Assistenzsysteme und Digitalisierung in der Praxis: Chancen und Nutzen für die Bildungs- und Arbeitsangebote von Menschen mit Beeinträchtigung

Lokaltermin bei den Iserlohner Werkstätten ISWE

17.-18.03.2022
Iserlohn

Was tun, wenn die Reihenfolge der Arbeitsschritte plötzlich doch nicht mehr klar ist? Was machen, damit auch leistungsschwächere Mitarbeiter in komplexe Tätigkeiten einbezogen werden? Wie geht es weiter, wenn Mitarbeiter*innen wiederholten Schulungsbedarf haben? Dann muss in der Regel jemand her, der/die sich mit der jeweiligen Sache gut auskennt und personalintensiv unterstützt. Es braucht einen Kollegen oder eine Kollegin die vor Ort ist.

Bislang war es auch bei den Iserlohner Werkstätten (ISWE) so, man hilft sich von Menschen zu Mensch. Da man aber in Iserlohn moderner Technik schon immer sehr aufgeschlossen gegenüberstand und außerdem schon lange davon überzeugt ist, dass Digitalisierung in all ihren Facetten ein enormes (Entwicklungs-)Potential für Menschen mit Beeinträchtigung bietet, setzt man sich hier schon länger damit auseinander, wie man Inklusion und Chancengleichheit durch digitale Hilfsmittel unterstützen und voranbringen kann. Als die ISWE dann auf die Förderung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW "Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken" stieß, wurde nicht lange überlegt: Zehn Förderanträge wurden geschrieben und alle mit großem Erfolg!

Seitdem wurden an den fünf verschiedenen Standorten des ISWE insgesamt 15 Werkassistenz-Systeme und neun kollaborative Roboter eingearbeitet und haben inzwischen auch erfolgreich ihre Arbeit aufgenommen. Genutzt werden die neuen Technologien aktuell in den Tätigkeitsfeldern Montage, individuelle Unterstützung im schwerstmehrfachbehinderten Bereich und in der Bildung und Qualifizierung.

Im Karree 38, einem neuen, inklusiven Standort der ISWE mitten im Zentrum der Stadt, wurde für die neuen digitalen Errungenschaften eigens ein Labor errichtet. Hier kann auch außerhalb der Produktion geschult und gelernt werden, denn vieles bleibt neu und muss noch vermittelt werden. Aber das Interesse ist riesig und die Barrieren niedrig: "Unsere Mitarbeiter nutzen alle Smartphones – und das ist ja im Grunde auch ein Assistenzsystem, es zeigt uns den Weg, erinnert uns an Termine – und das inzwischen sogar barrierefrei", so Maike Franke, Projektleitung Digitalisierung vor Ort. Und so hat man in Iserlohn jetzt schon die Erfahrung gemacht, dass Digitalisierung und Menschen mit Beeinträchtigung sich keineswegs ausschließen. Ganz im Gegenteil: Sie ergänzen sich! Und auch wenn Roboter oder Assistenzsysteme in der Industrie zur Prozessoptimierung und Produktionssteigerung eingesetzt werden, in den Iserlohner Werkstätten erweitern sie die Teilhabemöglichkeiten am Arbeitsleben – perspektivisch auch für Übergänge auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Da heutzutage alle über die Chancen der Digitalisierung reden, bietet 53° NORD mit diesem Lokaltermin einen Einblick quasi zum Anfassen in den ganz praktischen Nutzen von Assistenzsystemen, Robotik und digitaler Assistenz in Werkstätten und die Möglichkeit, mit allen Beteiligten sowie den Nutzer*innen dieses Projekts ins Gespräch zu kommen. Es werden praktischer Nutzen und direkte Erfahrungen aus der Praxis vermittelt und die Chancen sowie Herausforderungen der Digitalisierung gemeinsam diskutiert.

53° NORD Agentur und Verlag (53° NORD)

53° NORD Agentur und Verlag

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Veranstaltungen:  Katrin Euler & Martin Lenkewitz

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