Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille

Dem Lebenswerk des Namensgebers entsprechend ehrt die DVfR mit dieser Medaille seit 2011 Personen, die in verschiedenen Teilbereichen der Rehabilitation und Teilhabe von behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen einschließlich der Forschung Herausragendes geleistet haben.

v.l.: Arnd Longrée, Edelinde Eusterholz, Prof. Dr. Felix Welti, Marion Rink, Verena Bentele, Dr. Harry Fuchs, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Dr. Rolf Buschmann-Steinhage, Markus Hofmann (DGB)Für sein außerordentliches Engagement für die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in Deutschland wurde Dr. Harry Fuchs am 18. Mai mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2017 geehrt. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) das Lebenswerk von Dr. Fuchs, der sich als unabhängiger Sozialrechtsexperte konsequent für Anwendung und Umsetzung des SGB IX im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt hat.

„Sein Lebenslauf ist ein beeindruckendes Zeugnis von Arbeit für die Rehabilitation behinderter Menschen im Hauptamt und im Ehrenamt, gestaltend, beratend und wissenschaftlich, mit Blick auf Gesetzgebung, Verwaltung und Selbstverwaltung, Leistungserbringung und Interessenvertretung, Forschung und Lehre“, führte Prof. Dr. Felix Welti von der Universität Kassel in seiner Laudatio während der Hauptvorstandssitzung in Berlin aus.

Seit den 60er Jahren ist Dr. Harry Fuchs in vielen Gremien für Institutionen und Personen tätig und vertritt als kritischer Geist die Interessen von Rehabilitanden. Als unabhängiger Sachverständiger wirkt Dr. Fuchs seit 1996 u.a. beratend in den Bereichen Gesundheitswesen, Rehabilitation, Pflegeversicherung, aber auch Alterssicherung und Finanzierung von Sozialleistungssystemen an der Vorbereitung von Gesetzesvorhaben mit. Maßgeblich hat er an der Entwicklung und Weiterentwicklung des Neunten Sozialgesetzbuches sowie der Pflegeversicherung mitgewirkt. In den letzten Jahren hat sich Dr. Fuchs aktiv und kritisch an der Diskussion um das Bundesteilhabegesetz beteiligt und engagiert sich nun, wo das Bundesteilhabegesetz beschlossen ist, für dessen Umsetzung. Derzeit begleitet Dr. Fuchs in Nordrhein-Westfalen ein Anwenderforschungsprogramm zur Teilhabeförderung in der Altenpflege. Ziel ist es, zusammen mit der Caritas in Köln Ende 2019 ein Handbuch zur Organisation von Teilhabe in Altenheimen vorzulegen.

Dr. Fuchs ist Mitglied der DVfR und gehört dem  Hauptvorstand seit 2004 an.  In den Gremien und bei vielen Tagungen der Vereinigung hat er sich mit Analysen und Vorschlägen für ein modernes System der Rehabilitation und Teilhabe eingebracht, stets mit Blick auf die Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Auch im Beirat des Diskussionsforums Rehabilitations- und Teilhaberecht www.reha-recht.de der DVfR arbeitet er aktiv mit.

Seinen umfassenden Sachverstand über das komplexe Sozialrecht, die Praxis des Sozialleistungssystems und die sozialpolitischen Entwicklungsbedarfe in Deutschland stellt Dr. Fuchs konsequent im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit zur Verfügung. Er gestaltet nicht nur den Austausch in fachlichen Gremien engagiert mit, sondern berät ehrenamtlich auch Selbsthilfeverbände und ratsuchende Betroffene, die sich bei Problemen des Zugangs zu Rehabilitationsleistungen an ihn wenden.

„Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation ehrt mit Harry Fuchs einen Menschen, der für den notwendigen Anteil von Verwaltung, Recht und Politik am Fortschritt der Rehabilitation steht. Sie ehrt ihn stellvertretend für viele, die sich in Verwaltung, Selbstverwaltung und Verbänden dafür einsetzen, die Rehabilitation zu verbessern. Und sie ehrt einen einzigartigen Menschen, der sich um die Rehabilitation besonders verdient gemacht hat“, schließt Prof. Dr. Welti seine Laudatio.

