15.06.2010

Früherkennung und Frühförderung von Kindern und Jugendlichen bundesweit als Komplexleistung anbieten! – Stellungnahme der DVfR

Die DVfR fordert in einer Stellungnahme, die in § 30 SGB IX als Komplexleistung definierte Früherkennung und Frühförderung umzusetzen und die gesetzlichen Grundlagen weiterzuentwickeln. Schwerpunkt ist dabei die Herstellung von bundesweit vergleichbaren Qualitätsstandards für bedarfsgerechte Beratungs- und Förderangebote.

Die Komplexleistung interdisziplinäre Früherkennung und Frühförderung ist regional sehr unterschiedlich entwickelt. Es hängt vom Wohnort ab, ob betroffene Kinder und ihre Familien diese Leistungen bedarfsgerecht und qualitätsgesichert erhalten.

Bei der Komplexleistung sind pädagogische, medizinisch-therapeutische, psychotherapeutische Maßnahmen und Beratungsangebote zu kombinieren. Die dabei entstehende Leistung ist „wie aus einer Hand“ anzubieten, auch dann, wenn mehrere Rehabilitationsträger gemeinsam die Verantwortung tragen. Nur so können der langfristige Hilfebedarf verringert und frühzeitig mehr Teilhabechancen für die betroffenen Kinder erschlossen werden, um ihnen bestmögliche langfristige Entwicklungsperspektiven zu sichern.

Die in der DVfR-Stellungnahme aufgezeigten Schwachstellen der bisherigen Umsetzung des Teilhaberechts nach SGB IX in der Früherkennung und Frühförderung können nicht mehr allein mit dem Appell an die Zusammenarbeit der Akteure bereinigt werden. Die DVfR fordert daher klarstellende gesetzliche Regelungen, die den Weg zur trägerübergreifenden Zusammenarbeit neu ebnen und insbesondere die Verantwortlichkeiten der einzelnen Beteiligten für die Komplexleistung Früherkennung und Frühförderung unmissverständlich aufzeigen. Gleichzeitig empfiehlt die DVfR den beteiligten Rehabilitationsträgern, auf der Ebene der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) einen neuen Anlauf zur Schaffung einer Gemeinsamen Empfehlung zur Komplexleistung interdisziplinäre Früherkennung und Frühförderung zu starten.

Mit diesem Ansatz kann sowohl dem Teilhaberecht des SGB IX als auch den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit März 2009 in Deutschland gilt, entsprochen werden.

Die Stellungnahme finden Sie hier als Download.

Download:

Stellungnahme


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