19.12.2006

Stellungnahme der DVfR zu Geriatrischer Rehabilitation als Pflichtleistung der GKV

Mit der Gesundheitsreform soll der bereits bestehende Rechtsanspruch auf geriatrische Rehabilitation nach SGB V und IX als Pflichtaufgabe der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verankert werden, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. In diesem Zusammenhang fordert die DVfR die Entwicklung von gesicherten Qualitätsstandards für alle Bereiche der geriatrischen Rehabilitation sowie von überzeugenden Definitionen des geriatrischen Patienten ein, um die Abgrenzungsfragen zur indikationsspezifischen Rehabilitation zu klären.

Der Ständige Ausschuss "Geriatrische Rehabilitation" der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR) begrüßt die im Referentenentwurf zur Gesundheitsreform 2006 formulierte Absicht der Regierungskoalition, den bereits in den  Sozialgesetzbüchern V und IX enthaltenen Rechtsanspruch auf geriatrische Rehabilitation zu einer Pflichtaufgabe der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu machen, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder bei bestehender Pflegebedürftigkeit einer Verschlechterung entgegenzuwirken.

Gerade bei geriatrischen Patienten wurde die Ausführung dieses Anspruchs in das Ermessen der GKV gestellt. Bei den Privaten Krankenversicherungen (PKV) fehlt in der Regel ein Leistungsangebot zur medizinischen Rehabilitation, was dringenden Handlungsbedarf nahe legt.

Art, Umfang und Ausführung der geriatrischen Rehabilitation sowie die Anforderungen an Qualität und Qualitätssicherung sind von den leistungsverpflichteten Rehabilitationsträgern (Krankenversicherungen, Versorgungsverwaltung) in gemeinsamen Empfehlungen nach §§ 12, 13 SGB IX sowie in Rahmenverträgen mit den Spitzenverbänden der Rehabilitationseinrichtungen nach § 21 Abs. 2 SGB IX festzulegen. Damit kann gewährleistet werden, dass alle alten und älteren Menschen die erforderlichen Rehabilitationsleistungen auf Grund ihres individuellen Leistungsbedarfs erhalten, wie es der § 10 SGB IX vorgibt.

Wir fordern für die Sicherung einer anspruchsvollen Rehabilitationsarbeit

  • gesicherte, evaluierte Qualitätsstandards für alle Bereiche der geriatrischen Rehabilitation (stationäre geriatrische Rehabilitation, Geriatrische Tagesklinik, ambulante geriatrische Rehabilitation und mobile geriatrische Rehabilitation
  • die Leitung durch Ärzte, die in der Geriatrie erfahren sind und für diese Aufgabe ausgebildet sind
  • eine verbesserte Koordination aller an der Behandlung und Versorgung von Pflegebedürftigen beteiligten Institutionen (inkl. niedergel. Ärzte, Pflegedienste, Therapeuten, stationäre Einrichtungen).

Wir erwarten, dass durch die Fachverbände der Geriatrie und Gerontologie überzeugende Definitionen und Beschreibungen des geriatrischen Patienten bzw. des geriatrischen Rehabilitationspatienten erarbeitet werden, um besser als bisher den Trägern der Rehabilitation sowie den Leistungserbringern eine nachvollziehbare Abgrenzung zur sog. indikationsbezogenen medizinischen Rehabilitation zu erlauben. Unseres Erachtens geben die Begutachtungsrichtlinien des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände e.V. (MDS) dafür eine gute Basis.
Wir bitten um Ihre Unterstützung, dass dieser notwenige Prozess für die Etablierung einer qualitätsgesicherten geriatrischen Rehabilitation zügig in Gang kommt.


Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle
Vorsitzender der DVfR

Prof. Dr. med. Christian Zippel
Vorsitzender des Ständigen Ausschusses "Geriatrische Rehabilitation" in der DVfR

Kontakt:
info@dvfr.de


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