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Laudatio von Prof. Dr. Felix Welti

Urkunde

von links: Dr. Larissa Beck (DVfR), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (DVfR), Martin Wonik (Landessportbund NRW), Lars Wiesel-Bauer (BRSNW) und Thomas Härtel (DBSV)
von links: Dr. Larissa Beck (Geschäftsführerin der DVfR), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (Vorsitzender der DVfR), Martin Wonik (Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW), Lars Wiesel-Bauer (Geschäftsführer des BRSNW) und Thomas Härtel (Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.)

Für herausragende Leistungen bei der Rehabilitation von Menschen mit Demenz wurde das Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen (BRSNW) und des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2016 ausgezeichnet.

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR) würdigt damit das Projekt, das in einzigartiger Weise die Teilhabe von Menschen mit Demenz am Leben in der Gemeinschaft fördert und die Angehörigen unterstützt.

"Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass wir Menschen mit Demenz, die ein enormes Problem in ihrer Teilhabe haben, mit bedenken, wenn es uns um die Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen geht. Sie sollen nicht ausgegrenzt sein“, betonte der Vorsitzende der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann. Stellvertretend für alle Projektteilnehmer und Projektpartner nahmen Martin Wonik, Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW, und Lars Wiesel-Bauer, Geschäftsführer des BRSNW, die Medaille im Rahmen der DVfR-Mitgliederversammlung am 14. Oktober in Berlin entgegen. Die Laudatio hielt Thomas Härtel, Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.

„Gesundheit fördern, Teilhabe ermöglichen, Lebensqualität erhalten“

Unter dem Motto „Gesundheit fördern, Teilhabe ermöglichen, Lebensqualität erhalten“ wurden mit dem Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ an 73 Standorten in Nordrhein-Westfalen neue Sportangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen geschaffen. In jedem dieser lokalen Projekte arbeiten Sportvereine zusammen mit Partnern aus Pflege, Betreuung, Begleitung und Demenzberatung. Gemeinsam entwickeln die Netzwerkpartner nah an den Lebenswelten der Zielgruppe Sportangebote, die den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen entsprechen.

„Insgesamt hat das Projekt 1.500 Teilnehmende mit den neu etablierten Angeboten meist inklusiven Charakters erreicht. 69 Fortbildungen und Inhouse-Schulungen sowie fünf landesweite Workshops mit über 1.500 Menschen sind in diesem Bereich für dieses Thema sensibilisiert worden“, erklärte Thomas Härtel in seiner Laudatio. Härtel betonte außerdem die generationsübergreifende Thematik, die auch die Familien von Menschen mit Demenz berücksichtigt und entlastet habe.

Bessere Rahmenbedingungen schaffen

Wonik nahm den Preis dankend entgegen und sah ihn als Motivation dafür an, in dieser Richtung weiter zu machen. „Mit dem Medium Bewegung können wir eine Menge schaffen, um Menschen zu helfen, eine bessere Lebenssituation und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, und das wollen wir, so gut wie wir können, natürlich auch weiterführen“, betonte Wonik in seiner Dankesrede.

Mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille ehrt die DVfR seit 2011 Initiativen, die in herausragender Weise die individuelle und umfassende Rehabilitation behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen fördern und zu deren Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beitragen. Namensgeber der Medaille ist der 2013 verstorbene Pionier der Neurorehabilitation in Deutschland: Prof. Dr. Kurt-Alphons Jochheim.

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Urkunde

Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ

von links: Wolfgang Schrödter (Fürst Donnersmarck-Stiftung), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (DVfR), Prof. Dr. Stephan Bamborschke (P.A.N. Zentrum), Prof. Dr. Dr. Paul-Walter Schönle (MATERNUS-Klinik für Rehabilitation)
von links: Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck-Stiftung; Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann,Vorsitzender der DVfR; Prof. Dr. med. Stephan Bamborschke, Leitender Arzt des P.A.N. Zentrums für Post-Akute Neurorehabilitation und Prof. Dr. Dr. Paul-Walter Schönle, MATERNUS-Klinik für Rehabilitation.

Das Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation (P.A.N. Zentrum) der Fürst Donnersmarck-Stiftung leistet für Menschen mit multiplen Beeinträchtigungen infolge erworbener Hirnschädigung Hervorragendes im Sinne einer umfassenden, personenzentrierten und nachhaltigen Rehabilitation. Für diese besonderen Leistungen wurde das Zentrum am 1. Oktober 2015 mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) ausgezeichnet. 

