Schulassistenz

Ein Standbein inklusiver Schulbildung, Schwerpunkt Einzelleistung/gemeinsame Leistungserbringung

04.07.2019
Berlin

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen wollen lernen wie Kinder und Jugendliche ohne Behinderungen. Durch die Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK) hat sich Deutschland bereits vor 10 Jahren verpflichtet für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen den diskriminierungsfreien Zugang zu einem inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Bildungssystem auf allen Ebenen zu sichern (Artikel 24 UN-BRK). Dieses Recht ist anzuwenden und darf Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen nicht verwehrt werden. Um eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung zu ermöglichen, muss der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen durch inklusiv gestaltete, allgemein zugängliche Angebote, angemessene Vorkehrungen und notwendige Unterstützung, Rechnung getragen werden.

Die Schulassistenz, die sich in den letzten Jahren zunehmend verstetigt hat, kann zum Abbau von Barrieren im Schulalltag beitragen und ist am individuellen Bedarf der Schüler*innen ausgerichtet. Sie wird i. d. R. von gemeinnützigen Trägern erbracht und aus Mitteln der Eingliederungs- und Jugendhilfe finanziert. Die inklusive Bildung wird bundesweit jedoch sehr unterschiedlich umgesetzt, da Schulrecht Ländersache ist.

Mit Blick auf die Veränderungen in der Eingliederungshilfe durch das Bundesteilhabegesetz soll mit dem Fachtag Einfluss darauf genommen werden, dass die Schulassistenz als Instrument gestärkt und hierfür gleichwertige Rahmenbedingungen in den Ländern und Kommunen geschaffen werden. Insbesondere soll

  • die Schulassistenz als ein Baustein für inklusive Schulbildung vorgestellt und eine Begriffs- und Aufgabenklärung vorgenommen werden.
  • ein Einblick in die Umsetzungsmöglichkeiten der gemeinsamen Leistungserbringung von Schulassistenz gegeben, verschiedene Modelle und Konzepte vorgestellt und deren Vor- und Nachteile diskutiert werden.

Vieles gelingt bereits gut, aber dennoch existieren Hürden. Manche erscheinen banal, dennoch ihre Überwindung verlangt von Kindern und Eltern einen Kraftakt und bindet unnötige Ressourcen. Oftmals sind sie gar unüberwindbar. Mit dem Fachtag sollen daher Problemlagen, Umsetzungsmöglichkeiten und praxisgerechte Ideen für die Weiterentwicklung bzw. strategische Ausrichtung der Schulassistenz aufgezeigt werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, Leistungsanbieter - Leitungen und Mitarbeitende in der Schulassistenz - sowie Leitungen und Lehrkräfte in Schulen. Sie richtet sich aber auch an Rehabilitations- und Leistungsträger, wie Mitarbeitende von Eingliederungs- und Jugendhilfeträger, Krankenversicherungs- oder Schulträger.

Der Paritätische Gesamtverband (DPWV GV)

Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Jeannette Brabandt
Ziegelstraße 30
10117 Berlin

E-Mail: Jeannette.Brabandt@paritaet.org