19.09.2018

Sonderpädagogen nehmen Schülerschaft aus sozial benachteiligten Familien verstärkt in den Blick

Rund 200 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen aus Praxis und Forschung haben am 14. und 15. September 2018 beim Bundesfachkongress des Verbands Sonderpädagogik (vds) in Kooperation mit dem Grundschulverband aktuelle Herausforderungen des Förderschwerpunkts Lernen diskutiert. Ihre Forderung: bundesweit einheitliche Bedingungen für gute Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in sozial benachteiligenden Lebenslagen.

Über 90% der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen wachsen in Armutsverhältnissen und/oder als bildungsfern stigmatisierten Elternhäusern auf, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung des vds. Es werde seit Langem ein Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung bzw. prekären Lebenslagen und sonderpädagogischem Förderbedarf diskutiert. Beeinträchtigungen des Lernens seien nicht als ein rein medizinisch-psychologisches Phänomen zu betrachten, dem mit mechanistischen Vorstellungen von Förderung begegnet werden könne. Ziel des Fachkongresses war es, gerade diese Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt Lernen aus benachteiligenden Lebenslagen in den Blick zu nehmen. In Seminaren und Workshops befassten sich die Kongressteilnehmenden mit entsprechenden Möglichkeiten zur Unterstützung von Lernprozessen, Konzepten zur Organisations- und Unterrichtsentwicklung sowie mit gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

Starke regionale Unterschiede bei Bildungschancen

Bei der Betrachtung der Situation in den einzelnen Bundesländern zeigten sich deutliche Unterschiede bei den Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und Hilfen für eine inklusive Schulentwicklung. Die Problem- und Lebenslagen der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich Lernen hingegen unterschieden sich hingegen nicht, so die Aussage des Hauptvortrags. Anlässlich dieser Situation fordert der vds die Schaffung möglichst einheitlicher Bedingungen für Bildungschancen bundesweit, unabhängig von der Ausgangs- bzw. Lebenslage der Kinder und Jugendlichen.

„Wir sehen uns in der Pflicht, bei allen Bemühungen um die Entwicklung einer inklusiven Schule an allen Lernorten gerade die Schülerinnen und Schüler aus benachteiligenden Lebensverhältnissen in den Blick zu nehmen und zur Schaffung möglichst guter Bildungschancen in allen – auch in schwierigen – Lebenslagen beizutragen“, so Dr. Angela Ehlers, Bundesvorsitzende des Verbands.

Der Förderschwerpunkt Lernen umfasst innerhalb der sonderpädagogischen Förderbedarfe die größte Schülergruppe.

Weitere Informationen

www.verband-sonderpaedagogik.de

(Quelle: Verband Sonderpädagogik)