Die Preisverleihung fand im Rahmen der DVfR-Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main statt. Mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille ehrt die DVfR das vorbildliche Angebot der postakuten, langfristigen, alltagsnahen, partizipations- und sozialraumorientierten Rehabilitation, die betroffenen Menschen nach dem Aufenthalt in einer Klinik weitere Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für eine selbstbestimmte Teilhabe und den Weg zurück in den Alltag eröffnet. Das P.A.N. Zentrum schließt eine Lücke im bestehenden Versorgungssystem für Menschen mit erworbenen schweren Beeinträchtigungen.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1916 durch den Fürst von Donnersmarck hat die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin sich in vielfacher Weise der Belange von Menschen mit Behinderung, insbesondere von Menschen mit schweren erworbenen Schäden von Gehirn und Nervensystem angenommen. Eine Einrichtung der Stiftung ist das bereits seit über 50 Jahren bestehende Fürst Donnersmarck-Haus. Hier wurden seit Ende der 80er Jahre zunehmend auch Bewohner mit Schädel-Hirn-Trauma rehabilitiert und in den letzten acht Jahren mit dem neu entwickelten Konzept des P.A.N. Zentrums eine wegweisende neurologische Rehabilitation aufgebaut. Das P.A.N. Zentrum ist ein ganzheitliches und partizipatives Rehabilitationsangebot, welches die individuellen Förderbedarfe der Menschen mit schweren Schädel-Hirnverletzungen zugrunde legt und die erforderlichen Unterstützung interdisziplinär und alltagsbezogen organisiert.

„Als Best-Practice-Einrichtung der Phase E der neurologischen Rehabilitation ist das P.A.N. Zentrum ein leuchtendes Beispiel dafür, wie visionäre Ideen durch tatkräftige und planvolle Aktivitäten einer Gruppe von engagierten Fachleuten im Rahmen einer Stiftung bürgerlichen Rechts und damit letztlich von bürgerschaftlichem Engagement zum Erfolg geführt werden können“, sagte der Neurologe Prof. Dr. Dr. Paul-Walter Schönle in seiner Laudatio. Er sei überzeugt davon, dass diese innovative neurologische Rehabilitation mit all ihren Facetten Schule machen und ganz im Sinne von Professor Jochheim zu weiteren Fortschritten in der Teilhabeförderung von neurologisch schwerst betroffenen Menschen führen werde. Er wünschte dem Team des P.A.N. Zentrums weiterhin viel Erfolg.

Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR, überreichte die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille mit Urkunde an Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck-Stiftung, und Prof. Dr. med. Stephan Bamborschke, Leitender Arzt des P.A.N. Zentrums. Er hoffe, dass dieses Leuchtturmprojekt viele Nachahmer findet, damit viele neurologische Patienten entsprechend versorgt werden können.

Im Namen des gesamten Teams des P.A.N. Zentrums dankte Schrödter für die hohe Auszeichnung. „Die Stiftung arbeitet seit Jahr und Tag daran, Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderung in dieser Gesellschaft nicht nur einzufordern, sondern sie auch in konkreten Einrichtungen beispielhaft umzusetzen. Dabei sind wir geleitet von dem Gedanken, dort die Mittel der Stiftung einzusetzen, wo Schwachpunkte in der Versorgung sind, wo Lücken im Kostenträgermix an den vielfältigen Schnittstellen entstehen.“

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Laudatio

Dankesrede

Urkunde

www.panzentrum.de

v.l.: Prof. Dr. Seidel, Alexander Wecker, Arne Lüsebrink, Sybille Fritz, Gerhard Kreis, Rupprecht Thorbecke, Dr. Stephan Arnold, Norbert van Kampen, Peter Brodisch, Werner Fack, Thomas Porschen, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann
(von links:) Prof. Dr. Michael Seidel, Bethel.regional; Alexander Wecker, Kommunale Unfallversicherung Bayern; Arne Lüsebrink, Epilepsiezentrum, Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf; Sybille Fritz, Integrationsfachdienst Frankfurt (Oder); Gerhard Kreis (hinten), Integrationsamt Oberbayern; Rupprecht Thorbecke, Epilepsiezentrum Bethel; Dr. med. Stephan Arnold (hinten), Neurozentrum München und der Schön-Klinik Vogtareuth; Norbert van Kampen, Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg; Peter Brodisch, Netzwerk Epilepsie und Arbeit München; Werner Fack, Diakonisches Werk Bayern; Thomas Porschen, Landesverband der Selbsthilfe NRW; Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation

Für besondere Verdienste zur Sicherung der beruflichen Teilhabe von epilepsiekranken Menschen wurde das Netzwerk Epilepsie und Arbeit (NEA) der Inneren Mission München mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation ausgezeichnet. Damit würdigt die DVfR die herausragenden Leistungen des NEA bei der fundierten fachlichen Beratung und umfassenden Unterstützung von epilepsiekranken Arbeitnehmern, ihren Arbeitgebern sowie Fachkräften rund um das Thema Epilepsie am Arbeitsplatz.

Die DVfR verlieh ihre höchste Auszeichnung, die „Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille", im Rahmen des DVfR-Kongresses am 24.10.2014 in Berlin an das Netzwerk Epilepsie und Arbeit der Inneren Mission München. Damit ehrt sie das herausragende Engagement dieses diakonischen Trägers und vieler Einzelpersonen, die an der erfolgreichen Entwicklung dieses bundesweiten Netzwerks beteiligt waren und sind.

Mit dem Aufbau des Netzwerks Epilepsie und Arbeit ist es gelungen, die erforderlichen Kompetenzen vieler Fachleute aus unterschiedlichen Institutionen, einschließlich der Selbsthilfe, mit den betrieblichen Belangen zusammenzuführen und diese multidisziplinäre Expertise für die fachlich fundierte Beratung und Unterstützung epilepsiekranker Arbeitnehmer und ihrer Arbeitgeber im gesamten Bundesgebiet verfügbar zu machen. Die regionalen Ansprechpartner des Netzwerks sind im Internet über epilepsie-arbeit.de zu finden und können im Bedarfsfall in betriebliche Beratungssettings vor Ort eingebunden werden. So konnte in den meisten Fällen die berufliche Teilhabe epilepsiekranker Menschen erhalten oder wieder hergestellt werden.

Derzeit besteht das Netzwerk aus 24 regionalen interdisziplinären Fachteams, an denen über 300 Experten beteiligt sind. Dazu zählen Neurologen, Betriebsärzte, Epilepsiezentren und Beratungsstellen, berufliche Rehabilitationseinrichtungen, Integrationsfachdienste, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Rehabilitationsträger, Integrationsämter sowie Selbsthilfeverbände.

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Michael Seidel hervor, dass der Erfolg des Beratungsnetzwerks NEA, ganz im Sinne von Prof. Kurt-Alphons Jochheim († 2013), dem Namensgeber der DVfR-Medaille und Pionier der modernen Rehabilitation in Deutschland, auf seiner interdisziplinären Ausrichtung, strukturierten Zusammenarbeit, individuellen Leistungserbringung und Mitbeteiligung der Selbsthilfe basiert. In diesem Sinne ist NEA ein vorbildliches Beispiel für erfolgreiche Rehabilitation. Prof. Seidel wünschte dem Team des Netzwerks Epilepsie und Arbeit weiterhin viel Erfolg. Er sprach die Hoffnung aus, dass es künftig – nach Abschluss der Aufbauphase im Rahmen eines vom BMAS geförderten Projekts – die erfolgreiche Arbeit mit Unterstützung anderer Förderer fortsetzen kann.

Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR, überreichte die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille mit Urkunde an Peter Brodisch, den Leiter des NEA-Teams bei der Inneren Mission München. Er wertete die engagierte Arbeit des NEA als einen zentralen Beitrag zur Inklusion epilepsiekranker Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Namen des NEA-Teams dankte Peter Brodisch für die hohe Auszeichnung. In seinen Dankesworten machte Brodisch den Teamcharakter von NEA für das Publikum erlebbar, indem er für jeden der zur Verleihung der Medaille angereisten Förderer und Experten des NEA anerkennende Worte für die geleistete Arbeit und Unterstützung fand. Weitere Netzwerkmitglieder wurden spontan unter den Kongressteilnehmern noch ausgemacht und einbezogen. Peter Brodisch präsentierte damit sehr anschaulich, dass erfolgreiche Netzwerksarbeit immer von engagierten Menschen gestaltet wird.

