Internationale Zusammenarbeit

Teilhabe und Inklusion sind Menschenrecht und gelten über Landesgrenzen hinweg. Nach dem Motto „voneinander lernen“ unterstützt die DVfR den interdisziplinären Erfahrungsaustausch über Rehabilitation auch auf internationaler Ebene. Besonders wichtig dabei ist die Mitgliedschaft der DVfR im Weltverband „Rehabilitation International“ (RI), über den zahlreiche Kontakte zu internationalen Gremien bestehen. Die Ergebnisse dieser vielfältigen globalen Netzwerkarbeit bringt die DVfR wiederum auch in nationale Diskussionen und Kanäle ein.

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Der 1922 gegründete Weltverband Rehabilitation International (RI) ist ein weltweites Netzwerk, in dem Menschen mit Behinderungen, staatliche Organisationen, Rehabilitationsträger, Leistungserbringer, Rechtsanwälte sowie andere Experten aus Wissenschaft und Forschung zusammenarbeiten, um die Teilhabe behinderter Menschen zu verbessern. Mit Mitgliedsorganisationen in über 100 Ländern und in allen Regionen dieser Welt bietet RI eine internationale Plattform, auf der sich Experten informieren und austauschen. RI steht allen Beteiligten in der Rehabilitation offen. Amtierende RI-Präsidentin (2016-2020) ist Madame Haidi Xhang, Vorsitzende des chinesischen Behindertenverbands (China Disabled Persons' Federation/CDPF).

Die DVfR und die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) sind Mitglied bei RI. Alternierend stellen beide Organisationen das deutsche RI-Nationalsekretariat und vertreten in dieser Funktion die deutschen Belange im Weltverband, beispielsweise bei der jährlichen Mitgliederversammlung. Entsprechend ihrer regionalen Zugehörigkeit sind die DVfR und BAR dabei v.a. in RI-Europe (Zusammenschluss der RI-Nationalsekretariate in Europa) aktiv: die europäischen Mitgliedsländer sind eine wichtige Säule des globalen Fachverbandes und treffen sich mindestens zweimal jährlich.

Derzeitiger RI-Vizepräsident für Europa ist Roy O‘Shaughnessy (Großbritannien, Shaw Trust), der in 2016 nach zwei erfolgreichen Amtsperioden auf Joachim Breuer (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV) folgte. Schon früher hatten Vertreter aus Deutschland Führungspositionen bei RI bekleidet - insbesondere zu nennen ist hier Prof. Dr. Kurt-Alphons Jochheim, der Mitte der 1970er Jahre (1972-1976) der bisher einzige deutsche Präsident von RI war.

In den verschiedenen RI-Fachausschüssen (Working Commissions) arbeiten ebenfalls Expertinnen und Experten aus Deutschland mit. So ist Dr. Friedrich Mehrhoff von der DGUV Leiter des RI-Fachausschusses „Work and Employment“ (Arbeit und Beschäftigung), Dr. Silke Brüggemann von der Deutschen Rentenversicherung Bund leitet stellvertretend den Fachausschuss „Health and Function“ (Gesundheit und Funktionalität).

Weitere Informationen zu den RI-Fachausschüssen finden sich hier (auf Englisch): www.riglobal.org/about/working-commissions

Seit Herbst 2016 hat die Geschäftsführerin der DVfR Dr. Larissa Beck die Funktion der RI-Nationalsekretärin für Deutschland inne. Ihre BAR-Kollegin Dr. Regina Ernst übernimmt neben der Stellvertretung dieses Amtes weiterhin die Aufgabe als RI-Verbindungsbeauftragte im Europarat (s. unten). Die Mitglieder der DVfR sind herzlich eingeladen, den weltweiten verbandlichen Austausch zu unterstützen und der DVfR-Geschäftsstelle Anliegen und Informationen aus ihren eigenen internationalen Kooperationsbeziehungen zu vermitteln.

RI-Newsletter

Newsletter von Rehabilitation International - Februar 2017

Ältere Ausgaben des RI-Newsletters finden Sie hier.

RI-Tätigkeitsbericht

Tätigkeitsbericht von Rehabilitation International 2015

Weitere Informationen zu RI finden Sie unter www.riglobal.org

Europarat – Council of Europe (COE)

Der Europarat wurde 1949 in London gegründet mit dem Ziel, die Demokratie in Europa zu stärken sowie die Menschenrechte und die europäischen Rechtsgrundsätze zu schützen. Mit Sitz in Straßburg stellt er heute eine der wichtigsten Menschenrechts­organisationen des Kontinents dar, in der 47 europäische Länder vertreten sind – 28 davon sind Mitglieder der Europäischen Union. Eine wichtige Dialogplattform des COE ist die „Konferenz internationaler Nichtregierungs­organisationen“ (INGO-Conference), in der ca. 300 INGO als Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen­kommen und ihre Anliegen in den Europarat einbringen – darunter auch Rehabilitation International (RI) (s. oben). RI obliegt außerdem – gemeinsam mit dem European Disability Forum (EDF) und der European Association of Service Providers for Persons with Disabilities (EASPD) – ein Beobachter-Status im Ad-hoc-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen des Europarats (Committee on the rights of persons with disabilities – CAHDPH). Regelmäßige RI-Repräsentantin im COE ist Dr. Regina Ernst (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.).

Weitere Informationen zum Europarat finden Sie unter www.coe.int (auf Deutsch: www.coe.int/de).

