Prof. Dr. med. Wolfgang Heipertz

(* 20. Mai 1922 - † 6. Oktober 2013)

Facharzt für Chirurgie (Unfallchirurgie) und Orthopädie, Physikalische Medizin und Sportmedizin, ehem. Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik „Stiftung Friedrichsheim“ Frankfurt/Main, Kelkheim

Wolfgang Heipertz

Sein Medizinstudium begann Wolfgang Heipertz 1939 in Halle und setzte es in Tübingen, Wien und München fort. Nach seinem Einsatz als Sanitätsdienstgrad an der Ostfront schloss er es im Februar 1945 in Berlin mit der Promotion ab. Bis Kriegsende war er Truppenarzt und danach an verschiedenen Kliniken in Hessen tätig.

Nach Abschluss der chirurgischen Weiterbildung mit Facharztanerkennung am Friederikenstift in Hannover ging er als Assistenzarzt zu Prof. Kurt Lindemann an die dortige Heil- und Lehranstalt Annastift. 1954 wechselt er mit ihm nach Heidelberg. Als wissenschaftlicher Assistent an der Orthopädischen Universitätsklinik konnte er dort eine Sonderstation für die Rehabilitation Querschnittgelähmter einrichten. Nach Anerkennung als Facharzt für Orthopädie wurde er 1958 Chefarzt der Orthopädischen Abteilung und der Behinderteneinrichtungen der Diakonie-Anstalten in Bad Kreuznach. 1961 kehrte er an die Universitätsklinik Heidelberg zurück, wo er im darauf folgenden Jahr habilitierte. 1966 wurde Heipertz Chefarzt der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen. 1969 erfolgte die Berufung auf den Lehrstuhl für Orthopädie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main und zum Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik „Stiftung Friedrichsheim“.

Als Vorstandsmitglied der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft, deren Präsident er 1985 war, setzte Heipertz sich – angesichts der Fortschritte in der orthopädischen Chirurgie – für die Erfordernisse zeitgemäßer Rehabilitation ein. Nach seiner Emeritierung 1990 war er für mehrere Reha-Kliniken beratend tätig und gründete die „Akademie für Kurortwissenschaft und Rehabilitationsmedizin Bad Elster“.

Dem Hauptvorstand der DVfR gehörte Wolfgang Heipertz, der bereits 1958 der Deutschen Vereinigung beitrat, ab 1966 als stellvertretendes und ab 1970 als Vollmitglied ununterbrochen an. Von 1974 bis 1979 war er als stellvertretender Vorsitzender Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes. Er beteiligte sich u. a. an der Entwicklung der rehabilitationsbezogenen Weiterbildung für Ärzte, ebenso wie er einen beachtlichen Beitrag zur Förderung orthopädischer Spitzenkräfte leistete.

Mit dem 27. Kongress „Recht auf Pflege“ 1979 in Bad Nauheim sowie dem 30. Kongress „Aus-, Weiter- und Fortbildung für die Aufgaben der Rehabilitation“ 1991 in Baunatal leitete er zwei wichtige interdisziplinäre Veranstaltungen der DVfR.

Im Oktober 1996 zeichnete die Mitgliederversammlung der DVfR Wolfgang Heipertz, der eine kompromisslos auf die individuell bestmögliche Patientenversorgung gerichtete klinische Tätigkeit als primäre ärztliche Pflicht sah und diesbezüglich auch kritische Worte nie scheute, mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit aus.