BAR Reha-Info: (Mit-)Sprache als Schlüssel zur Teilhabe
Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) nähert sich dem Zusammenhang von Sprache, Mitsprache und Teilhabe aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen: In dem Ratgeber Reha-Info 6/2025 greift der Verband sowohl den Spracherwerb bei Kindern und die Gebärdensprache im Arbeitsalltag wie auch barrierefreie Kommunikation in der Verwaltung oder sprachliche Veränderungen in der Psychiatrie aufgegriffen. Das Heft zeigt: Letztlich geht es immer darum, Sprache und Partizipation so zu gestalten, dass Teilhabe gelingt.
„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, zitiert die BAR Wilhelm von Humboldt einleitend. „Wer verstanden wird und selbst verstehen kann, nimmt teil – am Gespräch, an der Bildung, am Arbeitsleben und an der Gesellschaft“, heißt es weiter. Ein ganzes Heft hat die BAR deshalb der (Mit-)Sprache als Schlüssel zur Teilhabe gewidmet. Auch wenn in diesem Rahmen Themen nur angerissen werden können, so vermittelt die Publikation doch einen Eindruck davon, wie vielfältig die Herausforderungen sind, um Kommunikation für alle zu einem „Schlüssel“ werden zu lassen. In Deutschland haben etwa 8 Prozent der Kinder und Jugendlichen eines Jahrgangs Sprachentwicklungsstörungen.
Aber Sprache kann auch eine Barriere sein, wenn sie zu schwer zu verstehen ist. So seien viele amtliche Informationen, Anträge oder medizinische Unterlagen kompliziert formuliert – und sind deshalb für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder Sinnesbehinderungen häufig kaum nutzbar. Deutsche Gebärdensprache ist zwar seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt, doch der Zugang bleibe oft eingeschränkt, wenn Dolmetschende fehlten und Veranstaltungen nicht barrierefrei seien.
Sprache und Mitsprache spielen aus Sicht der BAR auch in der Psychiatrie eine zentrale Rolle. Wer in einer Krise stecke, finde oft keine Worte. „Hier entscheidet die Art der Kommunikation über Vertrauen und Erfolg einer Behandlung. Studien zeigen, dass eine klare, respektvolle Sprache Heilungsprozesse fördert und Missverständnisse vermeidet.“ Partizipation sei eine gesellschaftliche Notwendigkeit, ein wichtiges Anliegen, um Spaltung und Entsolidarisierung entgegenzuwirken, schreibt Prof. Dr. Thomas Bock, (ehemaliger) Leiter der sozialpsychiatrischen Ambulanz und Professor für klinische und Sozial-Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Die Broschüre will u. a. aufzeigen, wie barrierefreie Kommunikation gelingen kann und wie Sprache und Mitsprache in Therapie und Reha wirken können. In Erfahrungsberichten, Interviews und Fachartikeln kommen Expertinnen und Experten, aber auch Betroffene zu Wort.
(Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation)