30.11.2010

Symposium "Mobile Rehabilitation im Sozialraum" vom 12. bis 13. November 2010 in Berlin

Das Symposium „Mobile Rehabilitation im Sozialraum“ fand im November 2010 im Evangelischen Johannesstift in Berlin-Spandau statt. Mit dieser dritten Veranstaltung seit 2008 haben sich die MoRe-Symposien inzwischen als Forum für den Austausch über aktuelle Probleme und Perspektiven der Einführung des Leistungsangebots Mobile Rehabilitation (nach § 40 SGB V) sowie zu Fragen einer sozialraumorientierten Sozialpolitik für Menschen mit Behinderung, Pflegebedarf und chronischer Krankheit etabliert.

Das Symposium 2010 griff den in den letzten Jahren prominent gewordenen Begriff des Sozialraums auf, der auf die räumliche Dimension der sozialen Wirklichkeit verweist. Anliegen war es, den Sozialraum in seinen verschiedenen Aspekten für die Mobile Rehabilitation (MoRe) und damit für eine strukturelle Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation zu erschließen. Die Erfahrung der BAG MoRe, dass die Mobile Rehabilitation von Haus aus auf den Sozialraum bezogen ist, war dabei wichtiger Ausgangspunkt.

Am Symposium im Evangelischen Johannesstift in Berlin-Spandau nahmen Betroffenenvertreter, Wissenschaftler, Rehabilitationsträger, Politiker und Praktiker aus MoRe-Diensten teil. Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann (BAG MoRe und DVfR) und Dr. med. Martin Warnach (Ev. Johannesstift Berlin) leiteten die Veranstaltung.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe e. V.) veranstaltete das Symposium in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), dem Diakonisches Werk der EKD e.V. (DW der EKD), dem Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO e.V.), Saarbrücken.

Die Referenten des ersten Tages waren:

  • Dr. M. Warnach (Evang. Johanneswerk, Berlin, BAG MoRe)
  • M. Böker-Scharnhölz (Vorstand BAG PV, Bielefeld)
  • H.-D. Nies (1. Beigeordneter und Sozialdezernent, Landkreis Bad Kreuznach)
  • C. Lawall (GKV-Spitzenverband, Berlin)
  • A. Lang (VdK Landesvorsitzender, Saarbrücken)

Vier Workshops befassten sich mit den Themen:

  • WS 1 Neurologie und Behindertenhilfe: Mobile Rehabilitation als regelmäßiges Angebot in der Region für Menschen mit neurologischen Schädigungen oder Behinderungen
  • WS 2 Geriatrie: Neue Wege in der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation: Konzeptionelle Spielräume und ihre Grenzen
  • WS 3 Psychiatrie und Suchthilfe: MoRe im Rahmen der Psychiatrie und Suchthilfe
  • WS 4 Pflegeheim und in der Kurzzeitpflege: MoRe im Pflegeheim und in der Kurzzeitpflege: Voraussetzungen und Chancen!

Am zweiten Tag berichtete Dr. Schmidt-Ohlemann als Vorsitzender der BAG Mobile Rehabilitation über den aktuellen Entwicklungsstand der Mobilen Rehabilitation in Deutschland. Er wies darauf hin, dass der Gesetzesauftrag des § 40 SGB V nicht annähernd erfüllt ist und benannte die Probleme bei der Zulassung von neuen Diensten und bei der Genehmigung von MoRe-Leistungsanträgen. Er forderte vonseiten der Krankenkassen konzeptionelle Vorschläge für Verbesserungen ein und empfahl kommunalen Gebietskörperschaften, das Leistungspotential der MoRe für die Lösung der Versorgungsprobleme im Sozialraum zu nutzen.

Die Abschlussdiskussion widmete sich dem Thema „Sozialraumorientierung mit dem Baustein Mobile Rehabilitation als Leitidee in der künftigen Sozialpolitik für Menschen mit Behinderung, Pflegebedarf oder chronischer Krankheit?“. Prof. Dr. Johann Behrens (Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft) moderierte die Diskussion.

Die Beiträge, Berichte aus den Workshops und Zusammenfassung der Diskussion finden Sie hier zum Download:

Workshop 1

Workshop 2

Workshop 3

Workshop 4

Flyer