Assistenzsysteme und Digitalisierung in der Praxis: Chancen und Nutzen für die Bildungs- und Arbeitsangebote von Menschen mit Beeinträchtigung

Fachtag und Lokaltermin

29.-30.03.2021
Gütersloh

Die Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt entwickeln sich rasant – aus analog wird digital, aus Handarbeit werden technologische Lösungen. Wie sollen Menschen mit Behinderung da Schritt halten? Wie sollen Werkstätten Aufträge in Verpackung und Montage generieren, wenn die Anforderungen bei Aufträgen aus der Wirtschaft das Fähigkeitsniveau der Werkstatt übersteigen? Wie sollen Bildungseinrichtungen Menschen so ausbilden, dass sie solcherart komplexen Zukunftsaufgaben gewachsen sind?

Diese Fragen stellte sich auch der wertkreis Gütersloh und fand Antworten in einer Gegenfrage, die fortan der Motor für etliche innovative Entwicklungen in Gütersloh sein sollte: Was wäre, wenn…. Menschen mit Behinderung nicht an komplexen Systemen scheitern, sondern diese Systeme Barrieren abbauen und zum Erhalt von Teilhabeleistungen am Arbeitsleben und zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beitragen? Wie könnten diese Systeme aussehen? Wie und wo könnte man sie verfeinern und testen. Und wie könnte man sie so konzipieren, dass sie finanziell erschwinglich bleiben?

2017 startete der wertkreis gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung die Entwicklung von zwei Assistenzsystemen. Ziel war es, Menschen mit Behinderung ein größeres und abwechslungsreicheres Spektrum an Arbeitsinhalten zu ermöglichen und gleichzeitig Kompetenzen zu fördern, Arbeitszufriedenheit sowie Selbstbewusstsein zu erhöhen. Der Erfolg des Assistenzsystems gab den Güterslohern Recht und es folgten seitdem viele weitere innovative Projekte mit Partnern aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Wirtschaft.

Mit dem Fraunhofer-Institut wurden die Assistenzsysteme weiterentwickelt und erhielten u. a. weitere behinderungsspezifische Schnittstellen. Mit der Hochschule Emden-Leer wurde an der Entwicklung und Evaluation von mobilen, objektunabhängigen Assistenzsystemen gearbeitet. Universität Duisburg-Essen, Rethink-Robotics und die wertkreis Gütersloh gGmbH arbeiten an der Weiterentwicklung assistiver Robotik.

Gleichzeitig wurden und werden Qualifizierungskonzepte wie Bildungsvideos und interaktive 360° Lernszenarien u. a. mit der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Gesundheit sowie der Hochschule Emden-Leer entwickelt und umgesetzt.

Zudem entstand ein Qualifizierungs- und Teilhabebereich "Konstruktion – CAD – 3D-Druck", in dem auch Menschen mit intensivem Assistenzbedarf konstruieren lernen und CAD/3D-Druck-Aufträge abwickeln.

Begleitet werden diese Aktivitäten durch Inklusions- und Vernetzungskonzepte wie Firmennetzwerke, Qualifizierungen z. B. im Pflegebereich oder die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu erwerben.

Der Fachtag und Lokaltermin bietet die Möglichkeit zu erfahren, wie die Vision der Gütersloher – "Verbesserungen der Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung durch Technik und Steigerung der Arbeitsmöglichkeiten auch außerhalb der Werkstatt" – in der Praxis mit Leben gefüllt werden kann.

Die Entwicklungs- und Projektpartner (Universitäten, Forschungsinstitute, Hochschulen, Firmen) informieren in Fachvorträgen und bieten die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion.  Die Technologien können besichtigt und vor allem auch ausprobiert werden.

53° NORD Agentur und Verlag (53° NORD)

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Veranstaltungen:  Katrin Euler & Martin Lenkewitz

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