Kommunikation mit Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung

Herausforderung, Haltung und Möglichkeiten der Verständigung

12.03.2026
Online

Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung (SMB) stehen in ihrer kommunikativen Ausdrucks- und Empfangsfähigkeit oft vor besonderen Hürden: Sie verfügen meist über keine Lautsprache, haben keine gezielte Intentionsäußerung und zeigen Mitteilungsbedürfnisse häufig über idiosynkratische, sehr subtile Signale, z. B. Muskeltonusveränderungen, Blickverhalten oder Lautierungen.

Was wie ein stummer Raum wirkt, birgt hochkomplexe Interaktionen, sofern wir bereit sind, genau hinzusehen, zu entschlüsseln und in Beziehung zu treten.

Typische Herausforderungen im Kommunikationsalltag:

  • Nicht-intentionales Verhalten: Viele Menschen mit SMB agieren auf einer vorintentionellen Ebene – Kommunikation ist schwer erkennbar und bedarf achtsamer Interpretation.
  • Subtile Ausdrucksformen: Kommunikationssignale sind individuell und unterschwellig, leicht übersehbar oder fehlinterpretiert.
  • Fluktuierender Bewusstseinszustand: Müdigkeit, Schmerz oder Reizoffenheit erschweren kontinuierliche Kommunikation.
  • Eingeschränkte Techniknutzung: Reflexe, Spastik oder fehlende Motorik verhindern oft den Einsatz klassischer Kommunikationshilfen.
  • Unklare Rollen der Kommunikationspartner:innen: Angehörige, Fachkräfte und Assistenzpersonen haben unterschiedliche Vorstellungen, Erwartungen und Routinen.
  • Zeitmangel im Alltag: Beobachtungszeit und Eingehen auf individuelle Kommunikationsweisen fehlen oft im Tagesgeschehen.

Ziel des Seminars

In diesem dreistündigen Online-Seminar geben die Referentinnen Einblicke in die Praxis der Tagesförderstätte Perspektive der Stiftung Pfennigparade. Sie beleuchten die vielschichtige Herausforderung, mit Menschen mit Mehrfachbehinderung in Kommunikation zu treten. Im Fokus steht nicht in erster Linie die Technik oder ein bestimmtes Kommunikationsmittel, sondern

  • die Haltung als zentrales Element im Kontaktaufbau
  • das Verstehen nonverbaler und individueller Signale
  • und das gemeinsame Gestalten von Verständigung trotz schwerster Einschränkungen.

Behandelt werden u. a.:

  • Typische Barrieren und Missverständnisse in der Kommunikation
  • Bedeutung von basaler Kommunikation
  • Rolle und Verantwortung der Kommunikationspartner:innen
  • Schritte zum Aufbau individueller Kommunikationsangebote
  • Reflexion des eigenen kommunikativen Zugangs
  • Hilfsmittel zur Kommunikation und technische Lösungen

Für wen ist das Seminar geeignet?

Für Fachkräfte in Tagesförderstätten, Werkstätten, Wohneinrichtungen, Schulen oder im ambulanten Bereich, die Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung begleiten; ebenso für Angehörige, Therapeut:innen und alle, die in Kommunikation mit diesem Personenkreis treten wollen.

Uhrzeit: 09:00 bis 12:00 Uhr

53° NORD Agentur und Verlag (53° NORD)

53° NORD Agentur und Verlag

Ein Geschäftsbereich der GDW Mitte eG
Frankfurter Straße 227b
34134 Kassel

Veranstaltungen: Katrin Euler

Tel.:  0561 47 59 66 - 53
E-Mail: veranstaltung(et)53grad-nord.com

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Arno Glum
Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit
a.glum@dvfr.de

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