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Laudatio

Urkunde

www.epilepsie-arbeit.de

Jürgen Nagel (blista), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (DVfR), Renate Reymann (DBSV), Bernd Höhmann (blista), Dr. Imke Troltenier (blista) und Prof. Dr. Franz Grehn (DOG und Universitäts-Augenklinik Würzburg)
Jürgen Nagel (blista), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (DVfR), Renate Reymann (DBSV), Bernd Höhmann (blista), Dr. Imke Troltenier (blista) und Prof. Dr. Franz Grehn (DOG und Universitäts-Augenklinik Würzburg)

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) hat in diesem Jahr die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille an die Deutsche Blindenstudienanstalt e. V. (BLISTA) verliehen. Mit dieser höchsten Auszeichnung der DVfR würdigt sie die herausragenden Leistungen von BLISTA im Bereich der Bildung, Rehabilitation, Teilhabe und Inklusion für sehbehinderte und blinde Menschen aller Altersgruppen.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der DVfR durch ihren Vorsitzenden, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, überreicht. Er betonte bei der Übergabe der Medaille und der Urkunde, dass das sehr breite Leistungs- und Unterstützungsangebot von BLISTA betroffenen Menschen ermöglicht, lebenspraktische Kompetenzen zu erwerben, um ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben weitgehend ohne fremde Hilfe führen zu können. Vorbildlich sind diese Angebote auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ ausgerichtet. Die partizipativen Strukturen der vielfältigen Fachdienste, Informations- und Kommunikationsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachleute, an denen blinde und sehbehinderte Experten ganz selbstverständlich mitwirken, sind einzigartig und beispielgebend. Dr. Schmidt-Ohlemann dankte dem BLISTA-Team für das herausragende Engagement und wünschte ihnen weiterhin eine erfolgreiche Arbeit.

Von links nach rechts : Jürgen Nagel, Leiter der Rehabilitationseinrichtung der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Bernd Höhmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Imke Troltenier, blista-Vorstandsreferentin für bildungs- und sozialpolitische Aufgaben und Prof. Dr. Franz Grehn, Präsidiumsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg

Von links nach rechts : Jürgen Nagel, Leiter der Rehabilitationseinrichtung der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Bernd Höhmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Imke Troltenier, blista-Vorstandsreferentin für bildungs- und sozialpolitische Aufgaben und Prof. Dr. Franz Grehn, Präsidiumsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg

In seinem Überblick über die breite Angebotspalette von BLISTA im Rahmen der Verleihung betonte Jürgen Nagel, Leiter der Rehaeinrichtung bei BLISTA, dass die Aus- und Fortbildung von Fachkräften ein sehr wichtiges Arbeitsfeld ist. Hier erwerben Reha-Lehrer die notwendigen Kompetenzen für ihre Arbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen. Darüber hinaus entwickelt BLISTA vielfältige Informationsmaterialien und ist Träger der Deutschen Blindenbibliothek, die auch Nutzern aus dem Ausland zur Verfügung steht.

Die Laudatoren, Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), und Prof. Dr. Franz Grehn, Präsidiumsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg, stellten das inhaltliche Spektrum der Arbeit mit Blinden und Sehbehinderten anschaulich dar, auch im internationalen und gesellschaftlichen Zusammenhang.

„Rehabilitation ist der Schlüssel zur Selbständigkeit“, betonte Frau Reymann, und sie bedauerte, dass die Finanzierung dieser unverzichtbaren Rehabilitation nicht immer sichergestellt ist. Sie sprach die Hoffnung aus, dass die politische Forderung des DBSV nach Kostenübernahme durch die Krankenkassen durchgesetzt werden kann. Derzeit ist für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihre Sehfähigkeit einbüßen, keine Anschlussrehabilitation vorgesehen und dies muss sich schnell ändern.

Prof. Grehn unterstrich auch aus medizinischer Perspektive die Notwendigkeit einer Rehabilitation. Es gehe um „die Wiederherstellung von Fähigkeiten, die bisher vorwiegend durch das Sehen gesteuert wurden und jetzt durch andere Information ausgefüllt werden müssen."

Den Dank für die hohe Auszeichnung und die anerkennenden Worte überbrachte der Vorsitzende des BLISTA-Verwaltungsrats, Bernd Höhmann. Er verlieh seiner Erwartung Ausdruck, dass die Verleihung der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille zusätzliche Schubkraft bei der Überzeugungsarbeit in Öffentlichkeit und Fachkreisen für die Belange von sehbehinderten und blinden Menschen entwickeln möge. BLISTA wird die Zusammenarbeit mit der DVfR – auch als deren Mitglied – zur Umsetzung der gemeinsamen Grundanliegen intensivieren, so Herr Höhmann.

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Laudatio Reymann

Laudatio Grehn

Dankesrede Höhmann

Präsentation blista

www.blista.de 

Von links: Klaus D. Herzog (vorne), Ursula Wasel-Ziegert, Prof. Klaus Schüle, Dr. Volker Anneken, Dr. Horst Strohkendl, Ute Herzog und Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann
Von links: Klaus D. Herzog (vorne), Ursula Wasel-Ziegert, Prof. Klaus Schüle, Dr. Volker Anneken, Dr. Horst Strohkendl, Ute Herzog und Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann

Für ihre herausragenden Leistungen bei der ganzheitlichen Betreuung und umfassenden Unterstützung von rollstuhlfahrenden Kindern und Jugendlichen zur Förderung ihrer Mobilität, Aktivität, Selbstbestimmung und Inklusion wurde das Team der DRS-Rollikids von der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation am 5. Oktober 2012 in Berlin mit der Kurt-Alphons-Jochheim Medaille  ausgezeichnet.

Dr. Volker Anneken, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Lebenshilfe NRW (FiBS e.V.) und Leiter des Fachausschusses der DVfR „Bewegung, Sport und Freizeit“, betonte in seiner Laudatio, dass die DRS-Rollikids etwas Einmaliges bei der ganzheitlichen Teilhabe und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Bewegungseinschränkungen leisten. Sie haben immer das Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten im Blick. Durch ihren pädagogischen und empathischen Ansatz, vermitteln sie den Kindern, etwas Besonderes zu sein und etwas leisten zu können. Somit zeigen sie auch den Eltern, dass das eigene Kind beweglich und selbständig sein kann. Ihr Verdienst ist es, die Perspektive des Kindes und der Eltern zu verändern: von der Sicht des Nicht-Könnens in die Perspektive des Könnens.

Das Leitbild der DRS-Rollikids ist: „mobil, aktiv, selbstbestimmt“! Das heißt, mobil mit Rollstuhl, aktiv durch Spiel, Sport und Bewegung und selbstbestimmt leben. Mit diesen drei Schlagworten lassen sich die Aktionen und das Wirken des Rollstuhl-, Kinder- und Jugendsports zusammenfassen.

Neben Rollstuhlfahrkursen, Mobilitätstraining und Sportkursen für Jugendliche und junge Erwachsene und ihre Familien wird auch Beratung zum Thema Rollstuhlversorgung angeboten. Die DRS-Rollikids helfen beim Aufbau von Kinder- und Jugendsportabteilungen in Vereinen und Schulen und bilden Übungsleiter aus. Mit ihren Aktivitäten möchten die DRS-Rollikids die Menschen stärken – egal ob selbst- oder mitbetroffen. Vorbildlich ist die Entwicklung von Empowerment fördernden Netzwerken in Zusammenarbeit mit den betroffenen Familien, medizinisch-therapeutischen und pädagogischen Fachkräften.

Die Aktivitäten der DRS-Rollikids gehen auf die Initiative von Dr. Horst Strohkendl und Prof. Klaus Schüle zurück, die an der Universität zu Köln in den 80er Jahren im Rahmen der Sportausbildung Rollstuhl-Kurse eingerichtet haben. Mitbegründer der DRS-Rollikids und seitdem Koordinatoren und Übungsleiter sind Ute und Klaus Herzog. Mittlerweile gibt es ein bundesweites Netzwerk an aktiven Mitstreitern.

Im Anschluss an die Laudatio übergab Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation, den anwesenden Teammitgliedern die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille. Stellvertretend für das gesamte Team nahm Ute Herzog die Medaille entgegen. Bei der Übergabe waren neben Ute und Klaus D. Herzog, Leiter und Mitgründer der DRS-Rollikids, Prof. Klaus Schüle, Dr. Horst Strohkendl und Ursula Wasel-Ziegert als weitere Mitinitiatoren bzw. Mitstreiter der DRS-Rollikids vertreten.

Frau Herzog bedankte sich bei Prof. Schüle und Frau Wasel-Ziegert, die die DRS-Rollikids für die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille vorgeschlagen hatten und für die bewegende Laudatio bei Dr. Anneken. Anschließend äußerte sie zwei Wünsche an die DVfR, um die Arbeit der DRS-Rollikids bekannter zu machen und zu unterstützen: Zum einen betrifft dies die Anerkennung der Rollstuhl- und Mobilitätskurse als Teil der Rehabilitationsleistung, zum anderen die Verbreitung  von Fachkenntnissen – die im Buch zur Rollstuhlversorgung festegehalten wurden – an Fachleute, die mit der Rollstuhlversorgung betreut sind.

