Die ICF als systemische Perspektive sozialer Teilhabe verstehen und anwenden!
10.01.2024-19.03.2024
Online
Ein modernes berufliches Selbstverständnis von Heilpädagoginnen und Heilpädagogen umfasst die Begleitung und Gestaltung von Teilhabeprozessen mit Menschen in erschwerten Lebenslagen. Dieser Gedanke wurde durch die Diskussionen vor und nach Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes sowie im Prozess der Erarbeitung verschiedener Verordnungen und Bedarfsermittlungsinstrumente noch gestärkt. Volle wirksame und gleichberechtigte Teilhabe ist eine Forderung der UN-BRK und u. a. nach dem SGB IX sicher zu stellen.
Die Gestaltung, Ausführung und Sicherung der mit Teilhabe(chancen) zusammenhängenden Prozesse, die sowohl den Wünschen und Bedarfen der Menschen mit Behinderungen entspricht und die gesetzlichen Anforderungen in praktikabler Weise erfüllt, wird momentan von allen beteiligten Akteuren thematisiert. Dabei hat die Bedarfsermittlung eine zentrale Bedeutung für gute Leistungen zur sozialen Teilhabe.
Der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF), dem Klassifikationsmodell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Beschreibung von Auswirkungen eines Gesundheitszustandes, kommt daher ein hoher Stellenwert zu. Durch die ICF wird ein bio-psycho-soziales Verständnis von Behinderung gestärkt. Es verdeutlicht, dass Behinderung als Ergebnis von Wechselwirkungen zwischen dem Gesundheitszustand, den Körperfunktionen und -strukturen der Person, ihrer Aktivitäten und Partizipation und ihrem individuellen Lebenshintergrund (Kontextfaktoren) zu betrachten ist (BAR: 2016:17).
In der Arbeitsweise mit der ICF, zur ganzheitlichen Abbildung von Lebenslagen, sind Partizipation, Teilhabe und das Eingebundensein der Person selbst zentrale Bezugspunkte. Zur Transparenz im interdisziplinären und multiprofessionellen Austausch dient die Sprache der ICF.
In diesen Entwicklungen liegen Unausweichliches, Riskantes sowie Chancen und Möglichkeiten, die individuellen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Verhältnisse, in denen sich heilpädagogisches Handeln bewegt, zu gestalten. Um bei diesen aktuellen Aufgaben, An- und Herausforderungen in den heilpädagogischen Handlungsfeldern förderlich auf soziale Teilhabe hinzuwirken, ist die sichere Anwendung der ICF ein Qualitätsmerkmal heilpädagogisch Agierender.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
- Philosophie und Grundbegriffe der ICF sowie das bio-psycho-soziale Gesundheitsmodell kennen,
- Konzepte und den Aufbau der ICF praxisnah unter zentralen, handlungsleitenden Prinzipien der Heilpädagogik verstehen und beschreiben.
- die ICF-Klassifikation in der Praxis anwenden und kritisch diskutieren.
Die Weiterbildung findet als Online-Angebot statt und setzt sich zusammen aus:
- 50% Onlineseminar in 4 Modulen
- 15% Inputs: Skripte, Videos, Podcasts
- 35% Intervision mit KollegInnen & Reflexion mit der Referentin
Bitte beachten Sie:
Das Seminar vom 10. Januar 2024 ist nur das erste von vier Webseminaren im Rahmen der Fortbildung. Die Seminare finden statt am:
- Mittwoch, 10. Januar 2024, 18:00-20:00 Uhr
- Dienstag, 30. Januar 2024, 18:00-20:00 Uhr
- Donnerstag, 22. Februar 2024, 18:00-20:00 Uhr
- Dienstag, 19. März 2024, 18:00–20:00 Uhr
Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft e. V. (DHG)
Europäische Akademie für Heilpädagogik des BHP e. V.
Herzbergstraße 82–84
10365 Berlin
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