Interdisziplinäre Fachtagung: "Psychisch krank in der Schule: Wie gelingen Bildung und Teilhabe?"

25. September 2018

Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen stellen nicht nur die Betroffenen selbst und ihre Familien, sondern auch Bildungseinrichtungen vor große Herausforderungen bei der Bildungsarbeit und Teilhabeförderung, die den wesentlichen Grundstein für eine umfassende Teilhabe auch im Erwachsenenalter legt.

Die Zahl der diagnostizierten psychisch erkrankten Schülerinnen und Schüler wächst, wenngleich Formen und Auswirkungen psychischer Störung ebenso vielfältig sind wie die regionalen pädagogischen, psychologischen, sozialen, medizinischen und therapeutischen Unterstützungsangebote. Für die Bewältigung psychischer Störungen und die Sicherung einer möglichst umfassenden Teilhabe ist eine wichtige Voraussetzung, dass die Akteure unterschiedlicher Professionen bei Diagnostik, Therapie, Bildung und Teilhabesicherung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen die jeweiligen Unterstützungsangebote kennen und miteinander kooperieren, und dass dabei deren Familien einbezogen werden. Gegenwärtig sind teilhabeorientiertes und sektorenübergreifendes Handeln und Interdisziplinarität noch nicht selbstverständlich.

Die DVfR bietet mit dieser Veranstaltung, in Kooperation mit dem Verband Sonderpädagogik (vds) als Mitveranstalter, eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Experten aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich über Probleme der Teilhabesicherung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher im Schulalltag. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die erforderliche Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche und Professionen organisiert werden kann und wie Unterstützungsangebote bedarfsgerecht ausgebaut werden können.

Pädagogen, Mediziner, Therapeuten, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Vertreter der Rehabilitationsträger und -einrichtungen sowie der Schulverwaltungen und Angehörige aus betroffenen Familien sind herzlich zur Tagung eingeladen.


25. September 2018

Tagungszentrum Jugendherberge Berlin Ostkreuz
Marktstraße 9-12, 10317 Berlin

Tagungsleitung

Dipl. Päd. Manfred Weiser, Leiter des BBW Mosbach-Heidelberg

9:30Anmeldung/Registrierung
10:00Begrüßung
Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR
Dr. Angela Ehlers, vds Bundesvorsitzende
10:15Individuelle Bildungswege gestalten – ein Bericht aus der Schule in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Rehabilitation
Stefan Prändl, Verband Sonderpädagogik, Waldburg-Zeil Kliniken, Wangen, Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Heinrich-Brügger-Schule
10:45Psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche – Nachteilsausgleich in der Schule
Klaus Seifried, Vorstand Sektion Schulpsychologie, Berufsverband Deutscher Psychologen
11:15Kinder und Jugendliche mit psychischen Behinderungen in der Schule – Maßnahmen und Perspektiven aus Sicht der Schulverwaltung
Sönke Asmussen, Referatsleiter Sonderpädagogik im Kultusministerium Baden-Württemberg, Berichterstatter Sonderpädagogik für die Kultusministerkonferenz
11:45Kurze Einführung in die Workshops
12:00Mittagspause
13:00- parallel -
WS 1 (Netzwerkbildung durch die Schule)
WS 2 (Netzwerkbildung Therapie)
WS 3 (Schulinterne Professionalisierungsprozesse)
WS 4 (Kooperation zwischen medizinischer Rehabilitation und Schule)
15:00Offener Austausch beim Schlusskaffee
15:50Ausblick
Dr. Angela Ehlers, vds
Manfred Weiser, BBW Mosbach-Heidelberg
16:00Ende der Fachtagung

Alle Workshops finden zeitgleich von 13:00-15:00 Uhr statt.

WS 1: Netzwerkbildung durch die Schule

Leitung/Moderation: Dr. Angela Ehlers, vds
Berichterstattung: Thurid Dietmann, vds Berlin

Impulse von:

  • Dr. Angela Ehlers, vds, (Schule und Good Practise)
  • Dr. Kerstin Petersen, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg (Kooperation Schule und Jugendhilfe)
  • Dagmar Brunsch, vds, Landesreferentin Niedersachsen, Förderschwerpunkt Pädagogik bei Krankheit (Modell Bildung und Netzwerke)
WS 2: Netzwerkbildung Therapie

Leitung/Moderation: Manfred Weiser, BBW Mosbach-Heidelberg
Berichterstattung: Ulrike Brandenberger, Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule, Speyer

