter dem Titel „Verantwortung übernehmen für Inklusion und Teilhabe“ ein Positionspapier veröffentlicht. Gegliedert in vier Schwerpunkte werden darin Ansätze und Forderungen an die Politik beschrieben, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zu ermöglichen.
Der Bundesverband mit seinen 28 Berufsförderungswerken (BFW) skizziert in seinem Positionspapier verschiedene Strategien zur Fachkräftesicherung und zur gelebten Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Zwar verfügen die BFW nach eigener Einschätzung bereits über ein großes Wissen von Arbeitsmarkt- und Integrations-Know-how über passgenaue Qualifizierungen bis hin zu individuellen Unterstützungsmaßnahmen etwa im Bereich Migration. Sowohl bestehende Angebote als auch neue Dienstleistungen müssten dennoch weiterentwickelt und an den individuellen Bedarfen der Menschen ausgerichtet werden. Veränderungen in der Arbeitswelt seien auch in der beruflichen Reha zu berücksichtigen.
Da dem Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 voraussichtlich acht Prozent weniger Arbeitskräfte als heute zur Verfügung stünden, sei es wichtig, „die Beschäftigungsfähigkeit von älteren Menschen, die sich noch im Erwerbsleben befinden, aber bereits längere Ausfallzeiten haben, durch berufliche Rehabilitation zu erhalten“. Der BV BFW spricht sich in diesem Zusammenhang für die Absicht der Bundesregierung aus, das betriebliche Eingliederungsmanagement auch aufgrund zunehmender psychischer Erkrankungen und insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen bekannter zu machen.
Berufliche Reha muss zur Lebenssituation der Menschen passen
Während sich Krankheitsbilder und Diagnosen verändern, nehme das Bewusstsein für psychische Gesundheit und ein ausgeglichenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit zu. Das führe u. a. dazu, dass Teilzeitangebote in der beruflichen Reha ausgebaut werden und digitale, hybride und KI-gestützte Lehr- und Lernmodelle künftig verstärkt eingesetzt werden müssten.
Um das Reha-System zugänglicher und flexibler zu gestalten, fordert der BV BFW eine engere Verzahnung von Leistungen der medizinischen und der beruflichen Rehabilitation. Das Fallmanagement sei ein wirksames Verfahren, um Verzögerungen und Brüche an den Schnittstellen zu reduzieren. Ergänzt wird das Positionspapier durch Zahlen und Fakten, die z. B. einen Anstieg der Anträge auf Rehabilitation und Teilhabeleistungen belegen.
Weitere Informationen
Das Positionspapier „Verantwortung übernehmen für Inklusion und Teilhabe“ steht als weitgehend barrierefreies PDF auf der Website des BV BFW zur Verfügung.
(Quelle: Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke)