07.06.2022

Deutscher Ärztetag 2022: Anträge für verbesserte Rehabilitation positiv beschieden

Fünf Anträge zur „Stärkung der Rehabilitation für ein zukunfts- und krisenfestes Gesundheitswesen“ hat der 126. Deutsche Ärztetag Ende Mai 2022 angenommen. Eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der WHO-Initiative „Rehabilitation 2030“ sei mit Blick auf die alternde Gesellschaft und die Entwicklungen in der Pflege notwendig, so die Antragstellenden.

Die Anträge beziehen sich auf die Themen „Erweiterung und Stärkung der rehabilitativen Strukturen im Gesundheitswesen sowie im Sozialraum“, „Physikalische und Rehabilitative Medizin als integraler Bestandteil von Studium, Forschung und Lehre“, „Stärkung der alters- und indikationsunabhängigen Frührehabilitation im Akutkrankenhaus", "Implementierung ärztlicher Rehabilitationsbeauftragter an jedem Krankenhaus und Stärkung des Krankenhaussozialdienstes“ sowie „Strukturierte Rehabilitation nach COVID-19-Erkrankungen“. Eingebracht wurden die Anträge durch den Berufsverband für Physikalische und Rehabilitative Medizin (BVPRM) sowie die Deutsche Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitative Medizin (DGPRM).

Die Antragstellerinnen und Antragssteller sehen die Notwendigkeit für Verbesserungen in der Rehabilitation, vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung, den medizinischen Fortschritten mit besseren Überlebenschancen kritisch kranker Menschen und der Zunahme chronischer Erkrankungen. Dazu käme eine sich kontinuierlich wandelnde Arbeitswelt mit unsicheren Arbeitsverhältnissen, psychischer Belastung und angestrebter Lebensarbeitszeitverlängerung, was einen Mehrbedarf an Rehabilitation bedinge. Einer stetigen Zunahme Pflegebedürftiger sei entgegenzuwirken.

Die rehabilitative Behandlung von Patientinnen und Patienten mit sehr komplexen Krankheitsbildern und Funktionsstörungen sei oft umfangreich, zeitaufwändig und gehe häufig über die Möglichkeiten und Aufgaben der Krankenbehandlung in der Akutversorgung hinaus, so die Antragstellenden. Im Hinblick auf die Erhaltung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit und der Teilhabe könne es zu Fehl- und Unterversorgung kommen, wenn die Möglichkeiten der Rehabilitationsmedizin nicht schon in der Akutversorgung genutzt und dann in der weiterführenden Rehabilitation nicht hinreichend zur Anwendung kämen. Es bedürfe deshalb einer komplexen Reform der rehabilitativen Strukturen in Deutschland bedürfe, einer besseren Verzahnung der rehabilitativen Prozesse stationär/ambulant zur Optimierung der Versorgung und auch zur Entlastung der Hausärzte und niedergelassenen Fachärzte.

Zum Antrag „Erweiterung und Stärkung der rehabilitativen Strukturen im Gesundheitswesen sowie im Sozialraum“ fordert der Deutsche Ärztetag im Beschlussprotokoll die Selbstverwaltung auf, folgende Maßnahmen zu unterstützen:

  • flächendeckende Etablierung von mobiler aufsuchenden Rehabilitation,
  • Bereitstellung von Rehabilitationskompetenz zur Unterstützung der Vertragsärztinnen und Vertragsärzte bei der Abklärung komplexer Aufgabenstellungen,
  • Integration von rehabilitationskundigen Ärztinnen und Ärzten in ambulanten medizinischen und sozialen Netzwerken,
  • Stärkung von Konzepten der Langzeitrehabilitation mit adäquater Finanzierung.

Weitere Informationen zu den Anträgen und Forderungen bietet die Website des BVRM, die Internetseite der DGPRM sowie das Kapitel „Rehabilitation“ im Beschlussprotokoll des 126. Ärztetages.

(Quelle: Berufsverband für Physikalische und Rehabilitative Medizin, BPRM; Deutsche Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitative Medizin, DGPRM; Bundesärztekammer)