15.05.2005

Wo Nahrung zur Medikation gehört. DVfR interveniert für den Erhalt der Verordnungsfähigkeit von Enteral- und Trinknahrung

Die DVfR widersprach erfolgreich den einschränkenden Festlegungen des G-BA zur künftigen Verordnungsfähigkeit von Enteral- und Trinknahrung und half mit ihren Argumenten, dass das Bundesgesundheitsministerium Mitte April 2005 die hierzu erarbeitete Richtlinie des G-BA nicht genehmigte.

Menschen mit schwersten Behinderungen und Erkrankungen, deren Ernährung über "assistierte orale Nahrungsaufnahme" – so wird die Mundfütterung in der Fachsprache genannt – nicht ausreichend gelingt oder wegen des erforderlichen Zeitaufwandes nicht zumutbar ist, sollen wie bisher die Möglichkeiten haben, über ärztlich verschriebene Flüssignahrung ganz oder ergänzend ernährt zu werden.

Als Selbstverwaltungsgremium im Gesundheitswesen hat sich der "Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen" (G-BA) im Rahmen seiner Kompetenz für Arzneimittelrichtlinien (AMR) auch mit der Frage befasst, ob teure Sonden- und Trinknahrung für zu Hause versorgte Versicherte im bisherigen Umfang verordnungsfähig zu Lasten der Krankenkassen bleiben soll wie bisher. Er hat dabei einschränkende Regelungen getroffen, die auch einigen Gruppen behinderter und teilhabegefährdeter Menschen diese Nährlösungen, die entweder enteral zu verabreichenden oder trinkbar sind, nicht mehr als Kassenleistung zugestehen.

Die Einschränkungen haben die DVfR veranlasst, das Bundesgesundheitsministerium als Genehmigungsbehörde für die AMR des G-BA dringend aufzufordern, die entsprechende Richtlinie "AMR 20.1 i" nicht zu genehmigen: Sie sei weder verträglich mit den Grundsätzen des SGB IX noch mit den Regeln moderner Ernährungsmedizin und letztlich sogar geeignet, die weitere häuslich-familiäre Versorgung der Betroffenen in Frage zu stellen, denn die Betreuungspersonen seien schon jetzt mit den hohen Anforderungen an hinreichende Ernährung dieser Patienten an der Grenze der Belastbarkeit – zeitlich wie auch finanziell.

Die Intervention der DVfR und anderer Fachorganisationen hatte Erfolg; das Bundesgesundheitsministerium entschied sich Mitte April 2005 gegen die Genehmigung der Richtlinie des G-BA.

Zugehörige Dateien

DVfR_StN_ArzneimittelRichtlinie_050417.pdf


Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben