4. Fachtag Demenz

27.11.2020
Berlin

Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt es in der älteren Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit etwa 48.000 dementiell erkrankte Menschen. Sprache und Kultur spielen eine wichtige Rolle beim Zugang zu Beratung, Diagnose und Behandlung. Dementielle Erkrankungen kennen keine ethnischen Grenzen.

Ist das Thema Demenz ein Thema in den Diskussionen der westlichen Welt? Wie gehen andere Länder mit ihren alten Menschen um? Inwieweit tragen soziale Faktoren zur Entwicklung einer dementiellen Erkrankung bei?

Wenn Demenz eine Krise ist, wo liegt die Chance aus spiritueller Sicht? Was Religionen mit dem Wort Gott bezeichnen, bezeugt die Erfahrung, dass alle Kommunikation vom Geiste der Liebe getragen ist. Der Sinn des Lebens ist – spirituell gesprochen – wohlwollende Begegnung und Berührung. Auch wer kognitive Fähigkeiten einbüßt, bleibt empfänglich für Wohlwollen. So animieren dementiell erkranke Menschen in einer funktional ausdifferenzierten Welt die gesunden Menschen, mit den unvermeidlichen Grenzerfahrungen barmherzig umzugehen. Umgekehrt können Familie, Freund*innen und das Fachpersonal dementiell veränderten Menschen Resonanzräume eröffnen - für Überraschendes und Befremd-liches, für Gewohnheiten, Erinnerungsinseln und Ängste. Eine Studie zu Spiritualität und Demenz aus dem Jahr 2009 zeigt, dass gerade die achtsame Offenheit für schmerzliche Erfahrungen und Widerstände Geborgenheit schafft.

Können wir von anderen Kulturen den Umgang mit Menschen mit Demenz lernen? Ozeanische Gesellschaften, gehen davon aus, dass alte Menschen nicht mehr über ihre geistigen Kräfte verfügen, da sie diese an die jüngere Generation weitergegeben haben. Kann es auch bei uns eine „Großzügigkeit“ im Denken geben? Was hätte das für den Umgang mit dementiell erkrankten Menschen zur Folge?

Dieser Fachtag möchte Möglichkeiten aufzeigen, den transkulturellen Bedarf Ihrer Klient*innen zu erheben, Wünsche und Bedürfnisse zu erfassen, Ihre eigenen Grenzen als Fachkraft besser zu erkennen und konstruktiv gestärkt damit umzugehen.

Programm

09.00 Uhr Stehkaffee

09.30 Uhr Begrüßung Dr. Klaus Ziller

  • Beratung und Begleitung von dementiell veränderten Menschen und ihren Familien in ihrer letzten Lebensphase, Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin
  • Rechtliche Aspekte: Sterbehilfe in Deutschland – was ist erlaubt, was ist strafbar, Susan Vogel

12.00 Uhr Kaffeepause

  • Grundbegriffe der Weltreligionen unter demenz-sensibler Rücksicht, Annette Edenhofer

13.00 Uhr Mittagspause

  • Grundbegriffe der Weltreligionen unter demenz-sensibler Rücksicht, Annette Edenhofer

15.15 Uhr Kaffeepause

  • Gewalt gegen dementiell erkrankte Menschen und transkulturelle Gewaltprävention, Prof. Dr. Stefan Büttner-von Stülpnagel

17.15 Uhr Abschlussdiskussion und Verabschiedung, Dr. Klaus Ziller

Bundesakademie für Kirche und Diakonie (bakd)

Inhaltliche Anfragen

Dr. Gabriele Beckert

Tel.: 0172 739 28 85
gabriele.beckert@ba-kd.de