19.04.2017

leserlich.info erleichtert die Gestaltung von Print und Web für sehbehinderte und sehende Menschen

„Sehbehindertengerechtes Design“ – da denkt man nicht unbedingt an attraktive Gestaltung. Das Projekt „Inklusives Design“ des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) will beweisen, dass Kommunikationsdesign sehbehindertengerecht und zugleich ansprechend für sehende Menschen sein kann. Am 20. April startet die Plattform leserlich.info mit praxistauglichen Empfehlungen für die Gestaltung von Printprodukten und Webseiten.

Kommunikation ist die Voraussetzung dafür, sich in der Welt zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Freier Zugang zu Informationen ist daher auch eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Kraft trat. In Deutschland leben nach WHO-Zahlen rund eine Million sehbehinderte Menschen, die selbst mit Sehhilfen über weniger als 30 Prozent des normalen Sehvermögens verfügen.

Hinweise zu lesbarer Gestaltung finden sich verstreut in der Fachliteratur und anderen Quellen, insbesondere in der DIN 1450 zur Leserlichkeit von Schrift. „Normen sind für Designer jedoch regelrechte Kreativitäts-Killer!“, so Professor Florian Adler, der beim Projekt „Inklusives Design“ die Federführung hatte.
 
Der DBSV hat deshalb Designer, Experten für Barrierefreiheit und Vertreter verschiedener Augenerkrankungen an einen Tisch gebracht. Am 20. April 2017 werden die Ergebnisse auf der neuen Online-Plattform www.leserlich.info veröffentlicht. In anderthalb Jahren Projektarbeit ist eine praxisnahe Arbeitshilfe für Profi-Gestalter und interessierte Laien entstanden. Beste Beispiele dafür sind der Schriftgrößenrechner und der Kontrastrechner, mit denen konkrete Maße und Farbwerte für den jeweiligen Einsatz errechnet werden können.
 
Das Projekt „Inklusives Design“ läuft bis Ende Juni 2017 und wird von der Aktion Mensch gefördert. Weitere Unterstützer sind adlerschmidt, MSD und Santhera (Germany). Die Grundlagenarbeit zur Projektentwicklung hat Novartis unterstützt.

(Quelle: Pressemitteilung des DBSV vom 19.04.2017)

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