20.09.2007

„Rehabilitation und Integrierte Versorgung. Anspruch, Wirklichkeit, Zukunft“ - Fachtagung vom 13. bis 14. September 2007 in Erkner

Am 13. und 14. September 2007 veranstalteten die DVfR und die Deutsche Rentenversicherung Bund in Erkner bei Berlin gemeinsam eine Tagung mit dem Titel: "Rehabilitation und Integrierte Versorgung. Anspruch, Wirklichkeit, Zukunft". Die Veranstaltung stieß in der Fachwelt auf großes Interesse und wurde von ca. 160 Personen besucht.

 

 

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 2004 wurde ein großer Schritt zu einer besseren Integration der stationären und ambulanten medizinischen Versorgung getan: Die damals verabschiedeten §§ 140a-d SGB V sehen zusätzliche Finanzmittel für Verträge mit Integrierter Versorgung vor. Krankenkassen und Leistungserbringer können auf dieser Grundlage Vereinbarungen treffen, die verschiedene Leistungssektoren miteinander vernetzen.

Auf der Tagung sollten zum einen Erfahrungen mit der bisherigen Erprobung der Integrierten Versorgung im Bereich der Krankenversicherung ausgewertet werden. Da die neue Versorgungsform aber auch bei den anderen Sozialleistungsträgern zunehmendes Interesse findet, sollten zum anderen Ansätze aufgezeigt und Möglichkeiten diskutiert werden, wie die Integrierte Versorgung auch jenseits des Zuständigkeitsbereichs der Krankenkassen angewendet werden kann. Erforderlich ist, in die Integrierte Versorgung die Rehabilitation (auch zur Verhütung von Krankheitsfolgen im Sinne von Behinderung / Teilhabeverlust) für Menschen mit chronischen Krankheiten einzubeziehen.

Insgesamt 33 Referenten regten mit ihren Beiträgen im Plenum und in den Werkstattgruppen intensive Diskussionen über die Praktikabilität der Integrierten Versorgung auf den verschiedenen Feldern sozialer und gesundheitlicher Arbeit an. Es zeigte sich, dass insbesondere die folgenden Aufgaben und Probleme dringend einer Lösung bedürfen, wenn es gelingen soll, die Integrierte Versorgung "flächendeckend" im Bereich der Rehabilitation umzusetzen:

  • Integrierte Versorgung ist besonders dort sinnvoll, wo die Gesundheitsversorgung der Betroffenen mit Leistungen zur Teilhabe in Beruf und Gesellschaft vernetzt werden muss. Eine lediglich vertragliche Verknüpfung von Leistungsträgern und -erbringern genügt hier nicht; Koordination und Information müssen fallbezogen erfolgen.

  • Die Einbeziehung der Rehabilitation erfordert, dass Versorgungsplanung und -ablauf entscheidend vom Betroffenen und seinen Lebensbedingungen mitbestimmt werden.

  • Integrierte Versorgung muss langfristig ohne Zusatzfinanzierung durchgeführt werden können. Die ökonomischen Effekte (Vermeidung von Zeitverlusten, von Doppel- und Mehrfachbearbeitung, Verbesserung der Klientenmotivation etc.) können diese Versorgungsform selbsttragend machen.

  • Verschiedene Beteiligte - sowohl auf Träger- als auch auf Erbringerseite der Leistungen - müssen enger kooperieren und Transparenz gegenseitig sowie gegenüber dem Klienten herstellen.

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Tagungsprogramm

Übersicht der Mitwirkenden