24.04.2020

BAG MoRe fordert Rettungsschirm für mobile Reha

Die Leistungsangebote der ambulanten und der ambulant-mobilen Rehabilitation werden im aktuellen Referentenentwurf der SARS-CoV-2-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung nicht berücksichtigt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe) fordert dringend Änderungen, um diese Leistungsangebote zu stützen.

In einer Pressemitteilung vom 20. April 2020 unterstreicht die BAG MoRe, dass alle Sektoren des Gesundheitssystems auf finanzielle Hilfe angewiesen sind, wenn die Versorgung während der Krise aufrechterhalten und nach der Krise noch zur Verfügung stehen soll. Dies gelte besonders auch für die mobile Rehabilitation, die gemeinsam mit der ambulanten Rehabilitation bisher bei den Hilfen nicht berücksichtigt wurde.

Erst kürzlich forderte die BAG MoRe, neben den stationären auch die ambulanten bzw. die ambulant-mobilen Rehabilitationseinrichtungen zu stützen; andernfalls sei deren Existenz massiv bedroht. Manche Einrichtungen seien bereits vorübergehend geschlossen, andere hätten die Behandlungen deutlich reduzieren müssen. Vielen Anbietern drohe die Insolvenz.

Der Vorsitzende der BAG MoRe Dr. Rudolf Siegert weist auf den Widerspruch hin, dass die Versorgungsstruktur der ambulant-mobilen Rehabilitation weder durch das Krankenhaus­entlassungsgesetz (KHEntlG) noch durch die jetzt geplante Verordnung geschützt werden soll, obwohl diese Versorgungsform nach § 40 Abs. 2 Satz 1 SGB V sogar Vorrang vor der stationären Rehabilitation hat.

Einer Stellungnahme der BAG MoRe zum Referentenentwurf zufolge betrifft der Versorgungsauftrag der mobilen Rehabilitation eine Gruppe behinderter und pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten mit meist schwerer körperlicher, geistiger und seelischer Betroffenheit, für die nur eine aufsuchende Rehabilitation, d. h. eine Rehabilitation in ihrem häuslichen Umfeld in Frage kommt. Zu dieser Gruppe zählen auch Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner. Telemedizinische Rehabilitation sei in diesen Fällen definitiv nicht möglich.

Die BAG MoRe äußerte sich bereits in ihrer Stellungnahme zum COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz (COVID19-KHEntlG) vom 27. März 2020 kritisch dazu, dass v. a. Einrichtungen der mobilen Rehabilitation von den gesetzlichen Maßnahmen zur Kompen­sation negativer Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bisher nicht berücksichtigt wurden.

Weitere Informationen

Stellungnahme BAG MoRe zum COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz vom 27.03.2020