14.11.2008

„Mobile Rehabilitation – wohin?“ - Bericht über den Workshop am 7. und 8. November 2008 in Berlin

Der zweitägige Workshop zum Thema "Mobile Rehabilitation - wohin ?" am 7. und 8. November 2008 im Ev. Johannesstift Berlin bot Rehabilitationsexperten, Vertretern der Wissenschaft, der Rehabilitationsträger und der Politik Gelegenheit, Fragen der Weiterentwicklung der Mobilen Rehabilitation zu erörtern.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe) und die DVfR veranstalteten diese Tagung gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der EKD, dem Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO). Tagungsleiter war Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der BAG MoRe, Bad Kreuznach und Vorsitzender der DVfR.

Seit 1. April 2007 ist die Mobile Rehabilitation als Form der ambulanten Rehabilitation im Leistungsrecht der gesetzlichen Krankenkassen (SGB V) verankert, und sie ist auch in stationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen. Entsprechend der Gesetzesbegründung richtet sich das neue Leistungsangebot auf „multimorbide Patienten mit erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen und einem komplexen Hilfebedarf. Das aufsuchende Rehabilitationsangebot bezieht damit einen Personenkreis ein, der bislang keine Rehabilitationschancen hat“. Obwohl eine Beschränkung auf bestimmte Indikationen und Teilhabeeinschränkungen nicht gegeben ist, sind die mobilen Rehabilitationsdienste in der Praxis fast ausschließlich auf geriatrische Patienten ausgerichtet. Nur für diesen Personenkreis liegen seitens der Krankenkassen Rahmenempfehlungen vor.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Fragestellung, ob über den Kreis der Geriatrie hinaus weitere Rehabilitandengruppen auf die Mobile Rehabilitation angewiesen sind, um Rehabilitationschancen zu erhalten, und welche Indikationen dabei besonders in Betracht kommen. Bei der Beantwortung dieser Frage zeigte sich, dass es notwendig ist, neben den indikationsbezogenen Versorgungsbedarfen auch teilhabebezogene Zuweisungsargumente für diese Personengruppen einzubeziehen. Solche teilhabebezogenen Voraussetzungen müssen in geeigneter Form darstellbar sein, denn nicht alle Patienten mit infrage kommenden Indikationen benötigen mobile Rehabilitationsleistungen.

Neben Überlegungen zu rehabilitationsmedizinischen Versorgungsbedarfen und –ergebnissen für bestimmte Personengruppen kamen auch Belange der Sozialraumorientierung der Mobilen Rehabilitation zur Sprache, die den Blick auch auf die Frage lenkten, ob indikationsspezifische oder fachübergreifende (komprehensive) Formen der Mobilen Rehabilitation zu entwickeln sind.

Diese Themen wurden in den folgenden sechs Arbeitsgruppen erörtert, deren Ergebnisse im Plenum vorgestellt wurden:

  • Mobile geriatrische Rehabilitation
  • Mobile Rehabilitation für chronisch psychisch kranke Menschen
  • Mobile Rehabilitation für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung
  • Neurologische Mobile Rehabilitation
  • Mobile Rehabilitation im Fachgebiet physikalische und rehabilitative Medizin bzw. fachübergreifend sowie
  • Mobile Rehabilitation in Altenhilfe und Pflegeheimen.

Diese Veranstaltung war ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Rehabilitation unter den Gesichtspunkten Bedarfsdeckung und Ressourcenoptimierung. Die Diskussion über die Ausgestaltung von bedarfsgerechten wohnortnahen, ambulanten und mobilen Rehabilitationsangeboten muss fortgesetzt werden, darüber waren sich die Teilnehmer des Workshops einig.

Das Veranstaltungsprogramm

Workshop-Programm

Impulsreferate

Stand der Mobilen Rehabilitation 2008
Dr. Werner Winkler

Gemeinsame Kriterien für den Personenkreis der Mobilen Rehabilitation
Dr. Martin Warnach

Indikationsspezifische versus fachübergreifende Mobile Rehabilitation – Ergänzung oder Widerspruch im Konzept einer sozialraumorientierten Rehabilitation?
Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann

Statements

Erwartungen an die Weiterentwicklung der Mobilen Rehabilitation
Oliver Blatt, VdAK/AEV

Erwartungen an die Weiterentwicklung der Mobilen Rehabilitation
Dr. Norbert Lübcke, MDK Nord

Berichte aus den Arbeitsgruppen

AG 1   Mobile geriatrische Rehabilitation
Dr. Rainer Neubart

AG 3   Mobile Rehabilitation für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung
Dr. Tomas Steffens

AG 4   Neurologische Mobile Rehabilitation
Dr. Dr. habil. Paul Reuther

AG 6   Mobile Rehabilitation in Altenhilfe und Pflegeheimen
Carola Schweizer