Patienten-, Eltern- und Kinderrechte in der Versorgung chronisch Kranker

Symposium 2024 – Empowerment durch Recht

28.02.2024
Hybrid (Münster)

In Deutschland leben etwa vier Millionen Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, die zwar nicht heilbar, aber nachhaltig behandelbar sind. Ihre Betreuung in den Familien, ihre medizinische Versorgung sowie ihre psychosoziale Begleitung sind hochanspruchsvoll, aber lohnenswert und in vielen Fällen erfolgreich. Dennoch gibt es auch Fälle, die mit großen Herausforderungen verbunden sind. Viele Eltern und Jugendliche beklagen eine defizitäre Behandlung, ein “Nicht-Eingehen” auf ihre Probleme und Bedürfnisse. Sie fühlen sich als Bittsteller, deren Anliegen nicht ausreichend ernst genommen werden, obwohl auch sie durch ihre Krankenkassenbeiträge zur Finanzierung des Gesundheitswesens beitragen.

In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass chronisch kranken Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern umfänglich verbriefte Rechte zustehen. Die in Deutschland geltenden Übereinkommen der Vereinten Nationen für Kinder und Menschen mit Behinderung garantieren chronisch kranken Kindern einen Anspruch auf das erreichbare “Höchstmaß” an Gesundheit (Art. 24). Sie sollen voll und ganz am sozialen Leben teilhaben können und in Schule, Ausbildung oder Studium gleichberechtigt vorankommen. Bei Erkrankung haben sie einen Anspruch auf hochmoderne Medizin und Rehabilitationsmaßnahmen, jenseits von finanziellen Erwägungen. Dazu gehört auch die Aufklärung darüber, ob ein Krankenhaus die erforderlichen medizinischen Standards einhält („Einrichtungsaufklärung“).

Das Symposium soll von chronischer Erkrankung Betroffene sowie in der Beratung und Betreuung tätiges Fachpersonal über Rechte und Unterstützngsmöglichkeiten informieren. Expertinnen und Experten des Medizinrechts und des Patientinnen- und Patientenschutzschutzes wirken an der Veranstaltung mit.

Programm

ab 8.30 Uhr Stehkaffee
9.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

  • Dr. Christian Müller, Akademie Franz Hitze Haus
  • Prof. em. Dr. Klaus-Peter Zimmer, KROKIDS-Stiftung, Gießen
  • Prof. Dr. Hans Kudlich, Juristische Fakultät, Universität Erlangen-Nürnberg

Grußwort (per Videobotschaft)
Maria Klein-Schmeink MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende B90/ Die Grünen, Berlin/Münster

9.30 Uhr Kommen meine Kassenbeiträge bei meinem chronisch kranken Kind an?
Marje Mülder, Leiterin der Sozialverwaltung Bezirk Oberpfalz, Regensburg
10.15 Uhr Komplikation und Einrichtungsaufklärung: was tun?
Dr. Tim Neelmeier, Vorsitzender Richter am Landgericht Itzehoe
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Nicht etablierte, innovative Behandlungsmethoden: der rechtliche Anspruch auf Behandlung und Finanzierung
Dr. Anne Franziska Streng-Baunemann, Juristische Fakultät, Universität Heidelberg
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Gesundheitsversorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher im Lichte verfassungsrechtlicher Vorgaben
Prof. Dr. Katja Nebe, Juristische Fakultät, Universität Halle-Wittenberg
14.15 Uhr

Best Practice: Von der Teilhabe der Kinder mit (drohender) Behinderung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • Birgit Große Stetzkamp, Rechtsanwältin,
  • Tatjana Lücke, Dipl. Soz-Pädagogin, Caritasverband für die Diözese Münster

15.15 Uhr

anschließend

Zusammenfassung

Ausklang und Begegnung bei Kaffee und Kuchen

Stiftung zur Unterstützung chronisch kranker Kinder (Krokids-Stiftung)

Stiftung zur Unterstützung chronisch kranker Kinder (Krokids-Stiftung)
Löberstr. 12
35390 Gießen 

Ansprechpartnerin:
Annette Zimmer 
Telefon: 0641 9698933

E-Mail: mail@krokids.de