1. Sozialpolitischer Fachtag 2026
18.06.2026
Online
Gesetzlich Krankenversicherte mit Inkontinenz haben einen Rechtsanspruch auf die Versorgung mit Inkontinenzhilfen in der erforderlichen Qualität und Menge. Eine solche Versorgung ist kein Luxus, sondern das gute Recht der Betroffenen. Die Durchsetzung dieses Rechtsanspruchs gestaltet sich allerdings häufig schwierig. Krankenkassen und Leistungserbringer schieben sich hierfür gegenseitig die Verantwortung zu. Leidtragende sind die Betroffenen, die häufig viel zu viel Geld für angeblich „höherwertige” Inkontinenzartikel ausgeben. Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) setzt sich deshalb seit vielen Jahren auf politischer Ebene und mit seinem kostenlosen Musterantrag für eine bessere Inkontinenzversorgung für Menschen mit Behinderung ein.
Auf dem Sozialpolitischen Fachtag wird das Thema „Inkontinenzversorgung“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Katja Kruse, Justiziarin des bvkm, erläutert zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Rechtsanspruch auf Inkontinenzversorgung. Sie gibt außerdem Hinweise zur Rechtsprechung und Tipps für den Einsatz des bvkm-Musterantrags. Ursula Hofmann, Vorsitzende des Rückenwind e.V. und Mutter einer
erwachsenen jungen Frau mit komplexer Behinderung, berichtet von ihren erfolgreichen Kämpfen mit der Krankenkasse für eine gute Inkontinenzversorgung ihrer Tochter. Schließlich erläutert Beate Bettenhausen, Vorsitzende des bvkm, wie sich der bvkm sozialpolitisch für Verbesserungen bei der Inkontinenzversorgung einsetzt. Dazu gehört u.a. der Einsatz des bvkm für die sogenannten „Toiletten für alle“, für deren Entstehung sich insbesondere auch verschiedene Mitgliedsorganisationen des bvkm stark machen. „Toiletten für alle“ sind eine Erweiterung gängiger barrierefreier WCs um einen Personen-Lifter und eine Pflegeliege. Sie sorgen dafür, dass das entwürdigende Wechseln von Inkontinenzhilfen auf dem Fußboden öffentlicher Toiletten ein Ende hat und ermöglichen dadurch die Teilhabe von Menschen mit komplexer Behinderung.
Nach der Mittagspause berichtet die neue Geschäftsführerin des bvkm, Romy Tornow, über den Dialogprozess zur Eingliederungshilfe, der zurzeit zwischen dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den Ländern und Kommunen geführt wird. Außerdem gibt Katja Kruse einen Überblick über den Stand der geplanten Pflegereform. Abgerundet wird der Fachtag wie immer mit Informationen zu weiteren aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen im Bereich des Behindertenrechts.
Zielgruppe: Fachkräfte und ehrenamtlich Tätige, die Betroffene in sozialrechtlichen Angelegenheiten beraten und/oder sich für die sozialpolitische Arbeit des bvkm interessieren.
Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm)
Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V.
Brehmstr. 5-7
40239 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 640 04-0
E-Mail: simone.bahr@bvkm.de
Web: www.bvkm.de
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