Frau Herzog betonte, dass die Rollstuhl- und Mobilitätskurse die Grundlage der Arbeit der DRS-Rollikids sind. Früher wurden die Kosten der Kurse von den Krankenkassen finanziert – heute nicht mehr oder nur noch teilweise und nach Widerspruchseinlegung. So hatten die DRS-Rollikids vor diesem Einschnitt pro Jahr ca. 17 Kurse mit jeweils 16 Teilnehmern und konnten viele Betroffene erreichen. Im Zuge der Sparmaßnahmen der Krankenkassen ist dieser Bereich massiv abgebaut worden – d.h. es können nur noch drei Kurse pro Jahr durchgeführt werden, für die die Eltern die Kosten halb oder ganz übernehmen müssen. Das ist für viele Betroffene eine finanzielle Belastung, die sie nicht leisten können. Aber es ist enorm wichtig, dass Kinder mit Rollstuhl die Handhabung und den sicheren Umgang mit dem Gerät lernen! Zudem wirken die Kurse duch ihr umfassendes Konzept, das auch die Angehörigen der schwerbehinderten Kinder und Jugendlichen mit einbezieht, ganzheitlich im Sinne der Stärkung der Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Deshalb suchen die DRS-Rollikids Wege, um diesen wichtigen Bereich der Rollstuhl- und Mobilitätskurse ALLEN betroffenen Kindern anbieten zu können. Hier bitten die DRS-Rollikids die DVfR um Hilfe und Unterstützung. Die Ausbildung im Umgang mit dem Hilfsmittel ist zwar im SGB IX verankert und steht jedem Hilfsmittelnutzer zu. Dennoch werden die Kosten für die Kurse oft nur teilweise und über langwierige Widerspruchsverfahren bewilligt. Gerade jetzt, im Zuge der Inklusion in den Schulen, ist es besonders wichtig, dass Kinder mit Rollstuhl Vorbilder haben, an denen sie sich orientieren können. Diese Vorbilder finden die Kinder in den Übungsleitern der Rollstuhlmobilitätskurse. Die Übungsleiter sind selbst erfahrene Rollstuhlfahrer und vermitteln den Kindern dadurch Stärke und Selbstvertrauen. Es ist außerdem wichtig, Fachwissen in der Rollstuhlversorgung zu verbreiten. Ute Herzog hat dazu ein Buch mit herausgegeben: „Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen". Leider macht die Rollstuhlversorgung wegen mangelndem Fachwissen oft nicht mobil, sondern beeinträchtigt in vielen Fällen die Bewegungsaktivität!

Frau Herzog bat die DVfR bei der Verbreitung von Fachwissen Unterstützung zu leisten. Herr Herzog betonte, dass der Einbezug der Rollstuhlnutzer in allen Gremien unerlässlich ist, um Dinge positiv und im Sinne der Betroffenen voranzutreiben. In seinen Abschlussworten betonte Dr. Schmidt-Ohlemann, dass er die Unterstützung der DVfR verspreche, damit die wichtige Arbeit der DRS-Rollikids noch bekannter wird und noch mehr Kontakte geknüpft werden können.

Weitere Informationen

Laudatio

Urkunde

www.rollikids.de

Von links: Christa Wollstädter, Heike Herrmann, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Rosemarie Holm, Dr. Anne Bredel-Geißler, Dr. Helmut Peters und Dr. Katharina Molnar
Von links: Christa Wollstädter, Rehaberaterin und Kinderkrankenschwester, Heike Herrmann, Verwaltungsleitung, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, DVfR-Vorsitzender, Rosemarie Holm, Physiotherapeutin, Dr. Anne Bredel-Geißler, Oberärztin, Leiterin der Spina bifida-Ambulanz, Dr. Helmut Peters, ärztlicher Leiter des Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie und Dr. Katharina Molnar, Assistenzärztin.

Für ihr herausragendes Engagement bei der medizinischen Behandlung, sozialen Unterstützung und lebenslangen, umfassenden, multidisziplinären Begleitung und Rehabilitation von Menschen mit Spina bifida wurde das Team der Spina bifida-Ambulanz des Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie der Rheinhessen-Fachklinik Mainz von der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation mit der Kurt-Alphons-Jochheim Medaille am 30.06 2011 im Rahmen des DVfR-Kongresses ausgezeichnet.

Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Vorstandsmitglied der DVfR und ehemaliger Direktor der Abteilung Orthopädie II der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, betonte in seiner Laudatio sowohl den ganzheitlichen Ansatz und die multidisziplinäre Versorgung der Patienten durch das Mainzer Ambulanz-Team, als auch die hervorragende Zusammenarbeit mit Experten der umliegenden Kliniken, der Universitätsklinik Mainz sowie der örtlichen Selbsthilfegruppe Arque (Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida/Rhein-Main-Nahe e. V.). Die umfassende Behandlung zeichne sich dadurch aus, dass Patienten mit Spina bifida schon vor der Geburt und dann lebenslang von der Ambulanz mit einem Netz von vielen Kooperationspartnern regional und überregional versorgt werden. Somit habe die Mainzer Ambulanz mit ihrem hohen Engagement als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in Deutschland Vorbildcharakter.

Im Anschluss an die Laudatio übergab Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann den anwesenden Teammitgliedern die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille.

Das interdisziplinäre Team der Spina bifida-Ambulanz Mainz setzt sich zusammen aus den Bereichen Ärztlicher Dienst (Kinderneurologie, Neurologie), Psychologischer Dienst, Therapeutischer Dienst (Physiotherapie, Ergotherapie, Rehaberatung, Pflege, Sozialdienst) und Administration.

Bei der Ehrung nicht anwesend: Frau Hildegard Betz,  Sekretariat, Frau Dr. Julia Bock-Knoblauch, Psychologin, Frau Claudia Hees, Sozialpädagogin, Herr Andreas Herdt, Ergotherapeut und Rehaberater, Frau Sabine Katzenbecher, Schreibdienst und Frau Antje Wolf, Rehaberaterin und Krankenschwester.

Stellvertretend für das gesamte Team nahm Frau Dr. Bredel-Geißler, Leiterin der Spina bifida-Ambulanz, die Medaille und Urkunde entgegen: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Auszeichnung eine Anerkennung erhalten für unsere doch häufig sehr anstrengende aber gleichermaßen auch sehr erfüllende Arbeit mit Menschen mit Spina Bifida und Hydrocephalus“. Sie dankte an dieser Stelle allen, die mit der Spina bifida-Ambulanz in engem kooperativem interdisziplinären Austausch stehen, u. a. die Universitätsklinik Mainz und die Selbsthilfegruppe Arque sowie Herrn Dr. August Ermert, der wie kein anderer die professionelle Arbeit mit Menschen mit Spina Bifida in der Bundesrepublik auf den Weg gebracht hat.

Anschließend kam Dr. Peters, ärztlicher Leiter Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, in seiner Dankesrede nochmals auf den Ideengeber der Spina bifida-Ambulanz, Dr. Ermert, zurück, der selber Student bei Prof. Kurt-Alphons Jochheim war. Dr. Ermert hatte Jochheims Ideen einer multidisziplinären Rehabilitation zur Erlangung von Selbständigkeit und Integration aufgegriffen und verfolgte wie Jochheim in seiner Arbeit einen ganzheitlichen Ansatz, indem das Leistungsangebot der Spina bifida-Ambulanz nicht nur Kindern zur Verfügung gestellt wird, sondern auch Erwachsene umfassend behandelt, unterstützt und versorgt. Zum Anderen ist die Spina bifida-Ambulanz Mainz ein Beispiel für eine gute Vernetzung mit anderen Unterstützungsstrukturen.

In seinen Abschlussworten betonte Dr. Schmidt-Ohlemann, dass die DVfR mit der Verleihung der Medaille zum Ausdruck bringt, dass dieses Modell der Spina bifida-Ambulanz ganz wesentlich zur wohnortnahen und zur sozialraumorientierten Inklusion beitrage. Diese Medaillenverleihung setze auch einen politischen, gesundheitsversorgerischen und ethischen Akzent, denn solche Versorgungsformen und Arbeitsweisen wie sie die Spina bifida-Ambulanz Mainz repräsentiere, werden von Menschen mit Behinderung vor Ort benötigt.

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Laudatio

Urkunde

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Näheres zur Vergabe der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille finden Sie im Statut.

Kurt-Alphons Jochheim

Das Lebenswerk von Prof. Dr. med. Dr. phil. h. c. Kurt-Alphons Jochheim (1921-2013) war geprägt durch seine soziale sowie wissenschaftliche Arbeit als Arzt und Dozent im Dienste der Rehabilitation.

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