Sexualisierte Gewalt bei Frauen mit Behinderung

Umgang mit sexualisierter Gewalt bei Frauen mit Behinderung und Möglichkeiten der Prävention

23.-24.05.2022
Kassel

Frauen mit Behinderung sind vielfältigen Formen von Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Studien zeigen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen 2 bis 3 mal häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen sind als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt ohne Behinderung.

Im Alltag ist dieses Thema noch sehr tabuisiert und Fachkräfte in WfbMs und Wohneinrichtungen kommen oftmals damit in Kontakt, ohne dass ihnen der mögliche Hintergrund sofort bewusst ist. Es kommt vor, dass grenzüberschreitendes Verhalten bagatellisiert und Menschen mit Behinderung zu wenig mit ihren Bedürfnissen und Ängsten und Sorgen wahr- und ernstgenommen werden. Gibt es einen konkreten Verdacht oder werden Vorfälle sexualisierter Gewalt öffentlich, existiert häufig Verunsicherung darüber, was den Umgang mit Betroffenen und Täter*innen und das weitere Handeln betrifft.

Das Seminar will die Sensibilität von Fachkräften im Hinblick auf potenziell grenzverletzende Situationen in Bildungs-, Arbeits- und Wohnzusammenhängen erhöhen, alle Beteiligten darin stärken, mit der Thematik transparenter umzugehen und möglichst schon im Vorfeld präventiv zu arbeiten.

Das Seminar behandelt folgende Fragestellungen:

  • Was ist sexualisierte Gewalt? Was sind Grenzverletzungen? Was gibt es für Definitionen? Wie sehen Daten und Fakten zu dem Thema aus?
  • Welche besonderen Risikofaktoren existieren für Frauen und Mädchen mit Behinderungen?
  • Wer sind Täter*innen von sexueller Gewalt und Grenzüberschreitungen und welche Täter*innenstrategien gibt es?
  • Was könnten Signale und Anzeichen von Betroffenheit sexueller Gewalt sein? Wie kann man als Mitarbeiter*in mit einem Verdacht umgehen?
  • Wie könnte ein angemessener Umgang mit betroffenen Frauen aussehen und was gibt es für Auswirkungen sexualisierter Gewalt?
  • Wie könnte in Einrichtungen ein präventiver Ansatz aussehen, um grenzüberschreitendes Verhalten und sexuelle Gewalt zu verhindern und wie sieht die Kultur eines grenzwahrenden Umgangs in meiner Einrichtung aus?
  • Wo kann ich mir als Mitarbeiter*in Hilfe holen und an wen kann ich betroffene Frauen und Mädchen weitervermitteln?

Neben Input-Phasen wird in Gruppen- und Kleingruppenarbeit die eigene Haltung mit Hilfe von Fallbeispielen und Übungen reflektiert, um Handlungssicherheit für weitere Schritte zu erarbeiten.

53° NORD Agentur und Verlag (53° NORD)

53° NORD Agentur und Verlag

Ein Geschäftsbereich der GDW Mitte eG
Frankfurter Straße 227b
34134 Kassel

Veranstaltungen:  Katrin Euler & Martin Lenkewitz

Telefon: +49 (0) 5 61 | 47 59 66 - 53
Telefax: +49 (0) 5 61 | 47 59 66 - 75
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