Bilaterale Partnerschaften der DVfR

Über ihre Mitgliedschaft bei Rehabilitation International hinaus unterhält die DVfR auch bilaterale Partnerschaften zu einzelnen Ländern bzw. dortigen Institutionen:

  • Seit 1993 pflegt die DVfR eine Kooperation mit Rehabilitation International Finnland (RIFi) mit dem Ziel, durch gegenseitigen Austausch die Rehabilitation in beiden Ländern weiterzuentwickeln.
  • Im Jahr 2015 wurde vom DVfR-Vorstand außerdem eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Beit Issie Shapiro in Tel Aviv (Israel) beschlossen. Die Stiftung setzt sich intensiv für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, vor allem Kindern ein.

Beide Partner sind auch Mitglied bei Rehabilitation International.

UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) – Nationale Aktionspläne

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) ist ein umfassendes internationales Übereinkommen zur Förderung und zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie konkretisiert die universellen Menschenrechte für die speziellen Bedürfnisse und Lebenslagen behinderter Menschen. Zentraler Leitgedanke ist die Idee der Inklusion: Ziel ist, dass Menschen mit und ohne Behinderungen von Anfang an gemeinsam in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben und zusammenleben. In Deutschland wurde die UN-BRK 2009 ratifiziert.

Die Bundesregierung hat seitdem zwei Nationale Aktionspläne auf den Weg gebracht, mit denen sie die Umsetzung der UN-BRK systematisch vorantreiben will; sie hat dabei auch das Thema „Internationale Zusammenarbeit“ aufgegriffen. Die DVfR, für deren Arbeit der Artikel 26 (Habilitation und Rehabilitation) der UN-BRK maßgebende Leitlinie ist, hat sich in die jeweiligen Diskussionsprozesse aktiv eingebracht.

Verbändekonsultationen der UN-BRK-Monitoringstelle

Die UN-BRK verpflichtet die unterzeichnenden Staaten in Artikel 33 Absatz 2 zur Einrichtung einer unabhängigen Stelle, die die Umsetzung der UN-BRK überwachen und fördern soll. Die Bundesregierung hat deshalb im Mai 2009 am Deutschen Institut für Menschenrechte eine Monitoring-Stelle eingerichtet, die die Einhaltung der Rechte von Menschen mit Behinderungen fördert und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland beobachtet und begleitet. Sie berät u.a. Politikerinnen und Politiker in Bund und Ländern, Mitarbeitende in Ministerien und Behörden sowie Gerichten bei Fragen zur UN-BRK. Außerdem führt sie drei Mal im Jahr die sog. Verbändekonsultationen durch, die dem offenen Erfahrungs- und Informationsaustausch der Monitoring-Stelle mit den behindertenpolitischen Verbänden in Deutschland dienen. Zu den mittlerweile mehr als 60 Organisationen, die an den Konsultationen teilnehmen, gehört auch die DVfR, die dort ihre Positionen einbringt und die Ergebnisse der Konsultationen für ihre internationalen Arbeitsbereiche nutzt.

Weltkongress von Rehabilitation International (2016)

Unter dem Motto „Create a more inclusive world“ fand vom 25. bis 27. Oktober 2016 der 23. RI-Weltkongress statt. Im Internationalen Konferenzzentrum von Edinburgh trafen sich rund 1.000 Teilnehmende aus 65 unterschiedlichen Ländern der Welt. RI hat sich bewusst für das Kongressthema „Inklusion“ entschieden, um interdisziplinär und unter Beteiligung der Menschen mit Behinderung zu diskutieren, sich global auszutauschen und die Umsetzung von Ideen und Maßnahmen weltweit zu fördern.

Lesen Sie hier den Bericht (englisch) und die Zusammenfassung (deutsch).

Rehabilitation in Europe

Um die Arbeit von RI bekannter zu machen, wurde auf europäischer RI Ebene das gemeinsame Positionspapier mit dem Titel „Rehabilitation in Europe“ erarbeitet, das als Flyer veröffentlicht wurde.

Lesen Sie hier den Flyer (englisch).

Aktionsplan der WHO: Bessere Gesundheit für Menschen mit Behinderungen (2014)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 23. Mai 2014 erstmals einen Aktionsplan zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen verabschiedet.

Lesen Sie hier den WHO global disability action plan 2014-2021: Better health for all people with disability (englisch).

Weitere Informationen zum Aktionsplan finden Sie auf der Seite der WHO (englisch).

Dort finden Sie außerdem den WHO World report on disability (in verschiedenen Sprachen).

Weltbericht Behinderung (2011) der WHO und der Weltbank

Ziel des Weltbehindertenberichts ist es zu zeigen, wie das Leben von Menschen mit Behinderungen durch innovative politische Konzepte und Programme verbessert werden kann. Es werden Schritte für alle Beteiligten (Regierungen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Behindertenorganisation) vorgeschlagen, um zugängliche Umgebungen zu schaffen, Rehabilitations- und Unterstützungsdienste zu entwickeln, eine angemessene soziale Absicherung zu gewährleisten, integrative politische Konzepte und Programme ins Leben zu rufen und neue und vorhandene Standards und Gesetze durchzusetzen.

Lesen Sie hier den ersten Weltbehindertenbericht (deutsch).

Internationale Meldungen und Informationen

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Weitere Informationen in Englisch (auf reha-recht.de)

Weitere Informationen zur internationalen Zusammenarbeit auf bar-frankfurt.de