19.11.2018

Modellprojekt zur Beratung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und Suchtmittelkonsum

Wenn geistige Behinderung und problematischer Substanzkonsum aufeinandertreffen: Das Bundesmodellprojekt aktionberatung soll Fachkräfte der Sucht- und Behindertenhilfe dazu befähigen, suchtmittelkonsumierende Menschen mit geistiger Beeinträchtigung adäquat zu beraten.

Am 1. September 2018 ist in Wiesbaden das Bundesmodellprojekt aktionberatung – einfach.gut.beraten gestartet. Das vom Bundesministerium für Gesundheit  geförderte Projekt soll eine Lücke im Hilfesystem der Versorgung geistig behinderter Menschen mit Substanzkonsum schließen.

Durch das Bundesteilhabegesetz  ist eine Reihe von Maßnahmen verabschiedet worden, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen stärken. Personen mit geistiger Behinderung sollen ihr Leben selbstbestimmter gestalten können, sind aber damit auch den Gefahren im Umgang mit Alkohol und Drogen ausgesetzt.

Zielgruppenspezifisch beraten und begleiten

Hier setzt das Projekt aktionberatung an, indem am Modellstandort Wiesbaden ein für den Personenkreis mit geistiger Behinderung entsprechendes Beratungskonzept erarbeitet und erprobt wird. Die Projektpartner Jugendberatung und Jugendhilfe e.V.  und der Evangelische Verein für Innere Mission in Nassau haben sich zum Ziel gesetzt, zunächst ein Beratungshandbuch mit Praxisanleitung zu entwickeln. Zudem soll eine Online-Datenbank als Informations- und Medienpool konzipiert werden. Dadurch können die Erkenntnisse, aber auch die neuen Praxisansätze, überregional bereitgestellt werden.

Ein wichtiger Baustein im Projekt aktionberatung ist die Partizipation von Menschen mit geistiger Behinderung an der Projektdurchführung. Hierzu werden Kontakte zu den Selbstvertretungsorganisationen und Fachverbänden hergestellt, um möglichst viele Unterstützer im Rahmen des Projektes einbeziehen zu können.

Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgt durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt sowie durch den Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda.

Weitere Informationen zu dem Bundesmodellprojekt unter:

www.aktionberatung.de

(Quelle: aktionberatung)