Sucht im Fokus

Abhängigkeitserkrankungen bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen

14.11.2025
Online

Einleitung:

„Mit dem Begriff Sucht sind nicht nur Abhängigkeitserkrankungen gemeint, sondern die Gesamtheit von riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen in Bezug auf Suchtmittel (legale wie illegale) sowie nichtstoffgebundene Verhaltensweisen (wie Glücksspiel und pathologischer Internetgebrauch). Sucht ist häufig mit dramatischen persönlichen Schicksalen verbunden. Sie betrifft beteiligte Familienangehörige ebenso wie Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen. Abhängigkeitserkrankungen sind schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können.“ Bei Menschen mit einer Störung der Intelligenzentwicklung kommt es mit einer Angleichung der Lebensverhältnisse zu einem niederschwelligeren Zugang zu Suchtmitteln und konsekutiv auch schädlichem Substanzkonsum.

Für die Herbsttagung 2025 hat die DGSGB Expertinnen und Experten gewinnen können, die unterschiedliche Perspektiven bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen näher beleuchten. Im Fokus stehen aktuelle Daten zum Substanzkonsum und Herausforderungen für das Hilfesystem, Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Varianten nichtstofflicher Süchte wie Spielsucht im Internet.

Bereits im Jahr 2003 befasste sich die DGSGB mit dem Thema Sucht. Dies ist im Band 7 der DGSGB-Schriftenreihe dokumentiert, herausgegeben von Theo Klauß. Online unter: dgsgb.de/vergangene-fachtagungen/.

Seitdem haben sich die Dinge verändert. Die Sucht- und Drogenpolitik haben sich weiterentwickelt und neue Ansätze erprobt. Auch die Suchtprävention, also Maßnahmen zur Verhinderung von Sucht, und die Suchthilfe, die Unterstützung für Menschen mit Suchtproblemen, sind anders als früher. Darüber hinaus gibt es heute ein größeres Angebot an Informations- und Lernmaterialien in Leichter Sprache. Es lohnt sich aus Sicht der DGSGB, die heutige Situation mit der damaligen zu vergleichen, denn einige Diskussionen bleiben aktuell. Dazu gehört das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge. Dieses Spannungsfeld lässt sich analog einem Grundsatz aus der Ottawa-Charta der WHO von 1986 betrachten. Es geht darum, Menschen die Möglichkeit zu geben, mehr Kontrolle über ihre eigene Gesundheit zu erlangen und sie zur Stärkung der eigenen Gesundheit zu befähigen.

Die Online-Fachtagung bietet einen Raum für den Austausch von aktuellen Forschungsergebnissen und Beispielen guter Praxis. Durch vier Hauptvorträge und drei Praxisprojekte möchte die DGSGB das Verständnis für Suchtverhalten vertiefen und neue Wege zur Unterstützung von Betroffenen vorstellen.

Uhrzeit: 10:00 bis 13:00 Uhr

Deutsche Gesellschaft für Seelische Gesundheit bei Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (DGSGB)

DGSGB-Geschäftsstelle

c/o Krankenhaus Mara gGmbH
Prof. Dr. Tanja Sappok
Maraweg 17-21
33617 Bielefeld

Tel.: 0521/772 77788
E-Mail: geschaeftsstelle@dgsgb.de

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