04.07.2024

Deutsches Institut für Menschenrechte legt Jahresbericht 2023 vor

Im Juli hat das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) seinen Jahresbericht 2023 zunächst online veröffentlicht. Der Jahresbericht gewährt Einblicke in die Arbeitsschwerpunkte und Aufgaben des Instituts und gibt einen Überblick über Zahlen, Projekte, Veranstaltungen und Publikationen im Berichtszeitraum. Dr. Britta Schlegel und Dr. Leander Palleit von der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention berichten über Fortschritte und Widerstände bei der Umsetzung der Konvention und sprechen sich für mehr Fantasie bei inklusiven Lösungen aus.

Ein Jahresbericht muss kein trockenes Zahlenwerk sein. Das zeigt der u. a. mit zahlreichen Interviews und Fotos gestaltete Bericht des DIMR, der u. a. ein Gespräch zum Stand der Rechte von Menschen mit Behinderungen enthält. Im August 2023 hatte das Institut die Stagnation bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) bemängelt. Anlass war die Staatenprüfung des Fachausschusses der Vereinten Nationen: Zum zweiten Mal überprüfte dieser am 29. und 30. August 2023, wie Deutschland die Rechte von Menschen mit Behinderungen umsetzt. In ihrem Parallelbericht zum deutschen Staatenbericht kritisierte die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Instituts, dass in Deutschland immer noch starke Sonderstrukturen bestehen: im Schulsystem, im System der Werkstätten wie auch in Form großer stationären Wohneinrichtungen.

„Einer der Gründe, warum uns die Fantasie für inklusive Lösungen fehlt, sind Berührungsängste aufgrund fehlender Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen“, erklärt Dr. Britta Schlegel, die die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention gemeinsam mit Dr. Leander Palleit führt. Die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre sei es, die Selbstbestimmung von behinderten Menschen in allen Lebensbereichen sicherzustellen und ausgrenzende Strukturen abzubauen.

Zum Jahresbericht auf der Website des DIMR

(Quelle: Deutsches Institut für Menschenrechte)