04.05.2026

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2026

Das diesjährige Motto des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai lautet: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Jüngste Berichte über Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen stehen im Mittelpunkt der Aufrufe zur Teilnahme am Protest, aber auch massive Ausnahmen für die Privatwirtschaft bei der Barrierefreiheit im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG).

Ein Aktionsbündnis aus dem Sozialhelden e. V., dem Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos), der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), der Initiative Barrierefrei Feiern (ibf) und aktiv und selbstbestimmt (akse) richtet in Berlin die Aktivitäten zum Protesttag aus; zudem finden in vielen weiteren Kommunen Protestaktionen statt.

„Hierzulande zwingt uns die politische Entwicklung zunehmend in Abwehrkämpfe – ein unhaltbarer Zustand. Statt dringend notwendige Verbesserungen und Fortschritte für einen inklusiven Arbeitsmarkt und bei der Barrierefreiheit im privaten Sektor voranzubringen, sehen wir uns gezwungen, lang erkämpfte Rechte zu verteidigen, wie etwa die Verbesserungen bei der Kostenheranziehung für Teilhabeleistungen oder die inklusive Beschulung“, so Wiebke Schär von der ISL im Vorfeld der Protestaktionen. Persönliche und bedarfsgerechte Assistenz müsse in allen Lebensbereichen gesichert bleiben – im Kindergarten, in der Schule, in der Freizeit und im Arbeitsleben. „Personenzentrierte Unterstützung ist keine freiwillige Leistung oder ein Nice-to-have, sondern ein Menschenrecht“, betont Schär.

Die Demo in Berlin startet am 5. Mai 2026 um 15:30 Uhr am Brandenburger Tor. Sie verläuft „Unter den Linden“ entlang bis zum Roten Rathaus. Die Abschlusskundgebung mit Bühne wird vor dem Roten Rathaus von ca. 16:30 bis 17:30 Uhr stattfinden. Geplant ist mit ihr auch die Übergabe einer Petition zur Reform des BGG an Politikerinnen und Politiker; davor und danach Musik sowie Zeit zum Austausch an den Ständen. Während der Abschlusskundgebung stehen Gebärdensprachdolmetscherinnen zur Verfügung.

(Quellen: Berliner Behindertenverband e. V., ISL)