02.03.2022

Paralympische Winterspiele 2022 und deutsche Medaillenhoffnungen

Am 4. März 2022 begrüßt Peking über 600 paralympische Athletinnen und Athleten aus 50 Nationen bei den Paralympischen Winterspielen. Bis zum 13. März stehen 78 Medaillenentscheidungen in sechs Para Sportarten auf dem Programm. Für Deutschland treten 17 Sportlerinnen und Sportler an, berichtet der Deutsche Behindertensportverband (DBS).

Die sechs Para Sportarten sind unterteilt in zwei Disziplinen: Schneesport (Para Ski alpin, Para Skilanglauf, Para Biathlon und Para Snowboard) und Eissport (Para Eishockey und Rollstuhlcurling). Die Wettbewerbe werden in drei Wettkampfzonen ausgerichtet: im Zentrum von Peking, in Yanqing und in Zhangjiakou. Pandemiebedingt dürfen nur vollständig Corona-Geimpfte nach Peking reisen. Zu den Hygienemaßnahmen gehören tägliche PCR-Tests sowie Schutzmasken.

Deutsche Medaillenhoffnungen

Bei den Frauen seien Monoskifahrerin Anna-Lena Forster aus Radolfzell sowie für Para Biathletin und Para Langläuferin Anja Wicker aus Stuttgart (sitzende Klasse) im Fokus, so der DBS. Forster gewann bereits fünf Paralympics-Medaillen, davon zwei goldene. In Vorbereitung auf Peking holte die 26-Jährige bei der Para Schneesport-Weltmeisterschaft in Lillehammer (Januar 2022) vier Goldmedaillen. Para Ski alpin-Fahrerin Andrea Rothfuss reist zu ihren fünften Spielen und hat in ihrer Karriere bereits 13 Paralympics-Medaillen gewonnen, doch die Konkurrenz sei stark angewachsen. Bei den Männern tritt Para Biathlet Martin Fleig (32) als Paralympics-Sieger von 2018 über die 15 Kilometer an.

Im ewigen Medaillenspiegel ist Deutschland mit insgesamt 365 Edelmetallen, darunter 137 Mal Gold, vor vier Jahren auf Platz eins gesprungen – dicht gefolgt vom vorherigen Spitzenreiter Norwegen mit 136 Goldmedaillen. Bei den Winter-Paralympics 2018 in Südkorea erreichte Deutschland mit sieben Gold-, acht Silber- und vier Bronzemedaillen den fünften Platz in der Nationenwertung. In diesem Jahr wäre für Deutschland ein Platz unter den besten zehn Nationen ein Erfolg, so der DBS.

Mediale Berichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zeigen die meisten Wettkämpfe und Entscheidungen zusammenfassend aus Peking. Das ZDF überträgt die Eröffnungsfeier am Freitag, 4. März 2022, und plant Sendungen an vier von neun Wettkampftagen. Die ARD überträgt ebenfalls an fünf Tagen, inklusive des Abschlusstages am 13. März. Live gibt es die Wettkämpfe über Livestreams der beiden Sender sowie auf den Kanälen des Internationalen Paralympischen Komitees.

Schwierige politische Lage

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des DBS, kritisiert: „China ist unter Berücksichtigung der Menschenrechtslage ein Land, in das Olympische und Paralympische Spiele nicht hätten vergeben werden dürfen.“ Er lehnt einen Boykott der Spiele durch Sportlerinnen und Sportler aber ab. Der DBS fordert aufgrund des militärischen Angriffs Russlands auf die Ukraine den Ausschluss von Russland und Belarus von den Paralympischen Winterspielen.

Vertiefte Informationen zu den paralympischen Winterspielen und den deutschen Teilnehmenden bietet die Website des DBS.

(Quelle: Deutscher Behindertensportverband e.V., National Paralympic Committee Germany)