Impulse von:

  • Dr. med. Martin Menzel, Fachkrankenhaus Mariaberg
  • Mona Meister, Bildungs- und Beratungszentrum für Pädagogik bei Krankheit/Autismus (BBZ), Hamburg
  • Ursula Trosch, Ergotherapie in der Schule (DVE), Berlin

Inhalt:

Ein wichtiger Aspekt in der Unterstützung und Begleitung von Kindern mit psychischen Behinderungen ist die Vernetzung der Beteiligten. Immer noch wissen die unterschiedlich Beteiligten zu wenig voneinander und kennen nur begrenzt die Vorgehensweisen und Handlungslogiken der jeweils anderen Partner.

Im Workshop sollen verschieden Perspektiven auf die therapeutische Unterstützung und Unterstützungssysteme gerichtet werden. Der Austausch soll die Gemeinsamkeit wie die Unterschiedlichkeit im Handeln verdeutlichen. Die Professionalität der jeweiligen Handlungsweisen zeigt sich auch in der bewussten Arbeitsteilung.

WS 3: Schulinterne Professionalisierungsprozesse

Leitung/Moderation: Thomas Stöppler, staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Stuttgart
Berichterstattung: Prof. Dr. Karl-Ernst Ackermann, Humboldt-Universität zu Berlin

Impulse von:

  • Thomas Stöppler, staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Stuttgart
  • Erich Schrade, Leiter Schulpsychologische Beratungsstelle, Esslingen

Inhalt:

Psychisch kranke Kinder und Jugendliche stellen spezifische Anforderungen an ein professionelles Lehrerhandeln. Um in diesem Bereich die Handlungskompetenz der Lehrerinnen und Lehrer zu stärken stellt das Instrument der kollegialen Beratung eine wichtige Unterstützungsmöglichkeit dar. Die Wahrnehmung, Analyse und Interpretation der Auswirkungen psychischer Erkrankungen im Schulalltag werden systematisch reflektiert und sind dann die Grundlage für das gemeinsame Entwickeln von Handlungsmöglichkeiten. Systematisch angelegte kollegiale Beratungsvorgänge führen darüber hinaus zu deutlichen Entlastungen bei gleichzeitiger Stärkung der Lehrerpersönlichkeit. Im Workshop wird eine Methode der kollegialen Beratung vertieft vorgestellt und reflektiert.

WS 4 Kooperation zwischen medizinischer Rehabilitation und Schule

Leitung/Moderation: Prof. Dr. Norbert Störmer
Berichterstattung: Ulrike Bauer-Murr, Nikolauspflege, Stuttgart

Impulse von:

  • Dr. med. Karsten Rudolf, Ärztlicher Direktor, Diakonie-Klinik Mosbach
  • Holger Gohl, stv. Leitung Klinik-Schule, Diakonie-Klinik Mosbach
  • Dr. Edith Waldeck, Ärztliche Direktorin Edelsteinklinik, Fachklinik für Kinder- und Jugendrehabilitation, Bruchweiler

Inhalt:

Schülerinnen und Schüler mit psychischen Störungen bedürfen einer differenzierten fachlichen Unterstützung, um ihre Teilhabe sowohl am schulischen als auch am gesellschaftlichen Geschehen im Allgemeinen zu gewährleisten und sicherstellen zu können. Hierzu ist eine Zusammenarbeit verschiedener Bereiche des Sozial- und Gesundheitswesens und die in ihnen eingebundenen fachlichen Professionen unabdingbar. Um diese Zusammenarbeit gewährleisten zu können, sind zum einen Kenntnisse, der in verschiedenen Bereichen tätigen Akteure über die unterschiedlich akzentuierten Unterstützungsangebote unabdingbar. Hinsichtlich einer interdisziplinären Zusammenarbeit aller Akteure ist es aber zweitens wichtig, über konkrete Vorstellungen zu verfügen, wie eine derartige Zusammenarbeit praktisch aussehen und gestaltet werden kann. In diesem Workshop sollen Überlegungen aus unter-schiedlicher fachlicher Sicht eingebracht und zur Diskussion gestellt werden. Zudem sollen unterschiedliche Erfahrungen bezogen auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ‒ auch hinsichtlich möglicher Hemmnisse ‒ ausgetauscht werden. Ziel der Diskussion soll es sein, Wünsche und Vorstellungen zu entwickeln, wie eine derartige Zusammenarbeit aussehen kann bzw. wo Anknüpfungspunkte und Verbesserungsmöglichkeiten gesehen werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Pädagogen, Mediziner, Therapeuten, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Vertreter der Rehabilitationsträger und -einrichtungen sowie  Schulverwaltungen und Angehörige aus betroffenen Familien.

