Deutsche Vereinigung für Rehabilitation
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Servicebereich

Rehabilitation für die Zukunft
DVfR-Mitgliederversammlung 2009 im Rehabilitationszentrum Bethesda der kreuznacher diakonie
Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) führte ihre diesjährige Mitgliederversammlung am 29. und 30. Oktober 2009 im RZ Bethesda in Bad Kreuznach durch. Dieses Treffen stand ganz im Zeichen des 100. Verbandsjubiläums der DVfR, das in diesem Jahr mit vielfältigen Veranstaltungen in Berlin begangen wurde. Das Rehabilitationszentrum Bethesda der kreuznacher diakonie ist nicht nur die Wirkungsstätte des Vorsitzenden der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, sondern es gehörte vor 100 Jahren zu den Gründungsmitgliedern der DVfR und unterstützt die Arbeit unseres Verbandes bis heute.
Die damalige Idee, ein von allen gesellschaftlichen Kräften getragenes Rehabilitationssystem zu schaffen, das wichtige soziale Aufgaben der Gesellschaft unterstützt, ist auch heute hoch aktuell. Dr. Schmidt-Ohlemann betonte in seiner Bilanz zum Jubiläumsjahr, dass die Rehabilitation auch nach 100 Jahren noch immer ein gesellschaftliches Randthema ist. Es bestehe die Hoffnung, dass die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) eine Zäsur für die Weiterentwicklung der Rehabilitation ist, und dass durch sie entscheidende Anstöße gegeben werden. Die DVfR hat in ihrem Jubiläumsjahr beschlossen, die Umsetzung der BRK als Schwerpunktaufgabe mitzugestalten.
Das Fachprogramm der Mitgliederversammlung widmete sich daher dem Thema „Komplementäre medizinische und therapeutische Fachdienste für Menschen mit Behinderung in der Region“. Solche Dienste werden in Deutschland im Zuge der Dezentralisierung von Einrichtungen der Behindertenhilfe flächendeckend erforderlich, wenn Menschen mit Behinderung selbständig wohnen möchten und nicht mehr auf die Versorgungs- und Hilfsangebote der Einrichtungen zurückgreifen können. Menschen mit Behinderung sind auf solche wohnortnahen und ambulanten Angebote für eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zwingend angewiesen.
Dies gehört zum Konzept „angemessene Vorkehrungen“, das ein zentraler Baustein der BRK mit dem Blick auf eine inklusive und barrierefreie Gesellschaft ist. Darunter sind die erforderlichen Anpassungen der Gegebenheiten an die individuellen Bedürfnisse behinderter Menschen zu verstehen. Die BRK bewertet die Versagung einer angemessenen Vorkehrung als Diskriminierung. Allerdings darf eine „angemessene Vorkehrung“ den Staat oder den gesetzlich verpflichteten Dritten nicht unzumutbar belasten. „Angemessene Vorkehrungen“ dienen dem Ziel, dass behinderte Menschen ihre fundamentalen Rechte gleichberechtigt mit anderen ausüben können. (Quelle: BRK-Monitoringstelle beim Deutschen Institut für Menschenrechte)
Dr. Schmidt-Ohlemann führte in das Thema ein. In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Frage, wer Verantwortung für den Aufbau solcher Fachdienste übernehmen muss, und wie das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure zu gestalten ist. An der von Dr. Schmidt-Ohlemann moderierten Podiumsdiskussion nahmen teil:
K.-Dieter Voß, GKV-Spitzenverband; Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Heidelberg; Prof. Dr. Michael Seidel, v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel; Dr. Rolf Buschmann-Steinhage, Deutsche Rentenversicherung Bund; Matthias Mandos, LV Rheinland-Pfalz der Lebenshilfe; Franz-Georg Simon, Bundesagentur für Arbeit; Franz Schmeller, Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfe; Norbert Müller-Fehling, Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.
Die Aufarbeitung der Podiumsdiskussion können Sie in Kürze hier nachlesen. Den einführenden Vortrag finden Sie unten zum Download.
Die Teilnehmer am Fachprogramm hatten Gelegenheit, sich vor Ort über regionale Angebote für behinderte und chronisch kranke Menschen und die zugrunde liegenden Konzepte zu informieren. Verschiedene Einrichtungen des Rehabilitationszentrums Bethesda wie der Rehamedizinische Dienst, die Mobile Rehabilitation, die Regionale Wohnraumberatung, die Werkstatt und Integrationsfirma für behinderte Menschen, die Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation und technische Hilfen (BUK) und das Ambulante rehabilitationsmedizinische Versorgungszentrum für Menschen mit Behinderung konnten besichtigt werden. Für die fachliche Diskussion standen Mitarbeiter der Einrichtung sachkundig Rede und Antwort.
Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Buschmann-Steinhage befasste sich mit der Frage von Forschungsbedarfen in der Rehabilitation. In der Diskussion wurden interessante Vorschläge zum Thema teilhabeorientierte Forschung zusammengetragen, die im DVfR-Forschungsausschuss weiterbearbeitet werden sollen.
Beim gemütlichen Beisammensein der Teilnehmer der Mitgliederversammlung im Weingut Bonheimer Hof am Abend bestand Gelegenheit für vertieften Meinungsaustausch und persönliche Kontaktpflege.
Mit der diesjährigen Mitgliederversammlung und der Fachveranstaltung in der kreuznacher diakonie fand das 100. Jubiläumsjahr der DVfR einen würdigen Abschluss, der zugleich Aufbruch war für viele neue Aufgaben und Herausforderungen.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung enthält weitere fachliche Informationen zur Bilanz des DVfR-Jubiläumsjahres und steht im Mitgliederbereich zum Download.
Download
Komplementäre medizinische und therapeutische Fachdienste für Menschen mit Behinderung in der Region
Einleitender Vortrag Dr. Schmidt-Ohlemann
















