Deutsche Vereinigung für Rehabilitation
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Aktuelles
Kennzahlenvergleich zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung 2009
01.02.11
Die 23 überörtlichen Träger der Sozialhilfe in Deutschland veröffentlichen mit dem Benchmarkingbericht für das Jahr 2009 bereits über einen Zeitraum von 12 Jahren wichtige Informationen und Ergebnisse ihrer Erhebungen im Bereich der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen.
Die Ergebnisse des Abschlussberichtes der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) beziehen sich u.a. auf die Wohn- und Arbeitsverhältnisse bei Menschen mit Behinderungen.
- Anstieg der erwachsenen Menschen mit Behinderung, die beim Wohnen auf eine Betreuung angewiesen sind
Seit 2003 hat die Zahl der Menschen, die stationär oder ambulant betreut wohnen, um 31,2 % zugenommen, in 2009 um 5,6 %. (Basis: Angaben von 15 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Die Mehrheit der erwachsenen Menschen mit Behinderung wohnt in stationären Einrichtungen
Seit 2003 hat sich dieser Anteil jedoch von ca. 75 % auf rund 60 % reduziert. (Basis: Angaben von 14 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Erneuter Anstieg der Zahl der Neuzugänge im stationären Wohnen
Zwischen 2005 und 2008 verringerte sich der Anstieg der Leistungsberechtigten in stationären Einrichtungen. 2009 nahm dieser Anstieg gegenüber den Vorjahren wieder zu, so dass von einem grundsätzlichen Umschwung in der Inanspruchnahme stationärer Betreuungsangebote nicht gesprochen werden kann. (Basis: Angaben von 22 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Weiterhin starker Zuwachs des Anteils von Menschen mit Behinderung, die ambulant betreut wohnen
Die Zahl der Menschen, die in einer ambulant betreuten Wohnform leben, hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt. Seit 2007 ist die Zahl um rund 1/3 gestiegen. (Basis: Angaben von 14 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Das Durchschnittsalter der Menschen im ambulant und stationär betreuten Wohnen steigt
Wohnen stationär: seit 2000 ist das Durchschnittsalter von 40,2 auf 43,3 Jahre gestiegen. (Basis: Angaben von 15 überörtlichen Sozialhilfeträgern)
Wohnen ambulant: das Durchschnittsalter beträgt in 2009 42,2 Jahre mit steigender Tendenz.
(Basis: Angaben von 14 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Anstieg der Ausgaben für das stationäre Wohnen wegen höherer Fallkosten
Die Bruttoausgaben im stationären Wohnen haben sich seit 2006 um 12,2 % erhöht, die Zahl der Leistungsberechtigten dagegen nur um 2,8 %. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Brutto-Fallkosten (gewMW) um 9,2 % – d.h. anders als in der WfbM ist die Ausgabensteigerung in erster Linie auf höhere Fallkosten zurückzuführen. Als Ursachen kommen dafür tarifliche Steigerungen, die Inanspruchnahme weiterer Leistungen wie z.B. für die Tagesstruktur im Heim und eine Erhöhung des Hilfebedarfs in Betracht. (Basis: Angaben von 18 überörtlichen Sozialhilfeträgern)
- Immer mehr Menschen mit Behinderung sind im Arbeitsbereich einer WfbM beschäftigt
Seit 2003 hat die Zahl der Werkstatt-Besucher um 23,9 % zugenommen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Zugang von ca. 7.100 Leistungsberechtigten pro Jahr. (Basis: Angaben von 21 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Immer mehr Menschen mit einer primär seelischen Behinderung sind in den WfbM beschäftigt
Hinweise dafür sind die gestiegene Zahl der Werkstattplätze (seit 2003 um über 40 %) und der zunehmende Anteil der Leistungsberechtigten (von 15,9 % in 2008 auf 16,5 % in 2009). - Die Werkstatt-Beschäftigten werden immer älter
Die Altersgruppe der über 50-Jährigen wächst schneller als die der 21 bis unter 50-Jährigen. Seit 2003 hat sich die Zahl der über 50-jährigen Werkstatt-Beschäftigten mehr als verdoppelt. (Basis: Angaben von 18 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Die Ausgaben für die Werkstätten steigen vor allem aufgrund der zunehmenden Zahl von Werkstattbeschäftigten
Die Bruttoausgaben für die Werkstätten haben sich seit 2006 um 16, 5% erhöht, die Zahl der Leistungsberechtigten um 11,1 %. Da die Brutto-Fallkosten in diesem Zeitraum lediglich um 4,9 % stiegen, ist die Ausgabensteigerung in erster Linie auf die zunehmende Zahl der Leistungsberechtigten zurückzuführen und erst danach machen sich die im Durchschnitt erhöhten Brutto-Fallkosten bemerkbar. (Basis: Angaben von 20 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - Die Zahl der nicht werkstattfähigen Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten (Förderungs- und Betreuungsbereich) steigt in Relation zu ihrem Ausgangswert seit Jahren stärker, als die Zahl der Werkstattbeschäftigten.
Seit 2003 hat sich der Zahl der Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten mehr als verdoppelt (zum Vergleich in WfbM: plus 23,9 %). (Basis: Angaben von 15 überörtlichen Sozialhilfeträgern) - In allen Leistungsbereichen gibt es mehr Männer als Frauen
Gegenüber 2008 sind erwartungsgemäß in der zahlenmäßigen Relation von Männern zu Frauen nur marginal Veränderungen festzustellen. Hier wird erst die Betrachtung über mehrere Jahre eine ausreichende Datengrundlage liefern, um mögliche Tendenzen zu erkennen.
Weitere Ergebnisse finden Sie im Endbericht (97 Seiten) :