Für Therapeuten (Heilmittel): Die Teilnahmebescheinigung gilt als Nachweis.

Für Ärzte und Psychologen: 5 Punkte ( Die Veranstaltung ist von der Landesärztekammer Berlin zertifiziert worden. Da eine Veranstaltung in der Regel nur von einer deutschen Heilberufekammer zertifiziert wird, ist eine weitere Zertifizierung nicht nötig.)

Für Pädagogen: Die Teilnahmebescheinigung gilt als Nachweis.

Teilnahmegebühr

70 € bei Anmeldung bis zum 15. August 2018 (Frühbucherrabatt), danach 90 €.
Bei Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine verbindliche Anmeldebestätigung per E-Mail. Die Rechnung über die Tagungsgebühr geht Ihnen per Post zu.

Anmeldung / Stornierung

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an per Online-Formular oder per E-Mail / PDF-Anmeldeformular.

Eine Stornierung ist bis zum 3. September 2018 kostenlos, danach ist die Rückerstattung der Teilnehmergebühr leider nicht mehr möglich. Bei Verhinderung kann eine Vertretung benannt werden.

Tagungsort

Tagungszentrum Jugendherberge Berlin Ostkreuz
Marktstraße 9-12
10317 Berlin

Barrierefreiheit

Das Tagungshaus ist barrierearm. Falls Sie Unterstützung bzw. besondere Vorkehrungen benötigen, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Veranstalter

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg

Tel: 06221/187 901-0,
Fax: 06221/166009,
E-Mail: sekretariat@dvfr.de

in Kooperation mit dem Bundesverband Sonderpädagogik e. V. (vds), Würzburg

Anreisehinweis zum Tagungsort

Der Verkehrsknotenpunkt Ostkreuz befindet sich in direkter Nähe der Jugendherberge und wird mit S-Bahnen der Berliner Verkehrsgesellschaft bedient. Sie erreichen das Tagungszentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • Bus 240: Haltestelle „Neue Bahnhofstraße (Berlin)“
  • Straßenbahn 21: Haltestelle „Neue Bahnhofstraße (Berlin)“
  • S-Bahn S7, S5, S3: Haltestelle „Ostkreuz“

PKW-Reisende können das in unmittelbarer Nähe gelegene öffentliche Parkhaus Victoria (Marktstraße/ Schreiberhauerstraße) nutzen. Für Menschen mit Schwerbehinderung kann auf Anfrage ein PKW-Stellplatz auf dem Gelände der Jugendherberge zur Verfügung gestellt werden (nach Verfügbarkeit, gegen eine Gebühr von 5 € pro Tag).

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung stehen Abrufkontingente bereit. Die Teilnehmenden buchen und bezahlen ihr Hotel selbst.

Liste der Hotels mit den Konditionen und Kontaktinformationen

Anmeldung

70 € bei Anmeldung bis zum 15. August 2018 (Frühbucherrabatt), danach 90 €.

Bei Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung per E-Mail. Damit ist Ihre Anmeldung verbindlich. Die Rechnung erhalten Sie per Post einige Tage später.

Zur Online-Anmeldung.

Alternativ nutzen Sie bitte das PDF-Anmeldeformular. Bitte senden Sie uns das ausgefüllte Formular per E-Mail, Fax oder Post zu.

Haben Sie Fragen zur Veranstaltung?

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V.
(DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg

Tel: 06221/187 901-0
Fax: 06221/166009

E-Mail: sekretariat@dvfr.de

Die DVfR zum Thema: Psychisch krank in der Schule

Der Fachausschuss Bildung, Schule und Erziehung beschäftigt sich mit pädagogischen Fragen einer erfolgreichen Rehabilitation behinderter und benachteiligter Kinder und Jugendlicher, wobei der Schwerpunkt der Arbeit das Themenfeld Schule ist. Darüber hinaus und in Zusammenarbeit mit den anderen Ausschüssen der DVfR widmet sich der Ausschuss der vorschulischen und lebenslangen Bildung sowie der Frage des Übergangs in Arbeit und Beruf.

Zu den jüngsten Stellungnahmen des Fachausschusses