19.11.2004

DVfR fordert Senkung des Zugangsalters zum Strukturierten Behandlungsprogramm für Kinder mit Asthma bronchiale

Zugang zum Strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) für Kinder mit Asthma bronchiale muss ab dem 2. Lebensjahr möglich sein!

Aus Anlass der Anhörung zum Entwurf der 11. RSA-ÄndV (Risikostruktur-Ausgleichsverordnung) hat die DVfR darauf hingewiesen, dass eine starre Festlegung der unteren Altersgrenze von 5 Jahren beim DMP-Zugang nicht gerechtfertigt ist. Es ist völlig unverständlich, dass betroffene Kinder unter 5 Jahren nicht an einem DMP Asthma bronchiale teilnehmen können. Zudem wird der falsche Eindruck erweckt, es gäbe die Diagnose "Asthma bronchiale" vor dem 5. Lebensjahr nicht.

Die DVfR vertritt die Ansicht, dass sowohl aus medizinisch-ärztlicher Sicht als auch unter psychosozialen Gesichtspunkten unbedingt eine Senkung der Altersgrenze auf den Zeitpunkt nach Vollendung des 2. Lebensjahres angeordnet werden sollte.

Nicht erst bei Vorschul- und Schulkindern, sondern schon bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter bedeutet eine Asthma-bronchiale-Erkrankung, dass die gesamte Familie "krank ist". Besonderes Augenmerk ist deshalb auf die meist noch jungen, unerfahrenen Eltern zu richten.

Wenn es im Säuglingsalter noch der Regelfall ist, dass Eltern in engem Kontakt mit Kinderärzten die gesundheitlichen Schwierigkeiten ihrer kranken Säuglinge mit großem Zeitaufwand und in engmaschiger Betreuung meistern und sowohl die Haushaltsführung wie auch das Zusammenleben auf die besonderen Umstände einstellen können, so ist doch nach einer Verfestigung dieser Gefährdungen bzw. bei Fortbestehen der Beschwerden frühestmöglich, noch im Kleinkindalter, mit einem strukturierten Behandlungsprogramm zu beginnen. Patientenschulung bedeutet hier vorrangig Schulung der Eltern, mindestens des hauptsächlich das Kind versorgenden Elternteils. Dies ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil bei versäumter Nutzung der besseren Chancen frühzeitiger Intervention der langjährige Ausschluss mindestens eines Elternteils von der Teilhabe am Arbeitsleben zu befürchten ist.

Entsprechende Schreiben der DVfR sind dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziales, dem Gemeinsamen Bundesausschuss und dem Sekretariat der Bundestagskommission zur Wahrung der Belange von Kindern zugegangen.

Bitte unterstützen auch Sie dieses wichtige Anliegen!

Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle
(Vorstandsvorsitzender)

Martin Schmollinger
(Geschäftsführer)


Kommentare (1)

  1. Richard Friedel
    Richard Friedel 07.04.2019
    Ich litt an chronischem Asthma mit der Kurzatmigkeit. Zusammendrücken der Lippen hat mich erlöst, denn das entspannt und befreit die Bronchien durch einen Reflexbogen.

Neuen Kommentar schreiben