26.05.2004

Mitarbeiter krank - was nun? Betriebliches Eingliederungsmanagement - Herausforderung für Unternehmen. - Bericht zur Tagung vom 14.05.04 in Berlin

Die Tagung der DVfR am 14. Mai 2004 befasste sich mit dem aktuellen Thema "Betriebliches Eingliederungsmanagement", das gerade zum 1.5.2004 im § 84 SGB IX neu geregelt wurde. Hier finden Sie die Zusammenfassung der Tagung (Ergebnisse und 9 Thesen, Referate und Präsentationen).

Rund 270 Teilnehmer aus Unternehmen, Rehabilitationseinrichtungen und -diensten, von Rehabilitationsträgern, Behindertenverbänden und Gewerkschaften nahmen an der Tagung in Berlin teil. Rund ein Drittel der Tagungsteilnehmer kamen aus Betrieben (Personalverantwortliche, Schwerbehindertenvertrauensleute, Betriebsräte), um sich über Möglichkeiten und Nutzen von betrieblichen Präventionsmaßnahmen zu informieren.

Bereits bei einem Vorabendempfang im Kleisthaus, Berlin, dem Sitz des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Karl Hermann Haack, wurde in kurzen Redebeiträgen des Bundesgesundheitsministeriums (BMGS), der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und des Sozialverbands Deutschland (SoVD) kontrovers über Für und Wider des neuen Gesetzes gestritten. Einigkeit bestand jedoch darin, dass betriebliche Maßnahmen notwendig sind, um die Ausgrenzung von gesundheitlich beeinträchtigten Beschäftigten aus dem Arbeitsprozess zu verhindern.

Im Mittelpunkt der Fachtagung standen die Fragen: Was können Unternehmen tun, um Handlungsbedarf  bei gesundheitlichen Störungen der Mitarbeiter zu erkennen? Auf welche staatlichen Hilfen können sie zurückgreifen? Wie kann betriebliches Eingliederungsmanagement organisiert werden?

Zu den Referenten der Tagung gehörten Vertreter von Unternehmen, Sozialleistungsträgern und Gesundheitsdienstleistern, darunter METRO AG, Automobilhersteller Ford, das Bundesgesundheitsministerium, BDA, Berufsgenossenschaften, Kranken- und Rentenversicherungen, Schwerbehindertenvertrauensleute, Sozialverbände VdK und SoVD.

Die Vorträge gaben überzeugend Einblick, wie in den Unternehmen in Zusammenarbeit mit Gesundheits-/Rehabilitationsdiensten und den betroffenen Mitarbeitern erfolgreiche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention organisiert werden können. Dabei wurde deutlich, dass betriebliches Eingliederungsmanagement nicht eine zusätzliche, die Unternehmen belastende Aufgabe ist, sondern dass ein solches Handeln sich zum Nutzen der Unternehmen, der betroffenen Mitarbeiter und der Sozialsysteme auszahlt. Entscheidend ist, dass im Betrieb Verantwortlichkeiten festgelegt, Maßnahmen rechtzeitig ergriffen und die Zusammenarbeit mit externen Partnern gut organisiert wird. So gelingt es in vielen Fällen, Arbeitslosigkeit von gesundheitlich beeinträchtigten Mitarbeitern zu vermeiden, das Fähigkeitspotential dieser Mitarbeiter weiter zu nutzen und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Dies ist nicht nur solidarisch, sondern bringt auch wirtschaftlichen Erfolg für Unternehmen und Sozialversicherer!

In den nächsten Jahren muss es allerdings gelingen, diese beispielhaften Lösungen auf viele Unternehmen zu übertragen, vor allem auf Klein- und Mittelunternehmen, die wegen ihrer Strukturen auf die besondere Unterstützung durch externe Partner, wie Rehabilitationsträger, Betriebsärzte und arbeitsmedizinische Dienste, Integrationsfachdienste und Integrationsämter angewiesen sind.

Als Ergebnis der Fachtagung wurden 9 Thesen zusammengefasst, die konkret benennen, was zur breiten Umsetzung von betrieblichem Eingliederungsmanagement in Unternehmen und bei Sozialleistungspartner zu leisten ist.

Ergebnisdokumentation der DVfR-Tagung 2004 "Mitarbeiter krank - was nun?"

Inhaltsverzeichnis der Dokumentation "Mitarbeiter krank - was nun?"

Zusammenfassung und 9 Thesen zur Tagung

Referate der DVfR-Tagung 2004 "Mitarbeiter krank - was nun"

Eröffnung: Dr. F. Mehrhoff, HVBG (Leiter der Tagung)
Einführungsreferat Dr. Friedrich Mehrhoff

Erwartungen, Einschätzungen der Arbeitgeber zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (Dr. J. Wuttke, Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, BDA )
Referat Dr. Jürgen Wuttke

Gesundheitsförderung - Prävention - Rehabilitation: Was können Unternehmen erwarten? (MinDir R. Wilmerstadt, BMGS)
Referat MinDir Rainer Wilmerstadt

Gesunde Mitarbeiter als Erfolgsfaktor - Herausforderung für Unternehmen (Dr. J. Pfister, Metro AG )
Referat Dr. Jürgen Pfister

Zur Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen (A. Bauer, SoVD)
Statement Adolf Bauer

Eingliederungsmanagement im Unternehmen: Vernetzung von inner- und außerbetrieblichen Strukturen (Dr. E. Knülle, Ford AG)
Referat Dr. Erich Knülle

Mitwirkung der betrieblichen Schwerbehindertenvertretung bei der Eingliederung (H. Diedenhofen, BAG Betriebliche Schwerbehindertenvertretungen)
Referat Hans Diedenhofen

Runde Tische - mobile Servicestellen: Gesundheitsförderung bei der REAL SB-Warenhaus GmbH (A. Backendorf, Sozialverband VdK)
Referat Achim Backendorf

"Kurz" so gut wie "Lang": Die 6-Tage-Handwerkerintensivkur (K. Leuchter, IKK Schleswig-Holstein)
Referat Klaus Leuchter

Vorsorgegespräche bei der Deutschen Telekom AG (Dr. P. A. Vogelheim, Deutsche Telekom AG , Hamburg)
Referat Dr. Paula Antonia Vogelheim

Wiedereingliederung schädelhirnverletzter Unfallopfer in den Betrieb (W. Ehrhardt, Institut für Reha-Management)
Referat Winfried Ehrhardt

Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit für Beschäftigungsfähigkeit mit gesundheitlichen Risiken (R. Becker, Betriebskrankenkasse GBK)
Referat Robert Becker