Aktion Mensch veröffentlicht „Inklusionsbarometer Arbeit 2025“
Die Aktion Mensch hat das Inklusionsbarometer Arbeit 2025 veröffentlicht und sieht die Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderungen durch die wirtschaftlichen Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit belastet. Im Oktober 2025 waren rund 185.400 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, knapp fünf Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres.
Auch über 15 Jahre nach dem Inkrafttreten des „Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ (UN-BRK) in Deutschland ist der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit einer anerkannten Behinderung noch immer mit Hürden verbunden. Die Aktion Mensch vermeldet sogar eine Verschlechterung der Arbeitsmarktlage: Die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung habe im Jahr 2024 angezogen und bei fast zwölf Prozent und damit rund doppelt so hoch gelegen wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Es gab durchschnittlich 175.236 arbeitslose Menschen mit Behinderung – fast sechs Prozent mehr als im Jahr 2023.
Das Barometer, erstellt vom Handelsblatt Research Institute in Kooperation mit der Aktion Mensch, setzt sich aus zehn Teilindikatoren zusammen, die auf den jüngsten verfügbaren Zahlen aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und der Integrationsämter bestehen:
- Beschäftigungsquote Schwerbehinderter
- Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten
- Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen arbeitslosen Schwerbehinderten
- Arbeitslosenquote der Schwerbehinderten
- Arbeitslosenquote der Schwerbehinderten
- Dauer der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter in % der allgemeinen Dauer
- Erwerbsquote der Schwerbehinderten
- Anträge auf Kündigung Schwerbehinderter
- Anteil der Arbeitgeber, die mindestens einen Teil der Pflichtarbeitsplätze besetzen
- Anteil der Arbeitgeber, die alle Pflichtarbeitsplätze besetzen
Der Gesamtwert aus diesen zehn Indikatoren zur Bestimmung des Inklusionsniveaus beträgt aktuell 107,6, während er im Vorjahr bei 108,3 lag. Regional ergeben sich deutliche Unterschiede: In Ostdeutschland liegt das Niveau bei 113,9, während Nordrhein-Westfalen nur bei einem Wert von 105,5 landet. „Die Hoffnung aus den Vorjahren, dass die strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt – Stichwort Fachkräftemangel – die konjunkturelle Schwächephase überlagern könnten, erfüllte sich nicht“, heißt es in dem Bericht.
Inklusionsbarometer Arbeit 2025 (veröffentlicht 28.11.2025)
Drei Fragen an … Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch
(Quelle: Aktion Mensch)