30.10.2006

Mobile Rehabilitation - ein innovatives Angebot für die Zukunft: Seminar am 21. Oktober 2006 in Düsseldorf

"Mobile Rehabilitation - ein innovatives Angebot für die Zukunft" lautete der Titel eines Seminars, das am Samstag, 21. Oktober, im Rahmen der REHACARE International 2006 (18. bis 21. Oktober 2006) in Düsseldorf durchgeführt wurde. Das Seminar befasste sich mit den Möglichkeiten, qualifizierte Rehabilitationsleistungen in das Lebensumfeld von Menschen mit Behinderung, Pflegebedarf und chronischen Krankheiten zu bringen.

Veranstalter war die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe), Bad Kreuznach, mit organisatorischer Unterstützung der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR), Heidelberg, und des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO), Saarbrücken.

Die bewährten und wirksamen Methoden der Rehabilitation kommen oft gerade dort nicht zum Einsatz, wo Betroffene und deren Angehörige sie am dringendsten benötigen: im eigenen Lebensumfeld. Die Barrieren sind vielfältig:

  • Nach einer klinischen Behandlungsphase werden Menschen, die eine Behinderung zurückbehalten haben, in (Kurzzeit-) Pflegeheime oder nach Hause verlegt. Die Weiterleitung in eine stationäre Rehabilitation unterbleibt, weil das Angebot nicht in geeigneter Form zur Verfügung steht oder die Zugangsvoraussetzungen dafür (noch) nicht erfüllt sind.

  • Niedergelassene Ärzte und Therapeuten können ambulant das nötige "Rehabilitationsprogramm aus einer Hand" nicht bieten oder organisieren. Meist können auch keine ausreichenden therapeutischen Hausbesuche durchgeführt werden.

  • Nicht alle in einer Rehabilitationseinrichtung mühsam erworbenen Funktionsverbesserungen können von Betroffenen nach Entlassung aus der Reha in der eigenen Lebenswelt erhalten werden. Die Übertragung von Trainingsinhalten auf das häusliche Umfeld, die Anpassung der Wohnumgebung und der verordneten Hilfsmittel an ein Leben mit Behinderung gehören nur im Ausnahmefall zum Servicepaket von Rehabilitationszentren.

  • In vielen Fällen sind trotz Rehabilitation Mobilität und die Chancen auf Selbstversorgung von Patienten so eingeschränkt, dass Pflege weiterhin nötig ist. Dann kommt es entscheidend darauf an, Angehörige einzubinden zu qualifizieren.

Von diesen Bedingungen sind zwischen 25.000 und 55.000 vorwiegend ältere Menschen betroffen. Es ist eine Gruppe mit besonderem Bedarf an mobiler oder aufsuchender Rehabilitation und oft guter Rehabilitationsprognose. Aber auch ohne exzellente "Rehabilitationsprognose" - verstanden als komplette Wiedergewinnung der Selbständigkeit - haben Menschen den Anspruch auf Hilfen zur möglichst weit gehenden Teilhabe am Leben und auf Schutz vor vermeidbarer Verschlechterung ihres Zustandes.

Kommt ein Patient nicht zur Rehabilitation, so muss die Rehabilitation eben zum Patienten kommen! Dieser einfache Gedanke steckt hinter dem Konzept der "Mobilen Rehabilitation'', das in mehreren Modellvorhaben erfolgreich erprobt wurde. Inzwischen ist mit dem GKV-WSG 2007 die mobile Rehabilitation in den Leistungskatalog der Krankenversicherung aufgenommen. Mit den Krankenkassen wurde eine Rahmenempfehlung zur mobilen geriatrischen Rehabilitation (siehe Link am Ende des Artikels) abgeschlossen.

Das Seminar befasste sich also besonders mit der häuslichen Rehabilitation vor dem Hintergrund von Geriatrie, Pflege und Versorgung mit praktischen Hilfsmitteln. Es hat geholfen zu klären, unter welchen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Bedingungen Betroffene von mobiler Rehabilitation den größten Nutzen haben.
(Quelle: REHACARE International 2006, Düsseldorf, Juli 2006)

Die Publikation zur Veranstaltung ist seit Juni 2007 unter dem Titel Rehabilitation und Pflege - Bericht über den REHACARE© Kongress - "Pflege zu Hause - was tun? Das Spektrum der Rehabilitation nutzen!", in der auch über das Seminar berichtet wird, als Band 15 in der Schriftenreihe der DVfR erschienen. Der Mitgliederpreis beträgt € 19,- und der Nichtmitgliederpreis € 22,-. Das Buch kann bei der DVfR unter folgender Adresse bestellt werden.

Rahmenempfehlungen zur mobilen geriatrischen Rehabilitation

Messe RehaCare

Der Flyer und das Inhaltsverzeichnis zum Buch sind als Download abrufbar.