2. Bielefelder Teilhabekongress

02.-03.07.2026
Bielefeld

Der 2. Bielefelder Teilhabekongress widmet sich der Frage, wie u. a. die Teilhabe für Menschen mit neuropsychiatrischen Langzeitverläufen konkret verwirklicht werden kann. Neben Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis spielen die Perspektiven von Patienten und Patientinnen und Vertretungen mit besonderen Erfahrungen eine zentrale Rolle. Der Kongress wird Impulse geben, die evidenz- und praxisbasierte Ansätze zu einer inklusiven Gesellschaft beitragen können – und welche Schritte nötig sind, um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen.

Hintergrund

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordert die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft sowie die Einbeziehung in die Gemeinschaft – für jeden einzelnen Menschen mit einer Beeinträchtigung, chronischen Erkrankungen oder Behinderung. Diese Forderung gilt es, mit Leben zu füllen und konkret im Alltag und der Versorgung umzusetzen – auch und besonders im Gesundheitswesen.

Mit dem Begriff der Inklusion rücken die gesellschaftliche Verantwortung und die strukturellen Bedingungen stärker in den Fokus: Welche Bedingungen ermöglichen echte Teilhabe – und wo bestehen nach wie vor Barrieren? Trotz vielfältiger Fortschritte bleiben inklusive Entwicklungen und Teilhabechancen, die u. a. den gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsleistungen ebnen, weiterhin zentrale Themen in Politik, Praxis und Wissenschaft. Reformen wie das Bundesteilhabegesetz (BTHG) zielen darauf ab, Selbstbestimmung und Teilhabe zu stärken – auch im Hinblick auf medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung.

Herausfordernd bleibt die Umsetzung für Menschen mit hohem und komplexem Unterstützungs-, Assistenz- oder Behandlungsbedarf. Hier müssen finanzielle, strukturelle, personelle und fachlich-konzeptionelle Aspekte miteinander in Einklang gebracht werden. Kommunen, Leistungsträger und Leistungserbringer sind gleichermaßen gefordert, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass individuelle Teilhabe tatsächlich gelingt. Landesrahmenverträge und SGB-übergreifende Behandlungs- und Unterstützungskonzepte müssen dabei stärker in die alltägliche Praxis überführt und gelebt werden. Auch die Wissenschaft trägt Verantwortung, Brücken zwischen evidenzbasierter Forschung und der Versorgungsrealität zu schlagen.

Programm

Donnerstag, 2. Juli 2026

09:30 Uhr

Ankommen & Stehkaffee

10:00–10:30 Uhr Begrüßungen
10:30–11:00 Uhr

Keynote-Vortrag: Einführung in die Thematik

Gut versorgt?! Die Realität für Menschen mit Beeinträchtigung

11:00–11:30 Uhr kurze Pause
11:30–13:30 Uhr

Themenblock – Inkl. Medizin

  • Thematisch-inhaltlicher Input von Dr. Meike Wehmeyer:
    Von Unterschieden, die einen Unterschied machen: Inklusive Wege aus psychiatrischen Endlosschleifen bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen
  • Die Perspektive der Selbstvertretung
    Langfristige Krankheitsverläufe interdisziplinär denken — mit Mut und Zutrauen gemeinsam im Austausch!
  • Die Perspektive der Eingliederungshilfe
    Kein Platz im System? Soziale Teilhabe bei Menschen mit außergewöhnlich intensiven Assistenzbedarfen

  • Eine Einordnung des Themas in den wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kontext
  • Allgemeine Diskussion mit dem Publikum
13:30–14:30 Uhr Mittagspause
14:00–15:30 Uhr Posterwalk
15:30–17:30 Uhr

Themenblock – Neurologie

  • Langzeit-Outcome nach Schlaganfall: Lebensqualität und Teilhabe
  • Wenn das Leben neu startet: Wege zur Teilhabe nach Hirnschädigung
  • Patientenperspektive
  • Eine Einordnung des Themas in den wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kontext

  • Moderation
  • Q&A Session
18:00 Uhr Get together | Neue Schmiede – Bethel
21:00 Uhr Abendsegen – Zionskirche

Freitag, 3. Juli 2026

08:00 Uhr Ankommen & Stehkaffee
08:00–08:15 Uhr Begrüßung
08:15–08.45 Uhr Stärkung der Teilhabe und der Selbstbestimmung im Gesundheitssystem
08.45–10:45 Uhr

Themenblock – Epilepsie

  • Einführung: Teilhabe bei Menschen mit Epilepsie – rehabilitative Angebote und die Lebenswirklichkeit Betroffener
  • Was kann Reha leisten? (aus Sicht einer stationären Epilepsie-Rehabilitationsklinik)
  • Aus der Perspektive Betroffener
  • Was kann Reha leisten? (aus Sicht der Eingliederungshilfe)
  • Aus der Perspektive Betroffener

  • Zusammenführung und Diskussion
  • Q&A Session
10:45–11:15 Uhr kurze Pause
11:15–13:15 Uhr

Themenblock – Psychosoziale Medizin

  • Langzeitverläufe psychischer Störungen und Teilhabeeinschränkungen
  • Was brauchen wir?
  • Unterstützes Wohnen und Arbeiten – was hilft?
  • Wer braucht was im Teilhabeprozess? Und was nicht?
     
  • Diskussion
  • Q&A Session
13:15–14:00 Uhr Pause
14:00–14:45 Uhr Plenumsdiskussion mit Podiumsdiskussion unter Einbeziehung verschiedener Perspektiven (Betroffene, Fachleuten etc.) 
14:45 Uhr Abschluss
15:00 Uhr Ende des Kongresses

Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

Dr. Bartolt Haase (Vorstand)

E-Mail: bi-teilhabekongress(at)bethel.de

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