23.06.2008

Neugeborenen-Hörscreening wird Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, das Neugeborenen-Hörscreening in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. Nach Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit soll der Beschluss am 01. Januar 2009 in Kraft treten.

Die DVfR begrüßt den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Der DVfR-Ausschuss "Hör-, Stimm- und Sprachschäden" (Leitung: Prof. Ute Pröschel) hat in mehreren Stellungnahmen auf die problematische Situation in Deutschland hingewiesen, wo angeborene und frühkindlich erworbene Hörstörungen im Durchschnitt erst im Alter von knapp drei Jahren diagnostiziert werden. Mit einem Hörscreening können  Hörstörungen früher erkannt werden, die unbehandelt eine häufige Ursache für Sprachentwicklungsstörungen sind. Die früh einsetzende individuelle Therapie kann die Entwicklungen der Lautsprache fördern und somit die Kommunikationsfähigkeit als wesentliche Voraussetzung für Teilhabe stärken.

Jetzt müssen qualitätsgesicherte Hörscreenings flächendeckend umgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine umfassende Beratung bei der Qualitätssicherung und der Therapie durch kompetente Fachleute erforderlich. Das Netz der Beratungsstellen für unterstützte Kommunikation muss weiter ausgebaut werden.

Dr. Bärbel Reinsberg
Stv. Geschäftsführerin der DVfR


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